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Luxemburg-Stadt: Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft
Politik 8 1 2 Min. 05.06.2020

Luxemburg-Stadt: Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft

Viele Menschen sind dem Aufruf von "Lëtz Rise Up" am Freitag gefolgt.

Luxemburg-Stadt: Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft

Viele Menschen sind dem Aufruf von "Lëtz Rise Up" am Freitag gefolgt.
Foto: Chris Karaba
Politik 8 1 2 Min. 05.06.2020

Luxemburg-Stadt: Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft

Der friedliche Protest vor der amerikanischen Botschaft in Luxemburg-Stadt begann um 14 Uhr. Viele sind dem Aufruf von "Lëtz Rise Up" gegen Rassismus gefolgt.

(SC) - Minneapolis, New York, London, Paris - und nun auch Luxemburg. Der gewaltsame Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd schlägt weltweit hohe Wellen. Der starb am 25. Mai in Minneapolis, nachdem ein weißer Polizeibeamter ihm fast neun Minuten lang das Knie gegen den Hals gedrückt hatte und ihm damit die Luft zum Atmen nahm. Drei weitere Polizeibeamte standen untätig daneben. Ein Augenzeuge filmte die letzten Minuten des Afroamerikaners, in dem Floyd die Beamten immer wieder anflehte, von ihm abzulassen. "Ich kann nicht atmen!", hörte man in den bedrückenden Aufnahmen immer wieder. 

"I can't breathe" hat sich in der globalen Protestwelle zum geflügelten Satz gewandelt. Auch in Luxemburg sah man auf der Demonstration am Freitagnachmittag vor der amerikanischen Botschaft Plakate mit der Aufschrift. Die gemeinnützige Organisation "Lëtz Rise Up" hatte zu der Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt aufgerufen und rund 1.500 Demonstranten folgten ihm - trotz Corona und Regen. 

"Wir hoffen, dass dieser Moment Veränderung bringen wird. Wir brauchen die Hilfe von euch allen, um sie in die Tat umzusetzen", so "Lëtz Rise Up" in einem Beitrag auf Facebook. Dort rief die Organisation die Demonstranten auch zur Einhaltung der Hygienevorschriften auf - Maskenpflicht und ein Mindestabstand von zwei Metern. Auf die Einhaltung sollen Freiwillige vor Ort achten. Auch die Polizei war am Freitagnachmittag zur Stelle.

Laut Polizei verhielten sich die rund 1.500 Demonstranten, die sich zwischen dem Boulevard Emmanuel Servais und dem Boulevard Paul Eyschen zusammengefunden hatten, friedlich. Die Kundgebung sei ohne Zwischenfälle abgelaufen und die Covid-19-Vorschriften wurden weitestgehend eingehalten, sodass die Ordnungskräfte zu keinem Zeitpunkt einschreiten mussten, so die Polizei in einer ersten Bilanz.

Die aus Jugendlichen, aber auch Familien bestehende Menschenmenge skandierte vor der US-Botschaft die bereits weltweit bekannten Protestrufe: "Black Lives Matter", "No justice, no peace" oder riefen einfach nur den Namen des von der US-Polizei ermordeten "Floyd". 


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Der amerikanische Botschafter in Luxemburg, J. Randolph Evans, reagierte in einer Mitteilung auf die Proteste vor der Botschaft und wandte sich darin direkt an die Demonstranten: "Ich habe euch gehört und danke euch für die friedlichen Proteste, die es anderen ermöglichen, euch ebenfalls zu hören. Wir, als amerikanische Bürger, müssen unsere Anstrengungen als Individuen und als eine Nation fortsetzen und auf eine vollkommenere Gemeinschaft hinarbeiten, um die unantastbaren Versprechen, die wir uns in der Konstitution gegenseitig gegeben haben, gleichberechtigt und komplett umzusetzen."

Der Blick aus der Botschaft auf die versammelten Demonstranten.
Der Blick aus der Botschaft auf die versammelten Demonstranten.
Foto: U.S. Embassy in Luxembourg

Auch wenn die Kundgebung vor der US-Botschaft stattfand, erinnerte die Präsidentin von "Lëtz Rise Up", Sandrine Gashonga, in einer Ansprache daran, dass es auch in Europa strukturellen Rassismus gibt - davon sei Luxemburg nicht ausgeschlossen. "Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind im Großherzogtum, bei der Arbeits- und Wohnungssuche immer wieder Opfer von Diskriminierungen", so Gashonga.  

Eine der Sorgen, die die Organisatoren vor der Demo hatten, bewahrheitete sich jedoch nicht. Sie hatten die Befürchtung, andere Organisationen würden die Kundgebung dazu nutzen, um auf den Nahostkonflikt aufmerksam zu machen. Noch am Donnerstag versendete "Lëtz Rise Up" eine Pressemitteilung, bei der sie unterstrichen, dass sie ausschließlich gegen strukturellen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft protestieren würden

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