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Luxemburg nimmt zwei Flüchtlinge der "Ocean Viking" auf
Politik 14.09.2019

Luxemburg nimmt zwei Flüchtlinge der "Ocean Viking" auf

Die Geretteten werden mit Schiffen der Küstenwache von der "Ocean Viking" an Land gebracht.

Luxemburg nimmt zwei Flüchtlinge der "Ocean Viking" auf

Die Geretteten werden mit Schiffen der Küstenwache von der "Ocean Viking" an Land gebracht.
Foto: AFP
Politik 14.09.2019

Luxemburg nimmt zwei Flüchtlinge der "Ocean Viking" auf

Das von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff hat mit 82 Flüchtlingen an Bord die Insel Lampedusa erreicht. Fünf EU-Staaten werden die Menschen aufnehmen, auf Luxemburg entfallen zwei.

(dpa) - Die 82 Migranten auf dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ im Mittelmeer dürfen in Italien an Land. „Die Ocean Viking hat gerade von der koordinierenden Seenotleitstelle in Rom die Anweisung erhalten, nach Lampedusa, Italien, zu fahren. Dies wurde als sicherer Ort für die 82 Überlebenden der letzten beiden Rettungseinsätze bestimmt“, schrieb die Hilfsorganisation SOS Méditerranée am Samstagmorgen auf Twitter. In der Nacht zum Sonntag begann die Landung auf Lampedusa. Bis zum Sonntagmorgen sei etwa die Hälfte der 82 Bootsflüchtlinge an Land gelangt, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Sie wurden mit kleinen Booten der Küstenwache an Land gebracht, da die „Ocean Viking“ selbst auf See blieb.


Manchester-City-Coach Pep Guardiola (l.) hielt die Laudatio für Carola Rackete (2.v.r.), Parlamentspräsident Roger Torrent (2.v.l.) vergab außerdem eine Medaille an Oscar Camps (r.), den Gründer der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms.
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Das von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff hatte am vergangenen Sonntag zunächst 50 Menschen gerettet. Danach übernahm es weitere 34 Bootsflüchtlinge, die die Organisation Resqship zuvor aus Seenot gerettet hatte. Nur zwei Menschen, eine hochschwangere Frau und ihr Mann, durften bisher von Bord und wurden nach Malta gebracht.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi begrüßte die jüngste Entwicklung. „Hoffentlich ist dies ein weiterer Schritt hin zu einem dringend benötigten, berechenbaren Ausschiffungsabkommen, das von einer Anzahl europäischer Länder unterstützt wird“, schrieb Grandi auf Twitter. Der französische Innenminister Christophe Castaner schrieb, für die „Ocean Viking“ sei ein „europäisches Ad-hoc-Abkommen“ zwischen Italien, Frankreich, Deutschland, Portugal und Luxemburg getroffen worden.

Am Sonntagmorgen konkretisierte sich der HIntergrund dieses Abkommens: Wie es aus italienischen Regierungskreisen heißt, werde Deutschland 24 der 82 Migranten übernehmen. 24 weitere gingen an Frankreich und ebenfalls 24 blieben in Italien. Portugal würde acht und Luxemburg zwei Menschen übernehmen.  

Die im August zerbrochene frühere italienische Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega hatte sich durch eine sehr harte Haltung gegen Migranten ausgezeichnet. Lega-Chef Matteo Salvini wurde als Innenminister von der Spitzenbeamten Luciana Lamorgese abgelöst.


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