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Mehrheit der Luxemburger sieht TTIP und Ceta kritisch
Politik 2 Min. 02.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor

Mehrheit der Luxemburger sieht TTIP und Ceta kritisch

Die Mehrheit der Bürger hierzulande hat eine negative Einstellung zu den Freihandelsabkommen.
Politmonitor

Mehrheit der Luxemburger sieht TTIP und Ceta kritisch

Die Mehrheit der Bürger hierzulande hat eine negative Einstellung zu den Freihandelsabkommen.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 02.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor

Mehrheit der Luxemburger sieht TTIP und Ceta kritisch

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Erwartungsgemäß hat die Mehrheit der Luxemburger keine gute Meinung von den transatlantischen Freihandelsabkommen. 42 Prozent der Wähler sprechen sich dafür aus, die TTIP-Verhandlungen auszusetzen.

(ml) - Die transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und Ceta stoßen in Luxemburg weitgehend auf Ablehnung. Im jüngsten Politmonitor, der im Auftrag von "Luxemburger Wort" und RTL von TNS ILRES durchgeführt wurde, sind 53 Prozent der Befragten der Ansicht, dass derartige Abkommen für Europa mit mehr Nach- als Vorteile verbunden sind. Die Luxemburger (57 Prozent) betrachten beide Abkommen kritischer als die ausländischen Mitbürger (48 Prozent). Rund ein Drittel der Befragten gibt an, keine Meinung dazu zu haben. 

Das Misstrauen in der öffentlichen Meinung wird von der gesamten Wählerschaft geteilt, unterstreicht Charles Margue von TNS ILRES. Bei Déi Lénk, Déi Gréng und der ADR sind die Wähler radikal gegen TTIP und Ceta. Bestenfalls sind dort zehn Prozent der Befragten den Abkommen gegenüber positiv eingestellt.

Der höchste Anteil von Wählern, die vorwiegend Vorteile für Europa erkennen, sind  bei der CSV und der DP vorzufinden. Doch auch hier liegt die Zustimmung unterhalb von 20 Prozent. "Außenminister Jean Asselborn, der derzeit nicht müde werde, das Ceta Handelsabkommen zu verteidigen, könne damit bei seinen Stammwählern nicht punkten", so Margue. In der Tat ist mehr als die Hälfte der LSAP-Wähler der Ansicht, dass Europa mehr einstecken muss, als es Nutzen daraus zieht.

42 Prozent der Wähler sprechen sich dafür aus, die aktuellen Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA auszusetzen. Ein Drittel tritt für eine Fortsetzung der Gespräche ein. Rund ein Viertel der Befragten hat sich darüber nach keine  Meinung gebildet.

Nennenswerte Unterschiede zwischen den Luxemburgern und den Ausländern gibt es nicht. Mehr als die Hälfte der Menschen, die in den Betrieben Verantwortung tragen, sind der Ansicht, dass die TTIP-Verhandlungen gestoppt werden sollen. Lediglich 29 Prozent von ihnen wünschen sich, dass die Gespräche weitergeführt werden.

Bei der Wählerschaft ist die Situation differenzierter. Bei der DP und der CSV ist eine knappe Mehrheit der Wähler für eine Fortsetzung der Verhandlungen. Trotz der vorhandenen Skepsis trifft dies auch für die LSAP-Wähler zu. Bei der ADR, den Grünen und insbesondere bei Déi Lénk sind die Wähler eindeutig dafür, die Verhandlungen zu stoppen.

"Trotz ihrer Komplexität sind TTIP und Ceta Themen, die eine gewisse Brisanz haben und die Menschen nicht kalt lassen", stellt Charles Margue fest. Nur eine kleine Minderheit (13 Prozent) der Gesamtbevölkerung gibt an, noch nie etwas davon gehört zu haben. Nahezu genau so viele Befragten behaupten von sich aus, genau zu wissen, worum es geht. 53 Prozent der Einwohner Luxemburgs betonen, dass sie mehr oder weniger darüber Bescheid wissen.

"Es sind Ängste und Unsicherheiten vorhanden", unterstreicht Margue. Der Meinungsforscher zieht eine Parallele mit der EU-Erweiterung. Damals habe auch eine Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft Europas geherrscht." Je mehr sich die Menschen mit dem Thema auseinandergesetzt haben, desto zurückhaltender sind sie", schlussfolgert Margue. Dies treffe auch für die Kaderleute zu.

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