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Luxemburg lockert seine Corona-Maßnahmen
Politik 1 3 Min. 05.05.2021

Luxemburg lockert seine Corona-Maßnahmen

Gesundheitsministerin Lenert und Premier Bettel kündigten am Mittwoch einige Lockerungen an. Das Parlament wird in der kommenden Woche darüber abstimmen.

Luxemburg lockert seine Corona-Maßnahmen

Gesundheitsministerin Lenert und Premier Bettel kündigten am Mittwoch einige Lockerungen an. Das Parlament wird in der kommenden Woche darüber abstimmen.
Foto: Guy Jallay
Politik 1 3 Min. 05.05.2021

Luxemburg lockert seine Corona-Maßnahmen

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Regierung beschließt angesichts der stabilen Lage beim Infektionsgeschehen Lockerungen in der Gastronomie, im Kultur- und im Sportbereich.

Nach fast einem halben Jahr Pause können die Restaurants und die Cafés ab dem 16. Mai wieder Gäste in Innern bewirten. Allerdings unter strengen Auflagen. Die Gäste müssen einen negativen Test vorweisen, sie dürfen nur zu viert an einem Tisch sitzen und die Gaststätten müssen bereits um 22 Uhr schließen.

Damit bleibt den Gästen allerdings genügend Zeit für den Nachhauseweg. Denn die offizielle Sperrstunde gilt demnächst nur noch zwischen Mitternacht und 6 Uhr. Bisher musste man zwischen 23 Uhr und 6 Uhr zu Hause bleiben.


Lokales, Visite Kläranlage Schifflingen - Coronastep, List, Labor, Laboratoire, Coronavirus, Covid-19, Sivec, Gewässeranalyse, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Damit reagierte die Regierung auf die insgesamt stabile Situation beim Verlauf der Pandemie. Wie Premierminister Xavier Bettel (DP) gestern beim gemeinsamen Pressebriefing mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) bekannt gab, können sich demnächst auch zu Hause vier Personen treffen, bislang waren die Kontakte auf zwei Personen beschränkt. Wenn alle Gäste dem gleichen Haushalt angehören, dürfen auch mehr als vier Personen empfangen werden. Diese Regel gilt übrigens auch für die Tische in den Restaurants und in den Kneipen. 

Bis zu 1.000 Menschen bei Kultur- und Sportveranstaltungen

Weitere Erleichterungen gibt es auch beim Versammlungsrecht. Ab Mitte Mai dürfen sich 150 Personen treffen, allerdings unter Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen. Sogar größere Treffen sind möglich, vorausgesetzt es liegt ein schlüssiges Hygienekonzept vor, das von der Santé genehmigt wurde. Im Rahmen von Pilotprojekten können sich dann bis zu 1.000 Personen versammeln, etwa bei Sport- oder Kulturveranstaltungen.


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Beim Sport wie im Kulturbereich gibt es Erleichterungen: Die Beschränkungen für junge Sportler unter 19 Jahren, die in Vereinen trainieren, werden aufgehoben. In Schwimmbädern gilt, dass jedem Schwimmer mindestens zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, bislang waren drei Personen pro Bahn erlaubt. Die Musiker dürfen sich besonders freuen, denn bis zu 40 Personen dürfen ab Mitte Mai unter freiem Himmel musizieren, wenn sie einen Abstand von zwei Metern einhalten. Generell gilt eine Distanzregel von zwei Metern, wenn mehr als vier Personen zusammen Sport betreiben oder musizieren. 

Lockerungen sind auch im Bildungsbereich geplant. So soll in den Oberstufen der Sekundarschulen die Aufteilung in A- und B-Klassen nach den Pfingstferien ein Ende haben, das heißt, die Schüler werden wieder alle zusammen im Klassensaal unterrichtet. Homeschooling gibt es folglich nicht mehr. Die Regierung setzt im Bildungsbereich weiterhin auf Schnelltests. So sollen die Schüler zweimal pro Woche getestet werden.

Schnelltests als game changer

Für eine Entwarnung sei es noch zu früh, betonten Premierminister Bettel und Gesundheitsministerin Lenert gleich mehrmals. Dennoch zeigten sie sich zuversichtlich. Zum einen zeigen die Impfungen Wirkung, die Infektionen in den geimpften Altersgruppen gehen merklich zurück. Zum anderen setzt die Regierung all ihre Hoffnungen auf die Selbst- und die Schnelltests, von denen sie 19,5 Millionen bestellt hat. Allein 500.000 Kits sollen an die Gastronomiebetriebe verteilt werden. 


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Übrigens kann man dort sowohl einen PCR-Test als auch einen beglaubigten Schnelltest vorweisen. Die Schnelltests können ab dem 12. Mai beispielsweise in den Apotheken durchgeführt werden. Man kann aber auch vor Ort einen Selbsttest durchführen. Gesundheitsministerin Lenert sprach in Bezug auf die Schnell- und Selbsttest von einem „game changer“.

Keine Freiheiten für Geimpfte und Genesene

Im Gegensatz zu Ländern wie beispielsweise Deutschland wird es in Luxemburg keine zusätzlichen Freiheiten für vollständig Geimpfte oder für Genesene geben. Auf Nachfrage verwies Gesundheitsministerin Lenert auf das Restrisiko nach der Impfung. Insgesamt 139 Personen haben sich mehr als 14 Tage nach ihrer zweiten Impfung infiziert. Auch eine zweite Infektion könne nicht ausgeschlossen werden. Daher will die Regierung erst noch abwarten. 

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem europaweit einheitlichen Impfzertifikat, das Geimpften und Genesenen mehr Freiheiten einräumen und auch Reisen wieder möglich machen soll. 

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