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Miltgen kontra PwC: "Perfekte Unprofessionalität"
Politik 2 Min. 03.06.2015

Miltgen kontra PwC: "Perfekte Unprofessionalität"

Daniel Miltgen rechnet mit der Consultingfirma PwC ab.

Miltgen kontra PwC: "Perfekte Unprofessionalität"

Daniel Miltgen rechnet mit der Consultingfirma PwC ab.
Foto: Serge Waldbillig
Politik 2 Min. 03.06.2015

Miltgen kontra PwC: "Perfekte Unprofessionalität"

Der geschasste Präsident des Fonds du logement schießt mit scharfer Munition auf PricewaterhouseCoopers. Die Beraterfirma habe bei ihrem Auditbericht über den Fonds schlampig gearbeitet, heißt es in einem Brief.

(ml) - Diese Woche befasste sich das Verwaltungsgericht mit der Absetzung von Daniel Miltgen an der Spitze des Fonds du logement. Im Vorfeld des Urteils, das noch für diese Woche erwartet wird, fährt Miltgen nun schweres Geschütz gegen PricewaterhouseCoopers auf. In einem Einschreiben, das an PwC und an Staatssekretär Marc Hansen verschickt wurde, spart der langjährige Präsident des Fonds du logement nicht mit Kritik an dem Auditbericht, den PwC über den Fonds erstellte.

In dem Brief, der dem "Wort" vorliegt (siehe unten), beklagt sich der Spitzenbeamte über "perfekte Unprofessionalität". In dem Auditbericht wimmele es von "Fehlern, Lügen, billigen Behauptungen, Unterstellungen und böswilligen Andeutungen",  heißt es weiter. 

Ende vergangenen Jahres habe Wohnungsbauministerin Maggy Nagel (DP) PwC damit beauftragt, Schwachstellen beim Fonds aufzudecken. Die Arbeit der Prüfer sei gewissermaßen politisch begleitet worden. Miltgen lässt durchblicken, dass er an der Objektivität zweifelt.

"Mitarbeiter sind nicht der Ministerin unterstellt"

Um ihren Bericht zu verfassen, hätten die PwC-Mitarbeiter Gespräche mit  Mitarbeitern des Fonds geführt. Abgesehen von einer Ausnahme habe er jedoch  keinem dieser Mitarbeiter seine Zustimmung dafür erteilt, so Miltgen. Die Mitarbeiter des Fonds seien nicht der Ministerin unterstellt, heißt es weiter. 

Einige Empfehlungen, die PwC ausgesprochen habe, seien bereits 2009 in einem Audit von Deloitte erwähnt worden. Die Behauptung, dass die Tendenz bei der Schaffung von Mietwohnungen negativ sei, entspreche nicht der Wahrheit. Falsch sei es auch zu behaupten, dass der Weg über eine Agentur führe, um eine bessere Mietwohnung zu bekommen. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Wohnungen auf dem freien Markt nicht vermietet werden können, greife der Fonds auf eine Agentur zurück.

Des Weiteren würde der Fonds dem Wohnungsbauministerium jedes Jahr ein detailliertes Programm über die verschiedenen Projekte und deren finanziellen Auswirkungen vorlegen. In regelmäßigen Abständen sei das "Comité directeur" über die Finanzen der Projekte informiert worden, die umgesetzt werden. 

Nagel in der Kritik

Daniel Miltgen wehrt sich auch gegen den Vorwurf, dass Wohnungen, die bei einer Versteigerung nicht verkauft wurden, an Dritte verkauft worden seien. Die Preise, die vom "Comité directeur" festgelegt und vom Ministerium gutgeheißen würden, seien in der Presse veröffentlicht worden.

Der geschasste Präsident des Fonds du logement lässt auch kein gutes Haar an der Wohnungsbauministerin. Seit der Gründung des Fonds du logement im Jahr 1979 sei Maggy Nagel die erste Ministerin, die keine politischen Ansichten über die praktische Durchführung des Fonds vorgestellt habe. Abschließend heißt es, den Fonds aufgrund einer derartigen "lückenhafte Analyse" neu organisieren zu wollen, sei der Beweis für "perfekte Unprofessionalität". 

Hier können Sie den Brief nachlesen:



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