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Maximal 15 Schüler pro Klasse
Politik 2 Min. 11.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Maximal 15 Schüler pro Klasse

Wer als Lehrervertretung arbeiten möchte, sollte sich einem Sprachtest unterziehen, bevor er zum Stage zugelassen wird, findet die Lehrergewerkschaft SNE.

Maximal 15 Schüler pro Klasse

Wer als Lehrervertretung arbeiten möchte, sollte sich einem Sprachtest unterziehen, bevor er zum Stage zugelassen wird, findet die Lehrergewerkschaft SNE.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 11.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Maximal 15 Schüler pro Klasse

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Lehrergewerkschaft SNE hat sich bei ihren Mitgliedern umgehört, deren Wünsche und Beschwerden gesammelt und daraus einen Forderungskatalog erstellt. An oberster Stelle steht die zunehmende Gewalt in den Schulen.

Wenn Bildungsminister Claude Meisch Reformen im Grundschulwesen plante, hat er sich im Vorfeld immer mit dem Lehrersyndikat SNE besprochen und sich die schriftliche Zustimmung der Gewerkschaft geholt. Die Bildungsreformen wurden also alle vom SNE mitgetragen. Das bedeutet aber nicht, dass die Gewerkschaft nun rundum zufrieden ist.

Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen hat das Syndicat national des enseignants einen Forderungskatalog erstellt und lässt ihn dem Unterrichtsminister sowie den einzelnen Parteien zukommen. Darin wimmelt es nur so von kleineren und größeren Anliegen, die der Gewerkschaft auf der Seele brennen.

Angefangen beim Thema Gewalt in der Schule. Wie SNE-Präsident Patrick Remakel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Katalogs erklärte, sei Gewalt, insbesondere Mobbing, kein Randphänomen mehr, sondern Alltag in vielen Schulen. Hier liegt dann auch der Schwerpunkt des Forderungskatalogs.

Mehr Spezialisten

Um der Entwicklung Einhalt zu gebieten, fordert der SNE zum einen die zügige Bereitstellung der versprochenen 150 spezialisierten Lehrer (IEBS) sowie weitere Spezialisten, sollte sich herausstellen, dass ein IEBS pro Schule nicht ausreicht. Damit die spezialisierten Lehrer ihrer eigentlichen Arbeit in der Klasse nachgehen können, müsse der administrative Aufwand (Formulare und Dokumente ausfüllen) auf ein Minimum reduziert werden, so Remakel.

Darüber hinaus fordert der SNE die Schaffung von Präventions- und Interventionsstrukturen in den Schulen, die bei Problemen sofort eingreifen können. Die Ansiedlung von Fachkräften wie Psychologen, Erzieher, Sozialarbeiter usw. in den Schulen erlaube ein unkompliziertes und sofortiges Handeln. Momentan sind die Hilfsstrukturen - die Equipes de soutien aux élèves à besoins spécifiques (ESEB) - auf der Ebene der Regionaldirektionen angesiedelt und deren Einsatz wird über eine administrative Prozedur geregelt. Diese Prozedur müsse vereinfacht und die ESEB müssten personell aufgestockt werden, so Remakel.

Referendariat

In Bezug auf das Referendariat wurden zwei Forderungen bereits erfüllt: die Kürzung auf zwei Jahre und die Abschaffung der 80/80/90-Regelung. Bleibt noch die Forderung, das Referendariat auch inhaltlich zu entschlacken und daraus ein Referendariat "sur mesure" zu machen, "bei dem jeder Referendar sich die Module aussucht, die er für wichtig erachtet, um seine Grundausbildung zu vervollständigen", so der SNE-Vorsitzende.  

Lehrermangel

Die Gewerkschaft sorgt sich auch um die Qualität der Lehrkräfte, die als Lehrervertretung rekrutiert werden und Teil der sogenannten "Réserve des suppléants" sind. Sie möchte, dass die Kandidaten sich einem Sprachtest (Deutsch und Französisch) unterziehen, bevor sie zum Stage zugelassen werden. Auf diese Wiese soll sichergestellt werden, dass sie über ausreichend gute sprachliche Fähigkeiten verfügen. Außerdem müsste die Réserve des suppléants aufgestockt werden.

Lehrerkontingent

Das im Zuge der Reform 2009 eingeführte Lehrerkontingent war immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die Berechnung des Kontingents, also der bereitgestellten Unterrichtsstunden pro Schule, sei nach wie vor problematisch, meinte Remakel. Die Berechnungsmethode würde besonders kleine Schulen benachteiligen. Um eine gute Unterrichtsqualität zu gewährleisten, dürfte der Klassendurchschnitt nach Meinung des SNE die Zahl von 15 Schülern nicht überschreiten.

Übertriebener Bürokratismus

Seit der Einführung der Regionaldirektionen hat der administrative Aufwand in den Schulen zugenommen. Das Bildungsministerium hatte die Überarbeitung und Entschlackung der Formulare und Anweisungen bereits für März versprochen, doch bis heute hat sich in dieser Angelegenheit nichts getan. Der SNE fordert den Abbau von übertriebenen administrativen Prozeduren.


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