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Meisch über das Lehrerkontingent und die Kompetenzzentren
Politik 3 Min. 01.07.2021 Aus unserem online-Archiv
Bildungspolitik

Meisch über das Lehrerkontingent und die Kompetenzzentren

In den vergangenen drei Jahren hat das Bildungsministerium 680 Posten für qualifiziertes Personal zur Förderung von Schülern mit spezifischen Bedürfnissen geschaffen.
Bildungspolitik

Meisch über das Lehrerkontingent und die Kompetenzzentren

In den vergangenen drei Jahren hat das Bildungsministerium 680 Posten für qualifiziertes Personal zur Förderung von Schülern mit spezifischen Bedürfnissen geschaffen.
Foto: DPA
Politik 3 Min. 01.07.2021 Aus unserem online-Archiv
Bildungspolitik

Meisch über das Lehrerkontingent und die Kompetenzzentren

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Bildungsminister Claude Meisch (DP) will im Herbst die Evaluierungsergebnisse zu den Kompetenzzentren vorstellen.

Was tun, damit Kinder aus benachteiligten und bildungsfernen Familien beziehungsweise Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die in der Schule eine spezifische Förderung brauchen, nicht abgehängt werden? Diese Fragen beschäftigen das Land seit Jahren und seit der Corona-Pandemie noch mehr. Am Donnerstag war genau das Thema im Parlament. 


DP-Fraktionschef Gilles Baum und Bildungsminister Claude Meisch (DP) appellierten an die Erwachsenen, sich impfen zu lassen, „damit die Kinder im Herbst im Unterricht keine Maske mehr tragen müssen“, wie Baum meinte.
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Drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes über die Kompetenzzentren erkundigte die LSAP-Abgeordnete Simone Asselborn-Bintz sich nach der 2018 angekündigten Evaluierung und eine etwaige Überlastung der Zentren. Die CSV-Abgeordnete Diane Adehm hatte ein halbes Dutzend Fragen bezüglich des 2009 mit der Grundschulreform eingeführten Lehrerkontingents und sprach sich für eine Anpassung der Berechnungskriterien aus, da die Schülerschaft sich in den vergangenen zehn Jahren stark gewandelt habe. 

680 Vollzeitposten in drei Jahren 

Der zuständige Minister Claude Meisch (DP) erinnerte daran, dass die acht Kompetenzzentren geschaffen wurden, um die Inklusion von Schülern mit spezifischen Bedürfnissen zu verbessern. 

Von 2018 bis inklusive 2020 seien 681 Vollzeitposten geschaffen worden, die Hälfte davon in den Kompetenzzentren, die anderen 340 Posten wurden mit spezialisierten Lehrern (IEBS) und mit Personal besetzt, das den „Equipes de soutien des élèves à besoins éducatifs particuliers ou spécifiques“ (ESEB) angehört und stundenweise in den Klassen interveniert. 

Wir müssen uns lösen von der Vorstellung, dass ein Kompetenzzentrum eine spezialisierte Schule sein soll.

Bildungsminister Claude Meisch (DP)

Manche Kompetenzzentren nehmen Schüler stationär auf, die Schüler werden dort beschult. Das sei aber nicht deren eigentliche Aufgabe, sagte der Bildungsminister. „Wir müssen uns lösen von der Vorstellung, dass ein Kompetenzzentrum eine spezialisierte Schule sein soll“, sagte er. Die Zentren böten ambulante Unterstützung in Form von Beratung. Eine weitere zentrale Aufgabe sei die Diagnostik, „denn nur wenn man weiß, was das Problem ist, kann man auch die richtigen Maßnahmen ergreifen“, so Meisch. 

Durch die Schaffung der Kompetenzzentren habe man in den vergangenen drei Jahren knapp 40 Prozent mehr Schüler spezifisch betreuen und fördern können als vorher. Der Personalbestand sei in dem Zeitraum um 27,40 Prozent gestiegen und werde wohl auch in der Zukunft weiter steigen. 

Ausdehnung des Aufgabenfelds 

Meisch schwebt für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kompetenzzentren und den Betreuungseinrichtungen vor, um sicherzustellen, dass die Förderung, die in der Schule stattfindet, in der außerschulischen Betreuung fortgeführt wird. 

Die Evaluierung der Zentren läuft. Via Online-Befragung wird die Meinung der Professionellen eingeholt, die administrativen Prozesse werden auf ihre Effizienz untersucht. Zudem wurde ein externer Prüfer mit einer Untersuchung der Zentren beauftragt. Im Herbst sollen die Ergebnisse vorliegen. 

Von Platzmangel in den Zentren habe er keine Kenntnis, so der Minister, nachdem Simone Asselborn-Bintz in diesem Punkt noch einmal nachgehakt hatte. 

Mehr Personal als vorher 

In Sachen Lehrerkontingent meinte Claude Meisch, dass man das Kontingent nicht isoliert, sondern das Gesamtpersonal betrachten müsse, das in den vergangenen zehn Jahren rekrutiert worden sei, also neben den Lehrern auch die spezialisierten Lehrer (IEBS) und das ESEB-Personal. „Unter dem Strich haben wir heute mehr Ressourcen als vor zehn Jahren“, sagte Meisch. 2015/16 seien es 2,23 Unterrichtsstunden pro Kind gewesen, heute liege man bei 2,37 Unterrichtsstunden pro Kind. 

Zusätzlich zum normalen Kontingent können Schulen in sozialen Brennpunkten bis zu 20 Prozent mehr Personal zur Verfügung gestellt bekommen. 2010/11 gewährte der Staat über diesen Weg 1.780 zusätzliche Unterrichtsstunden. Heute sind es 4.492 Stunden. „Das sind 200 zusätzliche Lehrer, die wir den Schulen zur Verfügung stellen“, betonte Meisch. 

Evaluierung des Kontingents

Wie die Kompetenzzentren wird auch das Lehrerkontingent einer Evaluierung unterzogen. Das LISER widmet sich der Untersuchung des sozioökonomischen Berechnungskriteriums und prüft, ob der Mechanismus den aktuellen Gegebenheiten noch Rechnung trägt. Das „Observatoire de la qualité scolaire“ untersucht das Kontingent als Ganzes, prüft dessen Effekt, ob die zusätzlichen Ressourcen richtig verteilt werden und ob diese in den Schulen tatsächlich gewinnbringend eingesetzt werden.

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