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Luxemburger Kirche feiert 2020 Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"
Politik 6 3 Min. 03.12.2019

Luxemburger Kirche feiert 2020 Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"

Kardinal Jean-Claude Hollerich (2.v.l.) und die Mitglieder der Arbeitsgruppe Renée Schmit, Georges Hellinghausen und Tom Kerger (v.l.) stellen das Jubiläumsprogramm vor.

Luxemburger Kirche feiert 2020 Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"

Kardinal Jean-Claude Hollerich (2.v.l.) und die Mitglieder der Arbeitsgruppe Renée Schmit, Georges Hellinghausen und Tom Kerger (v.l.) stellen das Jubiläumsprogramm vor.
Gerry Huberty
Politik 6 3 Min. 03.12.2019

Luxemburger Kirche feiert 2020 Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Wenn die Luxemburger Post die Kirche mit einer Briefmarke ehrt, steht ein besonderer Anlass bevor. Mit rund 50 Veranstaltungen feiern die Katholiken im Großherzogtum 2020 das runde Jubiläum „150 Joer Diözes Lëtzebuerg“.

Mit einem breiten Angebot von historischen Konferenzen über Entdeckungstouren bis zu Pilgerreisen begehen die Katholiken im Großherzogtum im kommenden Jahr ein rundes Jubiläum. „Es ist wirklich eine große Freude für die Luxemburger Kirche, dass wir 150 Jahre Bistum feiern können“, sagte Kardinal Jean-Claude Hollerich am Dienstagnachmittag bei der Vorstellung des Programms.

Seit anderthalb Jahrhunderten habe die Kirche als eigenständige Diözese das Land auf starke Weise geprägt, sagte der Erzbischof. Nach einer Zeit vieler Veränderungen wolle das Bistum sein Jubiläum unter dem Motto „Zesumme Kierch sinn“ in aller Einfachheit feiern. Es gelte, „ein aktiver und wichtiger Akteur in der Luxemburger Gesellschaft für mehr Frieden und mehr Gerechtigkeit“ zu sein, so Hollerich.

Luxemburger Territorium gehörten einst bis zu sieben Diözesen an

Eine Arbeitsgruppe der Bistumsverwaltung unter Leitung von Dompropst Georges Hellinghausen hat etwa 50 Veranstaltungen zusammengetragen. Der Historiker ist Experte zur Geschichte der Luxemburger Kirche; er veröffentlicht 2020 ein neues Buch über deren Entwicklung in den vergangenen zwei Jahrhunderten. „Vom Mittelalter an war das Gebiet von Luxemburg auf sechs bis sieben verschiedene Diözesen, besonders Trier und Lüttich, aufgeteilt“, erklärte Hellinghausen. Schon im 15. Jahrhundert habe es Pläne zur Bildung eines Luxemburgischen Bistums gegeben, doch diese seien durch die mächtigen Fürstbischöfe von Trier und Lüttich sowie durch die Äbte etwa von Münster und Echternach hintertrieben worden, die ihren Einfluss nicht verlieren wollten.

„Die Französische Revolution zerschlägt ab 1795 die alten kirchlichen Strukturen und macht den Weg frei für eine eigenständige Luxemburger Kirche“, so Hellinghausen. Zunächst gehörte Luxemburg von 1801 an zur Diözese Metz, von 1823 dann an zum Bistum Namur. 1840 wurde im neu entstandenen Großherzogtum ein Apostolisches Vikariat, die Vorstufe zum Bistum, gegründet. 1870 wurde Luxemburg dann unter Bischof Nikolaus Adames ein Bistum, das 1988 in den Rang eines Erzbistums erhoben wurde.

Über seine Forschungen informiert Hellinghausen am 17. März und am 2. April bei Konferenzen in Belair und Ulflingen. Eine weitere Tagung präsentiert die Forschungen des jungen Historikers Paul Toschi über die Luxemburger Bistumsfrage als Kulturkrieg im Spiegel der Presse von 1870 bis 1873. Der  Historiker Robert L. Philippart informiert am 22. September über den Ausdruck des Glaubens in der Architektur der Kathedrale. Zudem gibt es am 1. Mai eine Konferenz in Clerf über die Bedeutung der Benediktinerabtei für die Diözese, die der dortige Abt Michel Jorrot leitet.



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Darüber hinaus sind viele weitere Einzelaktionen geplant. Die Ordensgemeinschaften gestalten am 2. Februar einen „Tag des geweihten Lebens“. Am 22. März wird ein Comic über die verborgenen Pilgerorte im Großherzogtum vorgestellt. Für Mitarbeiter und kirchlich Engagierte gibt es Weiterbildungsangebote, in den einzelnen Pfarreien und Klöstern gibt es spirituelle Angebote. Weihbischof Leo Wagener leitet am 8. April einen vorösterlichen Einkehrtag.

Am 22. April wird die zentrale Bistumshomepage cathol.lu erneuert. Am 5. Mai gibt die Luxemburger Post eine Briefmarke zum Jubiläum heraus. Am 14. Juni gibt die Maîtrise der Kathedrale ein Konzert.

Vier Pilgerfahrten zu den Oberammergauer Passionsspielen

„Zusammen Kirche sein, das wollen wir auch bei den vier Pilgerreisen“, sagte die für Pilgerfahrten bei der Verwaltung Verantwortliche Renée Schmit. Zwischen Mai und Oktober werden diese von den einzelnen Dekanaten sowie dem Pilgerservice angeboten. Das Ziel sind die nur alle zehn Jahre aufgeführten Passionsspiele im bayerischen Oberammergau.


Das offizielle Logo zum Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"
Das offizielle Logo zum Jubiläum "150 Joer Diözes Letzebuerg"
Erzbistum Luxemburg

Vor allem an Schulklassen und Katechesegruppen richtet sich das Angebot einer Entdeckungstour durch die Stadt Luxemburg zu lebenden und verschwundenen Glaubensorten. Die Echternacher Springprozession am 2. Juni steht im Zeichen von „Zehn Jahren Unesco-Weltkulturerbe“. Die Aktionen „Reech eng Hand“, die Caritas und das Tricentenaire führen Sozialprojekte durch.

Zentraler Bestandteil des Jubiläumsprogramms ist die Jubiläums-Oktave vom 2. bis 17. Mai mit einer Ausstellung in der Kathedrale über die verschiedenen Aktivitätsbereiche der Diözese.

Mehr Infos gibt es auf cathol.lu/150joer  


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