Minister Claude Meisch

"Wir sorgen für konsequente Bildungschancen"

Will Zuversicht versprühen: Minister Claude Meisch.
Will Zuversicht versprühen: Minister Claude Meisch.
Foto: Chris Karaba

(BB) - Ist es alles nur Ansichtssache? Zur Rentrée klagen die Gewerkschaften und Lehrer über konkret fehlendes Personal in den Schulen. Sie befürchten auch eine gefährliche Entwicklung hin zu mehr Konkurrenz zwischen den Bildungseinrichtungen und letztlich einer Schwächung des öffentlichen Bildungsauftrags. Doch nicht so für Minister Claude Meisch. Vor den Medien startete er zu Rentrée eine Kommunikationsoffensive.

Man müsse die Realität erkennen, so der Minister. Gerade, weil die Schulen verschiedene Lern- und Unterrichtsangebote entwickeln, könnte man den Bedürfnissen und Anforderungen einer sozial und kulturell gemischten Schülerschaft besser Rechnung tragen. "Weil sich jede Schule ein klares Profil gibt, kann sich ein Schüler bewusst für das Angebot entscheiden, das seine Talente entsprechend fördern wird", argumentierte Meisch vor den Medienvertretern am Donnerstagmorgen.

Mehr "Innovationskraft" bedeute mehr Chancen, und dafür sei ihm um die Zukunft des öffentlichen Bildungswesens "nicht bange".

Lehrermangel: "Ein lokales Phänomen"

Auch der in den letzten Tagen viel mediatisierte Mangel an Lehrkräften im Norden des Landes wollte der Minister beschwichtigen. "Es handelt sich hier um ein lokales Phänomen, und die Behauptung, dass 28 Lehrerposten fehlen, stimmt so nicht. Wir haben uns der Sache angenommen und zuletzt könnte höchstens noch ein Posten ausbleiben", so Claude Meisch auf Nachfrage hin. Die regionalen Direktionen seien bemüht Engpässe zu beheben und dabei sei man auf gutem Weg die nötigen Ressourcen für den Schulbeginn sicherzustellen.

"Natürlich investieren wir viel in die Personalressourcen. Aber wenn ich 17 Posten als Informatiklehrer ausschreibe und nur zwei finde, braucht das schon etwas Zeit", wollte Meisch verstanden wissen.

Auch für die kommenden Monate wird das Schulsystem auf viele Chargés de cours zurückgreifen. "Wenn es, wie zum jetzigen Zeitpunkt, Notsituationen gibt, dann kommen wir nicht umhin, darauf zurückzugreifen. Wir arbeiten allerdings daran, die Anzahl nicht weiter ansteigen zu lassen und eine stetige Professionalisierung des Berufes zu gewährleisten," so der Minister weiter.

Die "Rentrée des Vertrauens"

Die grundsätzliche Ausrichtung der Referendarzeit für angehende Lehrer sieht er jedenfalls nicht in Frage gestellt. Neue politische Akzente müssten generell nun zum Tragen kommen. "Wir haben insgesamt von der Kinderbetreuung bis zum Sekundarunterricht wesentliche Reformen eingeleitet, die für konsequente Bildungschancen sorgen werden", so Claude Meisch.

Dafür kürte der Minister den Schulbeginn denn auch zur "Rentrée des Vertrauens".