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LUXEOSys: Bausch präsentiert Budget
Politik 2 Min. 13.07.2020

LUXEOSys: Bausch präsentiert Budget

Ein Modell des sich im Bau befindlichen Satelliten.

LUXEOSys: Bausch präsentiert Budget

Ein Modell des sich im Bau befindlichen Satelliten.
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 13.07.2020

LUXEOSys: Bausch präsentiert Budget

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Der Verteidigungsminister legt der parlamentarischen Budgetkontrollkommission die Zahlen rund um den Observationssatelliten vor.

Höchstens 138,3 Millionen und bestenfalls 117,7 Millionen Euro fallen an Zusatzkosten für den Observationssatelliten LUXEOSys an. Diese Zahlen, die Teil eines Gutachtens der Unternehmensberatungsfirma PriceWaterhouseCoopers sind, präsentierte Verteidigungsminister François Bausch (Déi Gréng) am Montag während einer Pressekonferenz. 

Der Großteil dieser Mehrkosten, nämlich 67,1 Millionen Euro, ist auf Elemente zurückzuführen, die im ursprünglichen Gesetzestext überhaupt nicht vorgesehen waren. 58,7 Millionen Euro gehen auf falsche Hypothesen zurück und gerade einmal neun Millionen fließen in Verbesserungen am ursprünglichen Projekt.  

Daneben gab es auch eine ganze Reihe technischer Erklärungen. So umrundet der Satellit die Erde in einer Höhe von 450 Kilometern täglich 15 Mal und liefert in demselben Zeitraum 100 hochaufgelöste Fotos. Auf diesen Bildern kann die Anzahl von Personen auf einem bestimmten Gebiet ermittelt werden, jedoch nicht deren Identität. Es dauert mindestens 17 Stunden, bis auf ein Foto zurückgegriffen werden kann. 

Antenne in Norwegen angemietet

Um den Betrieb gewährleisten zu können, werden drei Antennen benötigt. Zwei werden im belgischen Redu erbaut und gehören dann dem luxemburgischen Staat, eine weitere wird im norwegischen Svalbard angemietet. Laut Bausch war diese im ursprünglichen Projekt gar nicht vorgesehen, dabei wird sie benötigt um tatsächlich 100 Bilder pro Tag liefern zu können. 

Der Minister erklärte auch, warum die beiden in Redu zu errichtenden Antennen nicht auf dem Herrenberg gebaut werden können. Dies einerseits, weil man den dafür benötigten Platz zur Errichtung von Gebäuden brauche und der Platz auf dem Militärgelände nahe Diekirch sehr begrenzt sei sowie andererseits, weil dafür eine ganze Reihe von Bäumen gefällt werden müssten. 

 Geoffroy Beaudot aus dem Verteidigungsministerium präzisierte, wie sich das „Bodensegment“ des Projekts aufteilt. Dieses besteht aus einem Data Processing Centre (DPC), einem Mission Perating Centre (MOC), einem Payload Ground Centre (PGC) sowie dem NAOS Data Centre (NDC). Am 23. Juli wird Bausch das Gesetzesprojekt im Ministerrat vorlegen, anschließend geht es zur Begutachtung an den Staatsrat. Im ursprünglichen Projekt war vorgesehen, das DPC und das MOC in Diekirch anzusiedeln, ohne jedoch die Durchführbarkeit zu prüfen oder ein Budget vorzusehen.

„Es wurde schlampig gearbeitet“  

Vor der Pressekonferenz hatte er bereits der parlamentarischen Budgetkontrollkommission Rede und Antwort gestanden. Im Anschluss daran hielt sich die Ausschussvorsitzende Diane Adehm (CSV) bedeckt, was die Position ihrer Partei angeht. Man werde in der Fraktion beraten, ob man für oder gegen das Projekt stimme, beide Optionen lägen aber noch auf dem Tisch. 

Auch André Bauler (DP) wollte sich noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, deutete aber eine Zustimmung der Liberalen an. Angesichts der bereits getätigten Investitionen könne man nicht einfach aus dem Projekt aussteigen. 


Politik, Interview François Bausch Observationssatellit, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Bausch: Stehe hinter dem Projekt LUXEOSys
Im Interview erklärt Verteidigungsminister François Bausch (Déi Gréng) warum ein Observationssatellit Luxemburg gut zu Gesicht stehen würde.

„Aus den Dokumenten geht hervor, dass ganz schlampig gearbeitet worden ist“, so Marc Baum (Déi Lénk) in Bezug auf den Anfangszeitraum des Projekts im Jahr 2018. 

Seine Partei lehne das Projekt ohnehin ab, da Luxemburg damit zu einer Partei in militärischen Konflikten werde, da er Bilder von Kriegsgebieten schieße, die dann an Partner zur Verwendung geliefert würden.

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