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„Maßnahmenpaket ist angemessen“
Politik 06.04.2022
Serge Allegrezza

„Maßnahmenpaket ist angemessen“

Allegrezza leitet das statistische Amt.
Serge Allegrezza

„Maßnahmenpaket ist angemessen“

Allegrezza leitet das statistische Amt.
Foto: Steve Eastwood
Politik 06.04.2022
Serge Allegrezza

„Maßnahmenpaket ist angemessen“

Der Statec-Direktor äußerte sich zum Tripartite-Abkommen und zur Energieabhängigkeit.

(TJ) – Der Direktor des statistischen Amtes Statec, Serge Allegrezza, bezeichnete das im Rahmen der Tripartite beschlossene Maßnahmenpaket im Interview auf Radio 100,7 als „angepasst bis generös“. 

Besonders die einkommensschwachen Teile der Gesellschaften bekämen den durch die Inflation und die explodierenden Energiepreise erlittenen Kaufkraftverlust ersetzt. Der Statec hatte im Vorfeld der Gespräche die gestiegenen Preise und die Lohnentwicklung abgewogen und seine Empfehlungen ausgesprochen. Die Produktivitätssteigerungen in den Unternehmen hätten zusätzliche Indextranchen im laufenden Jahr nicht gerechtfertigt, so Allegrezza weiter. Auch die aktuellen Prognosen und Unsicherheiten deuten für ihn in diese Richtung. Die Vorgehensweise der Regierung sei daher verständlich.

„Irrationale“ Akteure

Ein komplettes Embargo auf russischen Energieimporten käme einem „Katastrophenszenario“ gleich, so der Experte. Dies würde eine weitere Explosion der Kosten bedeuten. Aus verständlichen Gründen habe man ein solches Szenario in die Prognosen nicht einbezogen, es sei ein weiterer Unsicherheitsfaktor in einer ohnehin prekären Lage.


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Auch wenn man die potenziellen Auswirkungen bislang noch nicht durchgerechnet habe, müsse man die Eventualität im Auge behalten, zu irrational seien die Akteure im aktuellen Konflikt. 

Der Statec geht für 2023 von einer Beruhigung der Inflation aus – vorausgesetzt, die Energiepreise gehen wieder auf ein „normales“ Level zurück. Dennoch befinde man sich in einer Ausnahmesituation und müsse in alle Richtungen denken. 

Luxemburg bezieht nach Einschätzung des Energieministeriums derzeit maximal 25 Prozent seines Gases aus Russland, man sei aber nicht abhängig davon, wie Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) am Dienstag erklärte. Die Idee eines kompletten Verzichts auf russische Energieimporte ist auf EU-Ebene derzeit noch nicht konsensfähig, die Kommission will am Mittwoch aber über einen Verzicht auf Kohle aus Russland entscheiden.

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