Minister trifft Lehrergewerkschaften: Boykott der "Premièresexamen" eher unwahrscheinlich
(mig/TJ) - Die Regierung hatte im Rahmen der Sparmaßnahmen angekündigt, Lehrer von Abschlussklassen, die während der Examenszeit keinen regulären Unterricht abhalten, nur noch für tatsächlich geleistete Arbeitsstunden zu entlohnen. Daraufhin hatten 24 Lehrerkomitees die Lehrerschaft dazu aufgerufen, aus den Examenskommissionen auszutreten bzw. ihre Nominierung abzulehnen. Somit wäre ein korrektes Abhalten der Abschlussexamen unmöglich geworden.
Am Mittwoch traf der Minister mit den Gewerkschaften Féduse, SEW und Apess zusammen. Der Bildungsminister hat den Gewerkschaftsvertretern einige "akzeptable" Vorschläge gemacht. Der angekündigte Boykott der Abschlussexamen scheint damit einstweilen vom Tisch. Allerdings muss die Basis der Gewerkschaften sich noch damit einverstanden erklären.
Wie das Erziehungsministerium in einem Schreiben mitteilt, sollen die nach den Examen nicht mehr geleisteten Unterrichtsstunden ab dem Schuljahr 2015-2016 tatsächlich nicht mehr bezahlt werden. Im Gegenzug sollen die Entschädigungen für Korrekturarbeiten angepasst werden. So erhält ein Lehrer je nach Art der Prüfung zwischen 15 und 26,30 Euro pro Kopie, was einem Stundenlohn von 43 bis 54 Euro entspricht. Zudem wird die Vorbereitungszeit für die mündlichen Prüfungen in die Wochenarbeitszeit integriert. Als Basis wird eine Stunde pro Schüler und Schuljahr angegeben.
Die Apess kommt in einem Schreiben ebenfalls auf das Treffen zurück.