Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mindestlohn steigt um fünf Prozent
Beschäftigungsminister Dan Kersch (l.) und Finanzminister Pierre Gramegna (r.) erklären, wie es zu der Anhebung des Mindestlohns um 100 Euro netto kommt.

Mindestlohn steigt um fünf Prozent

Foto: Dani Schumacher
Beschäftigungsminister Dan Kersch (l.) und Finanzminister Pierre Gramegna (r.) erklären, wie es zu der Anhebung des Mindestlohns um 100 Euro netto kommt.
Politik 07.03.2019

Mindestlohn steigt um fünf Prozent

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Mindestlohnbezieher bekommen rückwirkend auf den 1. Januar 100 Euro netto mehr. So heißt es im Regierungsprogramm. Am Donnerstag haben Arbeitsminister Dan Kersch und Finanzminister Pierre Gramegna die Details bekannt gegeben.

Es war eines der zentralen Wahlversprechen der LSAP: Der Mindestlohn soll um 100 Euro netto steigen. Die Idee wurde zurückbehalten und fand ihren Weg ins Regierungsprogramm von Blau-Rot-Grün.

Die Anhebung erfolgt in drei Etappen. Bereits zum ersten Januar kam es zu einer "regulären" Anhebung des Mindestlohns um 1,1 Prozent. In einem zweiten Schritt soll das Mindesteinkommen noch einmal um 0,9 Prozent angehoben werden. Das entsprechende Gesetz für diese strukturelle Erhöhung befindet sich bereits auf dem Instanzenweg. Diese beiden Tranchen gehen zulasten des Arbeitgebers und machen etwa ein Drittel der Anpassung aus. 

Der größte Teil der geplanten Erhöhung des Mindestlohns erfolgt über einen Steuerkredit. Der Kredit macht zwei Drittel der Anpassung aus und geht zulasten des Staates.

Diese Details gaben Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP) und Finanzminister Pierre Gramegna (DP) am Donnerstag bekannt. Gramegna rechnet damit, dass der Steuerkredit bis Juli greifen wird, allerdings gilt diese Maßnahme, genau wie die 0,9-prozentige Anhebung des Mindestlohns, rückwirkend auf den 1. Januar 2019.


Soziale Schieflagen
Das Wachstum kommt noch lange nicht bei allen Menschen an.

Durch den Steuerkredit kommt es zu einem "Mitnahmeeffekt", sodass in einige Fällen sogar noch einige Euro mehr in der Lohntüte sein können. In der Steuerklasse 1 bekommen Empfänger des unqualifizierten Mindestlohns 101,19 Euro, in der Steuerklasse 1 A und in der Steuerklasse 2 sind es 106,39 Euro.

Beim qualifizierten Mindestlohn sieht es folgendermaßen aus: In der Steuerklasse 1 schlägt das Plus mit 103,85 Euro zu Buche, in der Steuerklasse 1 A sind es 105,35 und in der Steuerklasse 2 sind es 108,75 Euro.

Wie Beschäftigungsminister Dan Kersch erklärte, steigt der unqualifizierte Mindestlohn durch die drei Maßnahmen insgesamt um 5,75 Prozent, der qualifizierte Mindestlohn legt um fünf Prozent zu. 

In Luxemburg beziehen zurzeit 60.000 Arbeitnehmer den Mindestlohn: Bei einer Gesamtbeschäftigung von 457.190 Arbeitnehmern (Januar 2019) macht dies immerhin gut 13 Prozent. 58 Prozent der Mindestlohnbezieher leben in Luxemburg, bei den restlichen 42 Prozent handelt es sich um Grenzgänger. 

Die Zahl der Mindestlohnbezieher steigt rasant. Vor drei Jahren waren es erst 45.000.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Alarmierende Jugendarmut in Luxemburg
Luxemburg hat in der EU den zweit höchsten Anteil an Jugendlichen zwischen 18 und 24, die trotz Arbeit von Armut bedroht sind. Darüber debattierten am Donnerstag die Abgeordneten.
8.2. Wi / Husky / 25 Joer Husky Dudelange / Lehrlingsausbildung / Lehrling   Foto: Guy
Armutsrisiko steigt
Laut einer Statec-Studie zur Arbeit und der sozialen Kohäsion ist das Armutsrisiko in Luxemburg wieder gestiegen. 2017 waren laut Statec 18,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht.
Aus dem Parlament: Mindestlohn steigt
Die Abgeordnetenkammer hat gestern einstimmig eine Erhöhung des sozialen Mindestlohns beschlossen. Zum 1. Januar 2017 steigt damit der Mindestlohn (non-qualifié) um rund 27 Euro auf 1 949,86 Euro pro Monat.
In Luxemburg gibt es 46.000 Mindestlohnempfänger.