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Luxemburg startet Studie über Covid-19-Krankheitsverlauf
Politik 24.04.2020

Luxemburg startet Studie über Covid-19-Krankheitsverlauf

Eine Mitarbeiterin der Covid-Station im Centre Hospitalier du Nord in Ettelbrück.

Luxemburg startet Studie über Covid-19-Krankheitsverlauf

Eine Mitarbeiterin der Covid-Station im Centre Hospitalier du Nord in Ettelbrück.
Foto: Guy Wolff
Politik 24.04.2020

Luxemburg startet Studie über Covid-19-Krankheitsverlauf

Warum verursacht eine Covid-19-Infektion bei einigen Menschen schwere Symptome, bei den meisten aber nicht? Forscher aus Luxemburg wollen die Faktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen, nun genauer untersuchen.

(jt) - Die Luxemburger Forschungsinstitute haben eine Studie gestartet, um den Verlauf einer Infektion mit dem Corona-Virus künftig besser zu verstehen und voraussagen zu können. Konkret setzen sich die Wissenschafter der Initiative Research Luxembourg im Rahmen der Untersuchung "Predi-Covid" mit der Frage auseinander, warum manche der mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten schwere Symptome zeigen, während die Infektion bei anderen einen milden Verlauf nimmt.

Eine Infektion mit dem Corona-Virus kann vor allem für ältere Menschen zur Gefahr werden. Das Durchschnittsalter der Patienten, die eine Erkrankung mit Covid-19 nicht überlebt haben, liegt in Luxemburg bei 83 Jahren. Über klinische oder biologische Kriterien, die den Verlauf der Krankheit beeinflussen, ist bislang allerdings nichts bekannt, teilt die Research Luxembourg COVID-19 Arbeitsgruppe in einem Presseschreiben mit. Mithilfe der Studie "Predi-Covid" wollen die Wissenschaftler nun herausfinden, welche die wichtigsten Risikofaktoren und Biomarker im Zusammenhang mit dem Schweregrad von Covid-19-Fällen sind. Zudem interessiert sich die Studie auch für die langfristigen gesundheitlichen Folgen der Krankheit.

Entscheidungsgrundlage für Politik

“Bezüglich der biologischen Marker wird einer der in dieser Studie untersuchten Faktoren sein, ob gleichzeitig vorhandene Infektionen durch andere Mikroben – sogenannte Ko-Infektionen – als Indikator für die Schwere der Covid-19- Erkrankung in der luxemburgischen Bevölkerung dienen können“, wird Professor Paul Wilmes vom Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxembourg, eines der in das Projekt eingeschlossenen Partnerinstitutionen, in dem Kommuniqué zitiert. 


09.04.2020, Bayern, München: Eine Maschine nimmt im Diagnostiklabor für die Covid-19 Studie der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) abgetrenntes Plasma einer Blutprobe aus der Studie zur Analyse auf Covid-19 spezifische Antikörper auf. Im Rahmen der Studie mit dem Titel «Prospektive Covid-19 Kohorte München» (KoCo19) werden stichprobenartig Blutproben von 3000 Haushalten in München analysiert, um unter anderem herauszufinden, wie sich das Virus tatsächlich in der Gesellschaft ausgebreitet hat. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Virus besser verstehen
Luxemburg startet eine repräsentative Studie, um besser zu verstehen, wie sich das Corona-Virus verbreitet. Der Leiter der Studie, Prof. Rejko Krüger, erklärt, was es mit der Untersuchung auf sich hat.

Die Studie werde eine genaue Auswertung der Gesundheitsprognosen für Covid-19 Patienten ermöglichen, erklärt Professor Laetitia Huiart, Direktorin der Abteilung für Öffentliche Gesundheit am LIH und Leiterin der Studie. Der Politik könnte diese Auswertung als Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen im Gesundheitswesen dienen. Dazu zählen etwa Isolationsmaßnahmen für Personen aus den Haupt-Risikogruppen.

An der Studie können Erwachsene, die rezent positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, auf freiwilliger Basis teilnehmen. Der Gesundheitszustand der Studienteilnehmer wird 14 Tage lang digital überwacht, je nachdem, ob sich die Patienten zu Hause oder im Krankenhaus befinden. Den Patienten werden zudem verschiedene biologische Proben entnommen.   

Die Studie wird vom Fonds National de la Recherche (FNR) mit einer Summe von 1,85 Millionen Euro unterstützt und von der André Losch Stiftung kofinanziert.

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