Minister Romain Schneider erklärt

Pflegebedürftigen steht Zeit für Einkäufe zu

Sozialminister Romain Schneider versichert: Die neue Pflegeversicherung sieht weiterhin einzelne Stunden für die Einkaufshilfe vor.
Sozialminister Romain Schneider versichert: Die neue Pflegeversicherung sieht weiterhin einzelne Stunden für die Einkaufshilfe vor.
Foto: Laurent Ludwig

(BB) - Die neue Pflegeversicherung stößt vielen älteren Menschen sauer auf. Anders als früher werden ihr kaum noch Betreuungsstunden für Einkäufe zugestanden, berichteten Senioren unlängst auf "RTL" sowie in Leserbriefen im "Luxemburger Wort". Die Pflegebedürftigen müssten zu Hause verharren, während eine Hilfskraft ein paar Einkäufe besorgt. Die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben schwinde immer mehr.

Sozialminister Romain Schneider versichert allerdings: In der neuen Pflegeversicherung ist die staatliche Unterstützung etwas anders ausgerichtet, aber von schweren Einschnitten könne nicht die Rede sein.

Ins Foyer oder ins Kaufhaus

Schneider erklärt: Die Bezieher erhalten neuerdings drei Stunden für hauswirtschaftliche Tätigkeiten. In diesem Rahmen kann eine Hilfskraft Einkäufe für jemanden verrichten. Darüber hinaus bestehe aber auch ein Anspruch auf individuelle Betreuungsstunden mit qualifizierten Pflegern. "Ob man dann ins Kino oder spazieren gehen will, oder auch Einkäufe erledigen möchte, kann jeder selbst entscheiden. Das Angebot gibt es jedenfalls", so der Minister.

Im neuen Gesetz sei der Fokus verstärkt auf Gruppenaktivitäten in den Foyers gerichtet worden. Und das mit 40 Betreuungsstunden. Wer aber lieber eine individuelle Betreuung bezieht, könne diese anfragen, so Schneider. Er verweist auf zehn individuelle Stunden. "Wir wollten vor allem sicherstellen, dass ältere Menschen nicht isoliert sind. Aber das bedeutet nicht, dass es den Service für Einkäufe nicht mehr gibt", will der Minister beschwichtigen.

Die bisherigen "course-sortie" seien im neuen Gesetz nicht einfach so gestrichen worden, sondern anders ausgerichtet. Außerdem könnten pflegebedürftige Personen neuerdings mindestens sieben Betreuungsstunden für eine „Garde“ zu Hause erhalten."Wir wollten mehr Qualität und Flexibilität sicherstellen, und haben dafür gesorgt, dass das System der Pflegeversicherung nachhaltig gewährleistet ist", sagt Schneider zu den Einwänden von Pflegedienstleistern.

Dass einige stationäre Einrichtungen anlässlich der Pflegeversicherung ihre Preise erhöht haben, hält der Minister übrigens für nicht gerechtfertigt. Höhere Tarife sollten nicht "unter dem Deckmantel der Reform" durchgeführt werden. Es gebe hier keinen direkten Zusammenhang.