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Luxemburg liegt an der Spitze
Politik 2 Min. 03.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Europäisches Jahr der Entwicklung

Luxemburg liegt an der Spitze

Der EU-Abgeordnete Charles Goerens bedauert, dass verschiedene reiche europäische Länder wie etwa Deutschland ihren Verpflichtungen bei der Entwicklungspolitik nur unzureichend nachkommen.
Europäisches Jahr der Entwicklung

Luxemburg liegt an der Spitze

Der EU-Abgeordnete Charles Goerens bedauert, dass verschiedene reiche europäische Länder wie etwa Deutschland ihren Verpflichtungen bei der Entwicklungspolitik nur unzureichend nachkommen.
Laurent Ludwig
Politik 2 Min. 03.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Europäisches Jahr der Entwicklung

Luxemburg liegt an der Spitze

Der EU-Abgeordnete und ehemalige Kooperationsminister Charles Goerens bedauert, dass viele Mitgliedsländer, darunter Deutschland, nicht mehr Geld in die Entwicklungshilfe stecken.

(Mar.K. / DS) - 2015 wurde zum „Europäischen Jahr der Entwicklung“ ausgerufen und steht unter dem Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“. Der luxemburgische Europaabgeordnete Charles Goerens war an dem Zustandekommen dieses Initiativjahres maßgeblich beteiligt.

Goerens war von 1999 bis 2004 Minister für Entwicklungshilfe und hat die nationale Kooperationspolitik nachhaltig geprägt. Luxemburg investiert derzeit knapp ein Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die Entwicklungshilfe und liegt damit neben Schweden, Dänemark und den Niederlanden weltweit an der Spitze.

Auch reiche Länder tun sich schwer

Im Interview mit dem Luxemburger Wort bedauert Charles Goerens, dass nicht nur die finanziell klammen südeuropäischen Länder sich schwer tun, das von der EU vorgegebene Ziel von 0,7 Prozent des BIP bei der Entwicklungshilfe einzuhalten: „Neben den vier Musterschülern Dänemark, Schweden, Luxemburg und den Niederlanden, die die 0,7-Prozent-Marke schon überschritten haben, arbeitet derzeit nur noch Großbritannien auf dieses Ziel hin. Nicht nur die Krisen gebeutelten Staaten aus Südeuropa, sondern auch Deutschland, trotz der großen schwarzen Null im Haushalt, tut sich schwer, seinen eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen“, erklärt Charles Goerens im Interview mit dem Luxemburger Wort.

Goerens führt die Zurückhaltung der reichen Länder bei der Entwicklungshilfe nicht nur auf den finanziellen Aspekt zurück. Es sei auch eine Frage der politischen Kultur und der Konsensfähigkeit in der Bevölkerung. Auch in Luxemburg regte sich zuletzt Widerstand gegen den nationalen Beitrag zur Kooperation. So hatte die ADR bei den Haushaltsdebatten Kürzungen bei diesem Budget gefordert.

Kein „Development Leaks“

Der EU-Abgeordnete bedauert, dass das luxemburgische Engagement in Sachen Entwicklungszusammenarbeit von der europäischen Bevölkerung nicht wirklich zur Kenntnis genommen wird: „Hieße der luxemburgische Haushaltsbeitrag „Development Leaks“, wäre die öffentliche Meinung viel besser über den Einsatz unseres Landes informiert“, kommentiert Goerens. Allerdings müsse man zwischen der allgemeinen Wahrnehmung und dem Kenntnisstand der Fachwelt in Entwicklungsfragen differenzieren. Im Rat oder im Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments vergehe keine Sitzung, in der Luxemburg nicht belobigend hervorgehoben werde, wenn es um die Höhe der Beiträge für Entwicklungspolitik gehe, so der Europapolitiker.

Die Initiative, 2015 zum Europäischen Jahr der Entwicklung auszurufen, ist von besonderer Relevanz, da es das letzte Jahr für das Erreichen der gemeinsam vereinbarten Millenniumsentwicklungsziele markiert und daher eine einmalige Gelegenheit darstellt, eine Bilanz der internationalen Verpflichtungen zu ziehen. 2015 wird darüber hinaus das Jahr sein, in dem bedeutende internationale Entscheidungen über den Handlungsrahmen für die Entwicklungszusammenarbeit getroffen werden müssen, der den Handlungsrahmen der Millenniumsentwicklungsziele in den kommenden Jahrzehnten ersetzen soll.

Das ganze Interview mit Charles Goerens können Sie in der Samstagsausgabe des Luxemburger Wort nachlesen.


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