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Mehrsprachig aufwachsen: Ein Sprachkonzept für die Kitas
Politik 23.03.2016

Mehrsprachig aufwachsen: Ein Sprachkonzept für die Kitas

Gute Startchance für die Schule: Das neue Sprachkonzept in den Kitas soll die Kleinen fit machen für die Sprachenvielfalt des Bildungssystems.

Mehrsprachig aufwachsen: Ein Sprachkonzept für die Kitas

Gute Startchance für die Schule: Das neue Sprachkonzept in den Kitas soll die Kleinen fit machen für die Sprachenvielfalt des Bildungssystems.
Foto: Julien Ramos
Politik 23.03.2016

Mehrsprachig aufwachsen: Ein Sprachkonzept für die Kitas

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Ab September 2017 sollen ein- bis vierjährige Kinder eine gezielte Sprachförderung auf Luxemburgisch und Französisch in den Kitas erhalten.

(BB) - Minister Claude Meisch hatte es zu Beginn seiner Amtszeit in Aussicht gestellt: Alle Kinder sollen bessere Startchancen im Leben erhalten. Zum schulischen Erfolg sollen Sprachkenntnisse von klein auf stärker gefördert werden.

Wer Sprachen lernen will, solle früh damit anfangen, lautet also das politische Ziel. Ab September 2017 sollen ein- bis vierjährige Kinder eine gezielte Sprachförderung auf Luxemburgisch und Französisch in den Kitas erhalten. Sowohl konventionierte als auch kommerzielle Einrichtungen werden fürs Projekt herangezogen.

In einem Rahmendokument hat das Ministerium für Bildung und Kindheit nun die Grundlagen zur mehrsprachigen Frühförderung erstellt. Die Erzieher werden die Kinder gleichzeitig an die luxemburgische und die französische Sprache heranführen. Das soll das Sprachverständnis aller Kinder unterstützen. Ganz gleich ob die Kleinen zu Hause Luxemburgisch oder eine Fremdsprache sprechen, in der gemeinsamen Kita sollen alle Freude an der Sprachenvielfalt erhalten.

Das Prinzip „ein Sprecher, eine Sprache“

Damit das Kind die Kenntnisse besser einordnen kann, ist jeweils eine Bezugsperson für eine Sprache zuständig. Auch die Muttersprache wird zunehmend in Liedern, Geschichten und Spielen berücksichtigt.

Das neue Konzept dürfte allerdings sehr personalintensiv sein. Bislang setzten viele Kitas den Fokus entweder auf die luxemburgische oder auf die französische Sprache. Für eine bilinguale Förderung sind sie nicht unbedingt gut aufgestellt.

Dazu meinte Minister Claude Meisch: „Wir wollen die Kommunikation und Sprachkenntnisse fördern. Der Personalschlüssel wird also heraufgesetzt.“ Zusätzliche Kosten für die Kitas sollen in den Konventionen mit den Betreuungseinrichtungen aufgefangen werden. Die Mehrausgaben chiffrierte der Minister allerdings nicht.

Nicht zwingend Muttersprachler

Ob die Kitas mehr Muttersprachler einstellen müssen, will der Minister nicht gesetzlich festlegen. Anders als zunächst behauptet, sollen die Dienstleister in dieser Frage selbst entscheiden können. Die sprachlichen Kompetenzen sowie Qualifikationen der Erzieher werden allerdings generelle Mindestkriterien erfüllen müssen.

Die mehrsprachige Frühförderung soll sich mittelfristig in kostenlose Betreuungsstunden einreihen. Insgesamt könnten 25 bis 30 Stunden pro Woche für die Sprachförderung offiziell vorgesehen und anerkannt werden. Diese Stunden würden so denn finanziell vom Staat übernommen.

Fürs erste erfolgt aber noch ein Pilotprojekt. Erprobt werden Strategien und Anpassungsmöglichkeiten für die Förderung beider Zielsprachen. Auf Basis der gesammelten Erfahrungswerten könnte die mehrsprachige Frühförderung dann ab September 2017 auf nationaler Ebene Realität werden.





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