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„Luxemburg ist nun prominenter auf der weltkirchlichen Landkarte vertreten“
Politik 2 Min. 01.09.2019

„Luxemburg ist nun prominenter auf der weltkirchlichen Landkarte vertreten“

Erzbischof Jean-Claude Hollerich- hier bei einem Empfang für Zen-Meister aus Japan - teilt mit Papst Franziskus eine Leidenschaft für das fernöstliche Land.

„Luxemburg ist nun prominenter auf der weltkirchlichen Landkarte vertreten“

Erzbischof Jean-Claude Hollerich- hier bei einem Empfang für Zen-Meister aus Japan - teilt mit Papst Franziskus eine Leidenschaft für das fernöstliche Land.
Foto: Steve Eastwood
Politik 2 Min. 01.09.2019

„Luxemburg ist nun prominenter auf der weltkirchlichen Landkarte vertreten“

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Der Vatikanexperte Ludwig Ring-Eifel zeigt sich über die Ernennung Jean-Claude Hollerichs zum Kardinal überrascht – doch er kann die Personalentscheidung des Papstes gut nachvollziehen.

Die Ernennung von Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich sorgt weit über die Grenzen des Großherzogtums hinaus für Schlagzeilen. Auch der Vatikanexperte Ludwig Ring-Eifel war zunächst überrascht – doch er kann die Personalentscheidung des Papstes gut nachvollziehen, sagt der Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Interview mit dem "Luxemburger Wort". Der 59-jährige war von 1996 bis 2005 Vatikankorrespondent der KNA und leitet diese seit 2005.

Ludwig Ring-Eifel ist Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Ludwig Ring-Eifel ist Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Foto: KNA

Ludwig Ring-Eifel, wie sehr hat Sie diese Neuigkeit als langjähriger Vatikan-Korrespondent überrascht?

Ich war im ersten Moment überrascht, im zweiten aber schon nicht mehr, weil ich mir vor Augen geführt habe, was den künftigen Kardinal Hollerich auszeichnet und wie eng er auf der Linie von Papst Franziskus liegt. Ich glaube, darin liegt der Schlüssel für diese Kardinalsernennung.


Als Präsident der  Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union, Comece, bezieht  Erzbischof Jean-Claude Hollerich klar Position zu den Problemen in der Europäischen Union.
Erzbischof Hollerich wird Kardinal: "Ech si frou fir d’ganz Lëtzebuerger Kierch"
Der 61-jährige Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich wird am 5. Oktober zum Kardinal erhoben, das teilte Papst Franziskus am Sonntagnachmittag mit.

Was heißt das genau, dass er auf der Linie des Papstes liegt?

Das kann man festmachen an der Art und Weise, wie er den historischen Umbruch im Verhältnis von Staat und Kirche in Luxemburg gemanagt hat: Den Verlust vieler Privilegien, die die Kirche im Großherzogtum traditionell hatte. Den Kurs, den Hollerich gefahren hat, also nicht auf diesen Privilegien zu beharren, sondern ganz offen über ein gedeihliches Miteinander von Kirche und Staat in einer pluralistischen Gesellschaft zu sprechen, ist sehr nah an der Art und Weise, wie Papst Franziskus solche Dinge sieht. Auch die Haltung zum Rechtspopulismus, gegen den sich Papst wie Erzbischof deutlich positioniert haben, spielt eine Rolle. Zudem haben beide Jesuiten eine ganz klare Verbundenheit zu Asien, insbesondere Japan. Es war einmal der Traum von Papst Franziskus, als Missionar nach Japan zu gehen. Hollerich hat das gemacht, er hat lange in Japan gelehrt und gewirkt. Da sind beide seelenverwandt.

Welche Rolle spielt die Sicht auf die Flüchtlingsfrage?

Auch hier liegen sie politisch auf einer Linie, sie sind klar gegen ein Europa mit hermetisch geschlossenen Grenzen. Noch entscheidender ist aus meiner Sicht aber eine ähnliche kirchenpolitische Grundsatzlinie: Wie geht man mit der modernen, pluralistischen Gesellschaft um? Versucht man, weiterhin Gesetze bestimmen zu wollen oder akzeptiert man, dass die Kirche nur noch ein Player unter vielen in der Gesellschaft ist. Und dass sie dann ihren Auftrag missionarischer gestalten muss.

Diese Personalentscheidung ist ja ein Novum in der Geschichte des Großherzogtums; noch nie war ein Erzbischof von Luxemburg Kardinal.

Richtig. Dass er nun Kardinal wird, hat sicher sehr stark damit zu tun, dass er seit 2018 Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der EU ist und damit schon ein Stück weit näher am Kardinalshut war. Aber dieser Papst hält sich bei seinen Kardinalsernennungen an fast keine Regeln: Er ernennt in der Regel nicht Erzbischöfe zu Kardinälen, die es von der Bedeutung ihres Amtssitzes früher stets erwarten konnten. Der Erzbischof von Berlin etwa ist bis heute noch nicht Kardinal. 

Was bedeutet der Kardinalstitel für den Erzbischof für die Kirche von Luxemburg?

Das bedeutet, dass die Luxemburger nun auf der weltkirchlichen Landkarte prominenter vertreten sind. So einen jungen Kardinal zu haben, der erst Anfang 60 ist und sicher noch eine oder sogar zwei Papstwahlen mitgestalten kann, bedeutet für eine kleine Ortskirche eine Aufwertung und eine Bestätigung ihrer Substanz. Die Luxemburger katholische Kirche ist trotz der beschriebenen Modernisierung eine geblieben, die stark von Volksfrömmigkeit lebt. Auch dafür ist die Kardinalswürde eine Anerkennung. Denn diese Würde geht in erster Linie an die Person, in zweiter Linie aber auch an die jeweilige Ortskirche.


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