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Asselborn legt sein Mandat nicht nieder
Politik 28.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Luxemburgs Außenminister setzt Gerüchten ein Ende

Asselborn legt sein Mandat nicht nieder

Außenminister Jean Asselborn will auf der internationalen Bühne weitere Türen für Luxemburg öffnen.
Luxemburgs Außenminister setzt Gerüchten ein Ende

Asselborn legt sein Mandat nicht nieder

Außenminister Jean Asselborn will auf der internationalen Bühne weitere Türen für Luxemburg öffnen.
Foto: AFP
Politik 28.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Luxemburgs Außenminister setzt Gerüchten ein Ende

Asselborn legt sein Mandat nicht nieder

Am Ende der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft schließt Jean Asselborn einen Rückzug aus der Politik aus. Der dienstälteste EU-Außenminister verspürt keine Amtsmüdigkeit.

Zum Jahreswechsel übernehmen die Niederlande den EU-Vorsitz von Luxemburg. Für die luxemburgischen Regierungsmitglieder waren die vergangenen sechs Monate arbeitsintensiv. "Meine Batterien sind platt. Ich brauche jetzt mindestens acht Tage, an denen ich mich irgendwie erholen kann", vertraute Außenminister Jean Asselborn dem "Tageblatt" an.

"Wenn man amtsmüde ist, soll man aufhören", hatte Luxemburgs Diplomatenchef bereits 2006 in einem Zeitungsinterview offenbart. Trotz des hohen Arbeitspensums will Asselborn sein Ressort jedoch auch künftig weiterleiten. Vor dem Beginn der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft hatte die einheimische Presse berichtet, Asselborn denke darüber nach, sein Mandat als Außenminister am 31. Dezember 2015 niederzulegen.

Die Gerüchte erweisen sich nun als falsch. Der 66-jährige LSAP Politiker aus Steinfort stellt klar, dass er am Höhepunkt seiner Popularität seine politische Laufbahn fortsetzen möchte: "Ich trete selbstverständlich nicht zurück. Ich setze mich weiterhin für Luxemburg als Außenminister ein".

Weltweit wolle er dem Großherzogtum noch viele Türen öffnen,  so Asselborn, der seit 2004 an der Spitze seines Ressorts steht. Die internationale Politik lebe von persönlichen Beziehungen. Während der Présidence  und auch in denen Monaten, als Luxemburg Mitglied des UN-Sicherheitsrats war, habe er zahlreiche Kontakte geknüpft und Netzwerke aufgebaut, sagt der dienstälteste Außenminister der Europäischen Union, für den ein Rücktritt demnach nicht infrage kommt.

Dennoch will sich Jean Asselborn eine kleine Auszeit gönnen. Eigenen Angaben zufolge verbrachte er während der Présidence 70 Prozent seiner Zeit im Ausland. Freie Tage habe er im vergangenen Halbjahr keine gehabt.

Im Gegensatz zu anderen Amtskollegen stehe ihm kein Privatjet zur Verfügung, so dass er wie alle anderen Passagiere Wartezeiten an den Flughäfen über sich ergehen lassen müsse. Die mehrfache Belastung gleicht Asselborn durch seine Fahrrad-Touren aus: "Ab und zu habe ich das Gefühl zu ersticken, wenn mir der sportliche Ausgleich fehlt."



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