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Luxemburg nimmt gerettete Flüchtlinge von "Eleonore" auf
Politik 03.09.2019

Luxemburg nimmt gerettete Flüchtlinge von "Eleonore" auf

Das Rettungsschiff "Eleonore" mit 100 Flüchtlingen an Bord war seit Tagen auf der Suche nach einem sicheren Hafen.

Luxemburg nimmt gerettete Flüchtlinge von "Eleonore" auf

Das Rettungsschiff "Eleonore" mit 100 Flüchtlingen an Bord war seit Tagen auf der Suche nach einem sicheren Hafen.
Foto: Johannes Filous/dpa
Politik 03.09.2019

Luxemburg nimmt gerettete Flüchtlinge von "Eleonore" auf

Für die mehr als 100 Flüchtlinge auf einem deutschen Rettungsschiff hat die Ungewissheit bald ein Ende. Einstweilen ringt die EU weiterhin um Antworten in der Asylfrage.

(KNA/dpa/jt) - Luxemburg beteiligt sich an der Aufnahme der geretteten Migranten und Flüchtlingen des Rettungsschiffs "Eleonore". Außerdem hätten sich Deutschland, Frankreich, Irland und Portugal bereit erklärt, Gerettete von dem Schiff aufzunehmen, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstagnachmittag in Brüssel mit.

Die EU-Kommission war vergangene Woche in intensivem Kontakt mit den Mitgliedstaaten, um eine Lösung für die 104 Geretteten auf der "Eleonore" zu finden. Sie werde Italien bei der Koordinierung des Umsiedlungsprozesses unterstützen, so die Kommission. 

Foto: Johannes Filous/dpa

Nachdem die Migranten am Montag in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo von Bord gegangen waren, wurde das Boot der deutschen Organisation Lifeline beschlagnahmt. Mit der Einfahrt in italienische Hoheitsgewässer hatte sich das Schiff über ein ausdrückliches Verbot der Regierung in Rom hinweggesetzt. Kapitän Claus-Peter Reisch hatte nach verschlechterten Wetterbedingungen zuvor den Notstand ausgerufen und Kurs auf Pozzallo genommen. 

EU-Sondertreffen verschoben

Italien und Malta verweigern Rettungsschiffen mit Migranten an Bord immer wieder die Einfahrt in ihre Häfen. Sie machen zur Voraussetzung, dass andere EU-Staaten ihnen die Migranten abnehmen. Diese Zusage kommt meist erst nach mühsamen Gesprächen. Deshalb mussten gerettete Migranten zuletzt immer wieder wochenlang an Bord ausharren. Zuletzt nahmen Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg und Portugal in derlei Fällen jedes Mal Migranten auf.


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Eigentlich sollte bei einem EU-Sondertreffen am 19. September eine Übergangslösung für solche Situationen gefunden werden. Malta hatte die zuständigen Minister von Deutschland, Frankreich, Italien, Malta und des EU-Ratsvorsitzes Finnland eingeladen. Das Treffen wurde verschoben, der Grund dafür ist unklar. Derzeit werde jedoch nach einem neuem Termin gesucht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen.

Für die rund 31 Migranten, die am Montag das ebenfalls tagelang blockierte Rettungsschiff „Mare Jonio“ verlassen konnten, gibt es noch keine Lösung. Italienische Behörden beschlagnahmten das Schiff kurz nach seiner Ankunft im Hafen der Insel Lampedusa, wie die italienische Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans am Dienstag mitteilte. Außerdem sei ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro verhängt worden. Die NGO sprach auf Twitter von der „letzten Rache derer, die es nicht ertragen können, dass sich Menschlichkeit durchsetzen sollte“.



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