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Martine Hansen: "Transparenz tut manchmal weh"
Politik 2 Min. 06.04.2021

Martine Hansen: "Transparenz tut manchmal weh"

Fraktionschefin Martine Hansen mit dem ehemaligen Parteichef Frank Engel. Seit einer Weile herrscht Funkstille.

Martine Hansen: "Transparenz tut manchmal weh"

Fraktionschefin Martine Hansen mit dem ehemaligen Parteichef Frank Engel. Seit einer Weile herrscht Funkstille.
Archivfoto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 06.04.2021

Martine Hansen: "Transparenz tut manchmal weh"

Die Frëndeskrees-Affäre habe schwierige Zeiten für die CSV eingeläutet, so Fraktionschefin Hansen. Im Parteikongress sieht sie einen Neuanfang.

(SC) - Am Dienstagmorgen war die CSV-Fraktionschefin Marine Hansen zu Gast bei RTL und sprach über die rezenten Entwicklungen innerhalb der Partei. Seit rund drei Wochen steht die CSV ohne Parteichef da, nachdem die Frëndeskrees-Affäre rund um den ehemaligen CSV-Chef Frank Engel ans Licht gekommen war. „Wir sind in schwierigen Zeiten und das hätten wir uns alle gerne erspart. Aber ich blicke positiv in die Zukunft.“ 


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CSV-Abgeordnete hatten den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet - laut Hansen hatten sie in der Angelegenheit keine andere Möglichkeit. „Die Strafprozessordnung ist klar. Abgeordnete haben eine Meldepflicht, sobald nur der Verdacht besteht, dass eine strafrechtliche Tat vorliegen könne.“ Es sei keine Bauchentscheidung gewesen. Auch ein unabhängiges Rechtsgutachten kam zu dem Schluss, dass der Vorfall aufgrund der Meldepflicht weitergeleitet werden müsse.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Die Fraktionschefin fand klare Worte: „Transparenz tut manchmal weh.“ Allerdings hätte Untätigkeit auf lange Sicht noch mehr weh getan. „Man kann nicht alles intern unter den Teppich kehren“, so Hansen am Dienstagmorgen. Sie selbst sei in der Affäre noch nicht angehört worden. Zu dem ehemaligen Parteichef habe sie seit einer Zeit nun keinen Kontakt mehr gehabt.

„Neubeginn“ am Parteikongress

Am 24. April findet der Parteikongress statt - Hansen sieht darin einen Neuanfang für die CSV. Davor will die Partei jedoch reinen Tisch machen. Ein unabhängiger Finanzaudit wurde daher in Auftrag gegeben, um die Parteifinanzen zu durchleuchten. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen werden noch vor dem Kongresstag erwartet. 

Als eingetragenes Mitglied der Asbl Frëndeskrees war auch Fraktionschefin Hansen bei der Generalversammlung dabei, die den Stein in der Affäre ins Rollen brachte. Bereits zuvor habe es Gerüchte gegeben - handfeste Informationen seien allerdings nicht in Erfahrung zu bringen gewesen. Trotzdem sei sie nicht auf das gefasst gewesen, was sie bei der Versammlung hörte: „Ich bin fast von Stuhl gefallen, als wir da saßen und diese Dinge erfahren haben.“


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Wer für die Leitung der Parteispitze kandidieren wird, konnte Hansen noch nicht verraten. Claude Wiseler sei aktuell im Gespräch mit mehreren Abgeordneten und arbeite an der Erstellung eines neuen Führungsteams. Eine doppelte Parteispitze sei eine Option für die Zukunft, momentan sei dies in den Parteistatuten jedoch noch nicht vorgesehen. Vor Freitag solle das neue Team noch vorgestellt werden können, so Hansen. Teamgeist solle in der Neuaufstellung großgeschrieben werden.

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