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Mehr Bio für Luxemburg gefordert
Politik 2 Min. 03.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehr Bio für Luxemburg gefordert

Befürworter der biologischen Landwirtschaft führen unter anderem die aus ihrer Sicht besseren Haltungsbedingungen für Nutztiere ins Feld.

Mehr Bio für Luxemburg gefordert

Befürworter der biologischen Landwirtschaft führen unter anderem die aus ihrer Sicht besseren Haltungsbedingungen für Nutztiere ins Feld.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 03.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehr Bio für Luxemburg gefordert

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
In der Chamber ist man sich einig, dass die Biolandwirtschaft ausgebaut werden soll. Um wie viel und wie schnell, daran scheiden sich die Geister.

In sechs Jahren soll sich die Fläche, auf der biologische Landwirtschaft betrieben wird, um mehr als das Vierfache vergrößert haben. Macht sie im Jahr 2019 noch lediglich vier  Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche aus, soll sich ihr Anteil im Jahr 2025 bereits auf 20 und 2050 auf 100 Prozent belaufen. Dieses ambitionierte Ziel hat die Regierung in ihrem Koalitionsabkommen festgehalten. Den Weg dorthin soll ein Aktionsplan weisen.

100 Prozent Bio im Jahr 2050

Angesichts der Tatsache, dass bereits jetzt viele Bioprodukte importiert würden, existiere in Luxemburg  das Potenzial für eine komplett biologische Landwirtschaft, meinte François Benoy (Déi Gréng) am Mittwoch In der Chamber  im Rahmen einer Orientierungsdebatte zum Thema Bio-Landwirtschaft. Dies obwohl sich laut einer von Benoy selbst zitierten Studie momentan die Hälfte aller Bauern einen Umstieg nicht einmal vorstellen kann. Der Umstieg sei allerdings mit Blick auf die Umwelt notwendig, denn die  konventionelle Landwirtschaft wirke sich schädlich auf die Biodiversität im Land aus. Benoy warb ebenfalls für eine Diversifizierung der Landwirtschaft, hin zu mehr Gemüse- und Obstanbau. Momentan werden vor allem auf Fleisch und Milch produziert.


Bio Landwirtschaft - Hühner - Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Bio-Wahn
Die Grünen wollen bis 2050 100 Prozent Biolandwirtschaft. Sie ignorieren damit allerdings wirtschaftliche Realitäten.

Auch Martine Hansen (CSV) spricht sich für mehr Biolandwirtschaft aus, hält die von der Regierung gesteckten Ziele aber weder für sinnvoll noch realistisch. Sie störte sich vor allem daran, dass biologische und konventionelle Landwirtschaft stets als konkurrierende Modelle dargestellt würden. Man müsse weg vom jetzigen Gegeneinander und hin zu einem Miteinander. Hauptziel müsse eine umweltschonende und ressourceneffiziente Landwirtschaft sein.

Rindfleisch, statt Obst und Gemüse

Mit Blick auf die von Benoy angeregte Förderung des Obst- und Gemüseanbaus gab Hansen zu bedenken, dass dafür besonders viel Wasser benötigt werde, was angesichts der immer öfter vorkommenden Dürreperioden problematisch sei. In ihren Augen birgt der Rindfleischsektor das größere Potenzial. Der Markt für Biomilch sei hingegen übersättigt und deren Herstellung daher defizitär. Vor diesem Hintergrund müsse die Teilumstellung verstärkt gefördert und nicht nur als Zwischenetappe betrachtet werden.

Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) kündigte an, dass der Bioaktionsplan spätestens bis zum 23. September ausgearbeitet sein soll. In den vergangenen Monaten habe es bereits viele Gespräche mit Akteuren aus der Branche gegeben. Am 11. Juli soll es dann zu einem abschließenden Gedankenaustausch kommen. Im Anschluss daran werde innerhalb des Ministeriums eine Synthese der Ergebnisse erstellt.


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