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Mehr Zeit für Land und Leute
Parteipräsidentin Corinne Cahen und Premier Xavier Bettel stimmten die DP-Basis auf den  Wahlkampf ein.

Mehr Zeit für Land und Leute

Foto: Christophe Olinger
Parteipräsidentin Corinne Cahen und Premier Xavier Bettel stimmten die DP-Basis auf den Wahlkampf ein.
Politik 19 3 Min. 22.04.2018

Mehr Zeit für Land und Leute

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Mehr als 300 Delegierte hatten am Sonntag den Weg zum DP-Kongress in den Tramsschapp gefunden. Auch wenn das liberale Wahlprogramm noch geheim blieb, so gaben Parteipräsidentin Corinne Cahen und Premier Xavier Bettel doch einen Überblick über die Schwerpunkte.

Die DP will sich dafür einsetzen, dass die Bürger wieder mehr Zeit für sich und ihre Familien haben. Und sie will das "Erfolgsmodell Luxemburg" weiter vorantreiben. Dies waren die Schlagwörter beim Parteitag der DP am Sonntag im Tramsschapp in Limpertsberg. Sowohl   DP-Vorsitzende Corinne Cahen als auch  Premierminister und DP-Spitzenkandidat Xavier Bettel und der frisch gewählte Generalsekretär Claude Lamberty stellten diese Punkte in den Mittelpunkt ihrer Reden.  Immer wieder ging es dabei auch um die Zukunftsgestaltung.

Zwar sei in dieser Legislaturperiode sehr viel passiert, doch man dürfe sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, so das Credo. Für die DP sei Stillstand keine Option, so Cahen: "Wir diskutieren nicht nur, wir treffen auch Entscheidungen. Das ist unsere Devise. Das ist die DP, das sind wir", so die Vorsitzende an die Adresse der mehr als 300 Delegierten und erntete prompt Applaus. 

Auch wenn das Wahlprogramm der Liberalen erst in einigen Wochen druckreif sein wird, so ging die Parteivorsitzende in ihrer halbstündigen Rede doch bereits auf die Schwerpunkte ein. Fünf große Themenbereiche wollen die Liberalen beim Wahlkampf stellen: Arbeit und Leben, Mobilität und Infrastrukturen, die Kinder und die Zukunftsperspektiven, die Wirtschaft und die Finanzen und schließlich die Identität und die Kultur. 

Beim Thema Arbeit und Leben geht es den Liberalen vor allem darum, den Bürgern mehr Flexibilität zu bieten, um den Job und die Familie unter einen Hut zu bringen. Corinne Cahen sprach in dem Zusammenhang von einer "Zeitsouveränität", damit die Menschen wieder selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Die DP werde sich dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Große Chancen sieht die Vorsitzende aber auch im Bereich der Digitalisierung.

Das Mobilitätskonzept

Eine große Zeiteinsparung könnte aber auch erreicht werden, wenn die Leute nicht mehr dauernd im Stau stehen müssten, meinte Cahen weiter. Beim Thema Mobilität setzen die Liberalen auf alle Fortbewegungsmittel, vom Fahrrad über Bus und Bahn, über die Tram bis hin zum Individualverkehr. Und damit der Verkehr möglichst reibungslos läuft, werde man weiter investieren, so die DP-Vorsitzende und stellte einen nationalen Investitionsplan bis 2025 in Aussicht.


19.4. IPO / ITV Corinne Cahen , DP Praesidentin Foto.Guy Jallay
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Und weil  die Investitionen in die Infrastrukturen und in die Sozialmaßnahmen Geld kosten, müssen auch die Finanzen stimmen. Die DP geführte Regierung habe alles daran gesetzt, die Schieflage bei den Staatsfinanzen wieder ins Lot zu bringen, betonten Corinne Cahen und  Xavier Bettel übereinstimmend. Zudem sei es Finanzminister Pierre Gramegna gelungen, Luxemburg aus der Schmuddelecke herauszuführen, in die das Land wegen seiner Steuerpraktiken in der Vergangenheit geraten war, so der Premier. "Wir mussten viel Energie aufwenden, um unsere Vergangenheit zu verteidigen, anstatt uns auf die Zukunft zu fokussieren", so das Resümee des Regierungschefs.

Der Wachstumsdebatte will sich die DP nicht verschließen. Man dürfe Wirtschaft und Umweltschutz nicht gegen einander ausspielen, erklärte Cahen.  "Luxemburg braucht eine nachhaltige Fortschrittspolitik."

Luxemburg als Erfolgsmodell

Es war vor allem Premier Bettel, der sich leidenschaftlich mit dem Thema Identität auseinandersetzte. Für Bettel macht sich der Reichtum des Landes nicht nur an den gesunden Finanzen fest: Luxemburg sei auch deshalb so reich, weil es dem Land immer gelungen sei, Tradition und Moderne zu vereinen. Neben seinen starken Werten und seinen Traditionen sei das Land auch weltoffen und mehrsprachig. Bettel will sich denn auch das "Luxemburger Modell" von niemanden madig machen lassen. 

Nachdem Marc Ruppert im November zurückgetreten war, hatte Claude Lamberty das Amt des DP-Generalsekretärs ad interim übernommen. Am Sonntag wurde er nun mit 91,6 Prozent der Delegiertenstimmen offiziell  bestätigt.







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