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Meisch: Programmieren lernen in der Grundschule
Politik 13.09.2019

Meisch: Programmieren lernen in der Grundschule

Bildungsminister Claude Meisch möchte, dass die Kinder ab frühestem Alter kodieren lernen, "spielerisch und altersgerecht".

Meisch: Programmieren lernen in der Grundschule

Bildungsminister Claude Meisch möchte, dass die Kinder ab frühestem Alter kodieren lernen, "spielerisch und altersgerecht".
Foto: Getty Images
Politik 13.09.2019

Meisch: Programmieren lernen in der Grundschule

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Claude Meisch steht vor seiner sechsten Schulrentrée als Bildungsminister. Große Reformen sind nicht geplant, aber einige Neuerungen, zum Beispiel ein neues Schulfach im Secondaire ab 2021/22.

Die großen Bildungsreformen hat Claude Meisch bereits auf den Weg gebracht. Das Tempo war schnell. Zu schnell für viele Schulen und Lehrer. Nun soll genügend Zeit sein, um die Maßnahmen umzusetzen. Claude Meisch sieht sich in seiner zweiten Amtszeit als Bildungsminister weniger als Reformer, sondern als Zuhörer und Versteher. Wie er am Freitag auf der traditionellen Rentrée-Pressekonferenz erklärte, möchte er in den kommenden Jahren den Dialog mit allen Schulpartnern intensivieren, ihren Vorschlägen Gehör schenken und sie in Entscheidungen einbeziehen.


Laut einer Umfrage des SEW/OGBL sind viele Lehrer unzufrieden mit den Reformen der vergangenen Jahre.
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Ein zentrales Instrument hierbei ist der Bildungstisch. Das wird allerdings kein neues Gremium. Vielmehr möchte der Minister den etwas eingeschlafenen Conseil supérieur de l'éducation nationale, in dem sehr unterschiedliche gesellschaftliche Akteure vertreten sind, reformieren und dynamisieren. Dort sitzen bereits die Akteure, die der Minister gerne am Bildungstisch haben möchte. Dazu zählt - als Hauptakteur - das Observatoire national de la qualité scolaire, ein Gremium, das Claude Meisch geschaffen hat, das wissenschaftliche Analysen durchführt, bestehende Bildungsuntersuchungen aufbereitet und Vorschläge macht. Diese werden dann am Bildungstisch diskutiert, so die Idee.

Auf der Agenda steht auch die administrative Vereinfachung im Fondamental. Eine Taskforce mit Vertretern der Gewerkschaften, der Schuldirektionen und des Ministeriums wird sich der Sache annehmen und Vorschläge ausarbeiten, wie Prozesse und Dokumente vereinfacht, sprich digitalisiert werden können.

Neues Fach im Secondaire

Digitalisierung ist das Hauptstichwort dieser Legislaturperiode. Der Bildungsminister möchte, dass Kinder ab frühestem Alter das Coding lernen. "Programmieren ist im 21. Jahrhundert eine Basiskompetenz, wie Lesen, Schreiben und Rechnen", sagte Claude Meisch. Spielerisch soll das gehen und zunächst ohne PC. Der Plan: "Bis zum Zyklus 3 werden wir transversal durch sämtliche Fächer Elemente von Coding und algorithmischem Denken einführen  und das ab der Rentrée 2020/2021." 

Im Zyklus 4 dann soll ebenfalls ab 2020/2021 das Programmieren einen noch stärkeren Niederschlag im Fach Mathematik finden. Ab 2021/2022 wird dann in der Unterstufe des Secondaire ein neues Fach eingeführt, in dem das Coding und digitale Kompetenzen vermittelt werden. Spezialisierte Lehrer (Instituteur spécialisé en compétences numériques) werden die Lehrer bei dem Prozess begleiten.



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