Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburger Jugendparlament: Jung und resolut
Politik 10.07.2015 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Jugendparlament: Jung und resolut

Jugendparlamentarier beim Empfang in der Abgeordnetenkammer am 10. Juli 2015.

Luxemburger Jugendparlament: Jung und resolut

Jugendparlamentarier beim Empfang in der Abgeordnetenkammer am 10. Juli 2015.
Foto: Chambre des Députés
Politik 10.07.2015 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Jugendparlament: Jung und resolut

Kurz vor der Sommerpause lud die Abgeordnetenkammer am Freitag Vertreter des Jugendparlaments zum Ideenaustausch ein. Ideen gab es reichlich, nur die Zeit war knapp.

(iw) - Dass ihnen das fakultative Wahlrecht ab 16 Jahren am 7. Juni nicht wie erhofft zugesprochen wurde, bremst sie kaum in ihrem Eifer: Am Freitag wurde das Luxemburger Jugendparlament von der Präsidentenkonferenz in der "Chamber" empfangen. Es galt, nach dem alljährlichen Gipfel im Juli das Ergebnis monatelanger Arbeit sowohl den Abgeordneten als auch der Presse vorzustellen - obschon die Zeit dafür knapper ausfiel als geplant: Der Raum war 30 Minuten später gebucht, für eine Versammlung mit etwas mehr Gewicht.

Der fünfköpfige Exekutivausschuss schaffte es lediglich, einen Teil der gestimmten Resolutionen für die Presse zu kommentieren, doch für einen Einblick in die Arbeit, die einen nicht geringen Teil ihrer Frei- und Schulzeit beansprucht, reichte es allemal. Hundertzwanzig 14- bis 24jährige sitzen im Jugendparlament, das jedes Jahr von Oktober bis Oktober tagt. Dass das Bildungsressort ein thematischer Schwerpunkt ist, liegt auf der Hand: So setzten sich die jungen Abgeordneten im Frühling dafür ein, dass der Werteunterricht, wenn auch in einer neu ausgelegten Form, weiterhin im Angebot bleibe. 

Über Tellerrand und Grenzen hinweg

Im Übrigen plädieren sie für eine stärkere Verknüpfung des Schulwesens zu Gesellschaft und Politik. Sekundarschüler sollen sich in Zukunft früher und aktiver orientieren können. Pflichtpraktika und Informationsversammlungen sollen dabei helfen, sich effizienter auf Studium und Karriere vorzubereiten, und früh Einblicke in einen bewegten Arbeitsmarkt zu gewähren. Auch für mehr politische Bildung setzt das Jugendparlament sich naturgemäß ein. In der Schule von morgen soll Staatsbürgerkunde weniger als Maßstab für die Speicherkapazität jugendlicher grauer Zellen, und mehr als Grundlage für ein kritisches politisches Bewusstsein fungieren.

Dass Politik im Klassensaal lediglich beginnt, haben die Jungvertreter längst erfasst: Gut die Hälfte ihrer Resolutionen sind Stellungnahmen zu relevanten außenpolitischen Themen. Auch zur aktuellen Wohnungspolitik wissen sie Stellung zu beziehen und Lösungsansätze vorzuschlagen, denen die Abgeordnetenkammer hoffentlich Gehör schenken wird. Die schwierige Lage am Wohnungsmarkt bekommen sie sonst vielleicht bald selber zu spüren.