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Mehrere Politiker von Facebook-Datenleck betroffen
Politik 2 Min. 08.04.2021

Mehrere Politiker von Facebook-Datenleck betroffen

Sowohl die Facebook-Daten von Premierminister Xavier Bettel als auch von EU-Justizkommissar Didier Reynders sollen im Netz frei zirkulieren.

Mehrere Politiker von Facebook-Datenleck betroffen

Sowohl die Facebook-Daten von Premierminister Xavier Bettel als auch von EU-Justizkommissar Didier Reynders sollen im Netz frei zirkulieren.
Foto: SIP
Politik 2 Min. 08.04.2021

Mehrere Politiker von Facebook-Datenleck betroffen

Die Daten von Premier Bettel und anderer Minister wurden gestohlen. Ob Sie auch betroffen sind, finden Sie im Online-Selbstcheck heraus.

(SC/ M.K.) - In einem Facebook-Datenleck wurden weltweit die Informationen von rund 533 Millionen Konten gestohlen - in Luxemburg sind etwa die Hälfte aller Profile betroffen. Unter den Personen, deren Daten in dem Leck zugänglich geworden sind, befinden sich auch einige bekannte Persönlichkeiten.


Datenleck von gigantischem Ausmaß im Bildungsministerium
Am Mittwoch wurde ein vermeintliches Datenleck im Bildungsbereich bekannt. Das Problem ist weder neu, noch beschränkt es sich auf diesen Sektor. Zehntausende luxemburgische Accounts sind betroffen. Eine exklusive Recherche.

Wie „Politico“ berichtet, gehört Premierminister Xavier Bettel (DP) zu den rund 188.000 Facebook-Nutzern aus Luxemburg, deren Daten wie Mail-Adresse, Geburtstag, geografischer Standort und Telefonnummer gestohlen wurden. Neben Bettel sind laut „Paperjam“ auch Außenminister Jean Asselborn (LSAP), Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP), und Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles (DP) betroffen.

Mit dem Chef der Piratenpartei, Sven Clement, hat es außerdem einen prominenten Verfechter der Datensicherheit im Netz getroffen. Auf Twitter gab er seinen Politikerkollegen Mars Di Bartolomeo und Lydia Mutsch Tipps dazu, wie sie überprüfen können, ob sie von dem Datenleck ebenfalls betroffen sind.

Bei weiteren betroffenen Konten ist hingegen nicht sicher, ob es sich dabei um echte Profile handelt, so der „Paperjam“. Dieser Liste seien demnach Bildungsminister Claude Meisch (DP), Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP) und Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) zuzurechnen.

Auch die Daten des EU-Justizkommissars Didier Reynders sowie weiterer ranghoher EU-Beamte und Diplomaten sollen laut „Politico“ im Netz zirkulieren. 

Daten zwischen 2017 und 2018 gestohlen

Wie die nationale Kommission für Datenschutz (CNDP) am Donnerstag in einem Schreiben bestätigt, sei sie derzeit mit der irischen Data Protection Commission (DPC) in Kontakt, um den Vorfällen auf den Grund zu gehen. Da das Datenleck bei Facebook stattfand und der Konzern seinen Sitz in Irland hat, ist die DPC die zuständige Aufsichtsbehörde. Die DPC habe der luxemburgischen Behörde zugesichert, die Akte prioritär zu behandeln und die aus der Untersuchung resultierenden Ergebnisse umgehend an die anderen europäischen Behörden weiterzuleiten. 


Telefonnummern von 420 Millionen Facebook-Nutzern im Netz entdeckt
Facebook hatte bereits eingeräumt, dass die Funktion zur Freunde-Suche nach Telefonnummer missbraucht wurde. Jetzt ist im Internet eine Datenbank mit Einträgen zu hunderten Millionen Nutzern entdeckt worden.

Laut aktuellem Informationsstand seien die Daten zwischen Juni 2017 und April 2018 gestohlen worden. Die Sicherheitslücke, die das Datenleck damals möglich gemacht habe, sei inzwischen geschlossen worden, so die nationale Kommission für Datenschutz in ihrer Mitteilung.

Die irische Behörde präzisiert, von Facebook habe es keine proaktive Kommunikation zu dem Datenleck gegeben. Über „mehrere Kanäle“ habe die Behörde Kontakt zu dem Social-Media-Giganten gesucht und schließlich eine Antwort bekommen.


Datenleck bei Justiz wirft Fragen auf
Erneut sind sensible Daten aus einer Verwaltung an die Öffentlichkeit gelangt - diesmal bei der Justiz.

Der Konzern gab an: „Basierend auf den bisherigen Ergebnissen unserer Untersuchung glauben wir, dass das Daten-Set, dass am Wochenende veröffentlicht wurde, vor Plattformänderungen in den Jahren 2018 und 2019 abgeschöpft wurde.“ Die veröffentlichten Daten seien offenbar von mehreren Drittparteien zusammengetragen worden, weswegen eine umfassende Untersuchung nötig sei, bevor der DPC und den Facebook-Nutzern zusätzliche Informationen mitgeteilt werden könnten.

Online Selbstcheck

Über den Sicherheitsdienst Have I Been Pwned kann man überprüfen, ob man ebenfalls von dem Datenleck betroffen ist. Im Sucheingabe-Feld muss man seine Mail-Adresse oder Telefonnummer in der internationalen Variante angeben. (+352xxxxxxxxx für Luxemburg)

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