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LuxLeaks-Affäre: PwC: "Es ist alles legal"
Politik 2 Min. 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv

LuxLeaks-Affäre: PwC: "Es ist alles legal"

PwC Luxemburg sagt, die Unternehmensberatung habe geltendes Recht beachtet.

LuxLeaks-Affäre: PwC: "Es ist alles legal"

PwC Luxemburg sagt, die Unternehmensberatung habe geltendes Recht beachtet.
Guy Jallay
Politik 2 Min. 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv

LuxLeaks-Affäre: PwC: "Es ist alles legal"

Die Unternehmensberatung PwC Luxembourg reagiert auf die LuxLeaks-Enthüllungen: Sie habe ihren Kunden Ratschläge erteilt, die das geltende Recht respektieren. Die nun veröffentlichten Unterlagen stammten wahrscheinlich aus dem eigenen Haus.

(ks/lc) - Die Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers (PwC) Luxembourg hat am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz auf die LuxLeaks-Enthüllungen reagiert. "Wir beraten unsere Kunden über die beste Art und Weise, wie sie ihren steuerlichen Verpflichtungen nachkommen können", erklärte Didier Mouget, Managing Partner bei PwC Luxembourg. "Alles, was in Luxemburg geschieht, ist legal."

Er zeigte sich sichtlich erbost angesichts der zahlreichen Kritik an der Steuerpraxis im Großherzogtum. Das so genannte "tax ruling" sei keine luxemburgische Eigenart: "Derzeit ist Großbritannien das dynamischste Land in Sachen Steuerinnovation." Länder wie Irland oder die Niederlande seien ebenfalls dafür bekannt, Unternehmen fiskale Vorteile zu bieten. "Zu sagen, Luxemburg habe das Monopol auf Steueroptimierung, würde dem Land zu große Ehren bereiten und wäre nicht wahr."

Zu einzelnen Unternehmen, die PwC beriet, wollte die Beratungsfirma keine Stellung nehmen. "Unsere Kundenbeziehungen zeichnen sich durch strikte Vertraulichkeit aus."

Managing Partner Didier Mouget wollte keine Angaben darüber machen, um wen es sich bei dem Whistleblower genau handelt.
Managing Partner Didier Mouget wollte keine Angaben darüber machen, um wen es sich bei dem Whistleblower genau handelt.
Anouk Antony

Die aufgetauchten Dokumente stammten aus der Zeitspanne von 2002 bis 2010 und "reflektieren daher nicht den aktuellen Stand der lokalen und internationalen Steuerregeln und -praxis", erklärte PwC. "Luxemburg ist den internationalen Entwicklungen gefolgt und hat seinen Rahmen angepasst", sagte Mouget. Die Beratungsgesellschaft fordert eine Klärung der internationalen Steuernormen. Dass Firmen sich jene Länder aussuchen, in denen sie möglichst geringe Abgaben zahlen müssen, sei nichts Ungewöhnliches und durchaus legitim, meinte der Managing Partner: "Ein Unternehmen muss seine Aktivitäten als Gruppe so strukturieren, dass die Steuerlast möglichst gering ist." Dazu sei es gegenüber den eigenen Mitarbeitern und Anteilseignern verpflichtet.

Whistleblower vermutlich aus dem eigenen Haus

Die Beratungsfirma bestätigte, dass die nun veröffentlichten Unterlagen sehr wahrscheinlich aus dem eigenen Haus stammen. Im Jahr 2012 verwendete der französische Journalist Edouard Perrin das Material bereits für zwei Dokumentationen auf France 2. Auch die BBC nutzte die Quelle.

Intern suchte PwC 2012 nach dem Whistleblower, erstattete Anzeige wegen Diebstahl und Hehlerei und gab die Ergebnisse an die luxemburgische Justiz weiter, die seitdem ermittelt. PwC wollte am Donnerstag keine Angaben darüber machen, ob es sich um einen internen Mitarbeiter handelt oder ob eine Person von extern auf die Daten Zugriff erlangte.

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