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Luxemburgisch als erste Amtssprache: "Keine rassistischen und ausländerfeindlichen Aussagen"
Die Petition 698 tritt dafür ein, dass die luxemburgische Sprache einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erhält.

Luxemburgisch als erste Amtssprache: "Keine rassistischen und ausländerfeindlichen Aussagen"

Foto: FEWA
Die Petition 698 tritt dafür ein, dass die luxemburgische Sprache einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erhält.
Politik 2 Min. 19.09.2016

Luxemburgisch als erste Amtssprache: "Keine rassistischen und ausländerfeindlichen Aussagen"

Maxime LEMMER
Die Petition zum Thema "Luxemburgische als Amtssprache" erregt in den sozialen Medien die Gemüter. Inzwischen weist der Initiator gegen ihn gerichtete Vorwürfe entschieden zurück.

(ml) - Der Erfolg der Petition Nummer 698 über die Einführung des Luxemburgischen als erste Amtssprache und Nationalsprache für alle Einwohner ist unaufhaltsam. Bis Montagmorgen wurden bereits mehr als 11.600 Unterschriften gesammelt. Schon nach fünf Tagen stand fest, dass die Petition das nötige Quorum für eine Debatte im Parlament erreicht hat.

In den sozialen Netzwerken schlägt die Eingabe derzeit hohe Wellen. Schon jetzt erreicht sie eine zunehmende politische Dimension. Auch in den traditionellen Medien haben zahlreiche Journalisten das Thema aufgegriffen und ausgiebig kommentiert. Inzwischen hat sich der Initiator auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet.

"Keine Sprache soll abgewertet werden"

Lucien Welter zeigt sich überrascht darüber, dass das Thema derart viele Menschen beschäftigt. In den vergangenen Tagen sei ihm allerdings nicht nur Zustimmung sondern auch "Hass" entgegen geschlagen. "Ich distanziere mich von jeglichen rassistischen, populistischen und ausländerfeindlichen Aussagen", stellt Welter klar.

Ziel der Petition sei es gewesen, die luxemburgische Sprache aufzuwerten und nicht andere Menschen auszuschließen. Hierzulande müsse die einzigartige Sprachen- und Kulturvielfalt bewahrt bleiben. Keineswegs gehe es darum, die anderen Sprachen, die in Luxemburg benutzt werden, abzuwerten oder zu diskreditieren. Falls es Personen gebe, die seine Petition nutzen würden, um rechtes Gedankengut zu verbreiten, würde er sich davon klar distanzieren, unterstreicht Lucien Welter.

"Erlogene Theorien"

Statt darüber zu streiten, ob jemand, der sich für die Sprache einsetzt, eine rechte oder linke Ideologie vertritt, sollte man die Frage aufwerfen, warum das Thema die Gemüter dermaßen erhitzt, meint Sven Clement, der Präsident der Piratenpartei. Falsch sei es auf simplistische, populistische oder erlogene Theorien zu setzen.

Die Vereinigung "Actioun Lëtzebuergesch" hat bis jetzt noch nicht Stellung zur Petition 698 bezogen. "Wir wollen uns zunächst kritisch mit dem Thema auseinandersetzen und nicht blindlings auf jeden Zug springen, auf dem 'Lëtzebuergesch' steht", heißt es in einem Facebook-Eintrag.

Neuer Rekord

Die Petition 698 kann noch bis zum 24. Oktober unterschrieben werden. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der bisherige Rekordhalter bald Geschichte sein wird: Die Petition 621 zum Schließen des Kernkraftwerks in Cattenom wurde von lediglich 10.007 Menschen unterstützt.

Auf weitaus weniger Interesse stößt übrigens die Petition 703, die dafür eintritt, die Monarchie durch eine Republik zu ersetzen. Bis jetzt wünschen sich lediglich 540 Bürger eine neue Staatsform.

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