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Meisch reagiert auf SNE-Kritik: „Wir haben zusätzliche Ressourcen bewilligt”
Politik 26.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Meisch reagiert auf SNE-Kritik: „Wir haben zusätzliche Ressourcen bewilligt”

Das Bildungsministerium ist überzeugt, dass das Problem der Lehrervertretungen bald behoben sein wird.

Meisch reagiert auf SNE-Kritik: „Wir haben zusätzliche Ressourcen bewilligt”

Das Bildungsministerium ist überzeugt, dass das Problem der Lehrervertretungen bald behoben sein wird.
Foto: Pierre Matgé
Politik 26.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Meisch reagiert auf SNE-Kritik: „Wir haben zusätzliche Ressourcen bewilligt”

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Luxdidac” reagierte der Bildungsminister auf die Kritik des SNE in Sachen Lehrermangel. Das Ministerium habe das Kontingent um 4.200 Wochenstunden erweitert, konterte Meisch.

(mig) - Das „Syndicat national des enseignants“ (SNE) schlägt als kurzfristige Lösung für den Lehrermangel im Fondamental den Einsatz von so genannten „surveillants“ für kurzfristige Lehrervertretungen (maximal zwei Tage) vor. Für längere Vertretungen aber kämen nur Lehrbeauftragte aus der „Réserve des suppléants“ in Frage, sagte SNE-Präsident Patrick Remakel am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Um die Attraktivität des Lehrerjobs zu steigern, schlägt der SNE vor, die Philosophie des dreijährigen „Stage“ zu überdenken. Die Gewerkschaft spricht sich gleichzeitig für eine generelle Aufwertung des Lehrerberufs (Karriere A1) aus und sieht eine Lösung darin, den Zugang zum Beruf über ein Masterstudium zu regeln. Die Einstufung der spezialisierten Lehrer (IEBS) in die Karriere A1 sei ein erster Schritt in diese Richtung.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Luxdidac“ am Dienstagabend hatte Bildungsminister Claude Meisch die Gelegenheit, auf die Kritikpunkte des SNE zu reagieren, was er auch tat.

Meisch begründete den Bedarf an zusätzlichem Lehrpersonal mit der steigenden Schülerzahl und der Einführung des neuen Fachs „Vie et société“, für dessen Umsetzung das Ministerium zusätzliche Unterrichtsstunden gewährt habe. „Insgesamt haben wir im Vergleich zum Vorjahr 4 200 zusätzliche Wochenstunden (182 Posten) bewilligt“, sagte Meisch.

Allerdings ist die Zahl der Unterrichtsstunden, die von diplomierten Lehrern geleistet werden, im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Tatsache ist, dass es nicht gelungen ist, genügend diplomierte Lehrer zu rekrutieren.

Für 291 Posten konnten nur 168 Lehrer rekrutiert werden. Lediglich 91 von ihnen sind Uniabsolventen, bei den restlichen 77 handelt es sich um Lehrbeauftragte, die vorher bereits Teil des Schulbetriebs waren. Diese Entwicklung wolle man im Auge behalten, so Meisch.

Den Mangel an Ersatzpersonal will der Minister mit freiwilligen Überstunden, Erziehern aus den Maisons relais und pensionierten Lehrern kompensieren. Momentan befänden sich 160 Kandidaten in der Ausbildung zum Lehrbeauftragten, so Meisch.

Die „Réserve des suppléants“ (für die Lehrervertretungen) will er um bis zu 1.500 Wochenstunden (65 Posten) erweitern. Meisch geht davon aus, dass das Problem in spätestens fünf Wochen behoben sein wird.

Der Forderung des SNE, den Schulentwicklungsplan (PDS) vorerst auf Eis zu legen, um die Schulen nicht noch zusätzlich unter Druck zu setzen, erteilte Meisch eine klare Absage.


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