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Luxemburg liegt weiter unter dem OECD-Durchschnitt
Politik 2 Min. 06.12.2016 Aus unserem online-Archiv
PISA-Studie 2016

Luxemburg liegt weiter unter dem OECD-Durchschnitt

Die PISA-Studie wird alle drei Jahre in rund 70 Ländern durchgeführt.
PISA-Studie 2016

Luxemburg liegt weiter unter dem OECD-Durchschnitt

Die PISA-Studie wird alle drei Jahre in rund 70 Ländern durchgeführt.
Foto: Guy Wolff
Politik 2 Min. 06.12.2016 Aus unserem online-Archiv
PISA-Studie 2016

Luxemburg liegt weiter unter dem OECD-Durchschnitt

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die OECD stellte ihre neue PISA-Studie vor. Im Vordergrund stehen die Naturwissenschaften. In allen getesteten Bereichen liegt Luxemburg unter dem OECD-Durchschnitt. Minister Claude Meisch zufolge, bleibt Luxemburg hinter seinen Möglichkeiten.

(ml/CBu) - Am Dienstag veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit „PISA 2015“ ihre sechste weltweite Bildungsstudie. Rund 5.300 15-Jährige in Luxemburg und gut eine halbe Million weltweit ließen sich auf den Zahn fühlen. Schwerpunkt der internationalen Schulvergleichsstudie waren die Naturwissenschaften. Getestet wurden auch die Kompetenzen in Mathematik sowie das Lesen und Textverständnis.

Das Bildungsministerium kommentierte im Rahmen einer Pressekonferenz die neuen Ergebnisse aus luxemburgischer Sicht. Das Fazit ist ernüchternd: Wie bereits in den vorigen Studien liegt Luxemburg in allen drei getesteten Bereichen unter dem OECD-Durchschnitt. Außerdem schneiden wir schlechter ab als unsere drei Nachbarstaaten.

In den Naturwissenschaften liegt das Großherzogtum auf der internationalen Rangliste mit 483 Punkten (zehn Punkte unter dem OECD-Durchschnitt) auf Rang 33 und büßt demnach zwei Plätze ein. Beim Leseverstehen rutscht Luxemburg mit 481 Punkten (minus fünf Punkte) auf Rang 36 ab. 2012 belegten wir noch Rang 32. Im Bereich Mathematik steht Luxemburg an 33. Stelle und verliert demnach binnen drei Jahren vier Ränge.

Mit 486 Punkten nähern wir uns in diesem Bereich zwar am meisten dem OECD-Durchschnittswert (490 Punkte). Im Vergleich zur vorigen Studie verliert das Großherzogtum allerdings sechs Punkte. Laut der jüngsten PISA-Studie sind 14,1 Prozent der luxemburgischen Schüler in wenigstens einem der drei getesteten Bereichen sehr leistungsstark. 17 Prozent der Schüler gelten als schwach.

"Kein Mehrwert"

Aus der PISA-Studie gehe erneut hervor, dass Luxemburg hinter seinen Möglichkeiten bleibe, sagte Bildungsminister Claude Meisch. Die Politik habe jedoch bereits reagiert und werde auch künftig Akzente setzen. Die Investitionen in die Frühförderung, die Betreuungsmöglichkeiten, sowie die Anstrengungen im sprachlichen Bereich und die Diversifizierung der Schullandschaft seien ein Beleg dafür.

"Müssen wir diese Übung alle drei Jahre durchführen?", fragte Meisch. PISA-Studien in dieser Zeitspanne würden keinen Mehrwert mehr darstellen. Der Minister würde es für sinnvoller halten, die luxemburgischen Schulkompetenzen mit denen von Regionen und Ballungsräumen zu vergleichen, deren Gesellschaft ähnlich zusammengestellt ist. In Japan z. B. hat lediglich ein Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. In Finnland liegt dieser Anteil bei vier Prozent, in Luxemburg bei 49 Prozent.

Fortschritte bei Schülern mit Migrationshintergrund

Gleichzeitig stellte Meisch klar, dass bei der PISA-Studie nicht alles schlecht sei. Die neuen Ergebnisse müsse man nun im Detail analysieren. Bei der ersten PISA-Studie hatten die Bildungsforscher in Luxemburg noch einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen festgestellt. In dieser Hinsicht hat sich die Lage gebessert. Mit Genugtuung stellte der DP-Minister fest, dass bei Schülern mit einem Migrationshintergrund seit 2006 ein positiver Trend in Luxemburg eingesetzt habe.

Pisa steht für Programme for International Assessment. Die Tests werden im Dreijahres-Rhythmus durchgeführt. Dieses Mal haben 72 Länder und Regionen an der Erhebung teilgenommen. 2015 gab es übrigens bei der PISA-Studie eine Premiere. Zum ersten Mal wurde der Bereich "Problemlösen im Team" geprüft. Die OECD wird diese Ergebnisse jedoch erst im kommenden Jahr veröffentlichen.

Wenig gefruchtet

Das schlechte Abschneiden Luxemburgs bei der PISA-Premiere vor 15 Jahren hatte für kontroverse Debatten in der Öffentlichkeit gesorgt und setzte einen Reformprozess in Gang. An internationalen Vergleichen fehlt es inzwischen nicht. Die unterschiedlichen Studien liefern immer wieder neue Erkenntnisse. Doch die zahlreichen Tests haben bisher nicht so recht gefruchtet. Luxemburg schaffte es nie in eine der Spitzengruppen.

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