Luxemburg beruft Botschafter in Moskau ab
(dv/dpa) - Luxemburg kündigte am Mittwoch die Abberufung seines Botschafters in Russland, Jean-Claude Knebeler, für "Gespräche" an. Die Reaktion folgt dem chemischen Angriff auf den ehemaligen russischen Spion Sergej Skripal im Vereinigten Königreich. Am Montag und am Dienstag war es zu massiven und koordinierten Ausweisungen russischer Diplomaten aus westlichen Ländern gekommen.
Dabei hatte sich Luxemburg in den letzten Tagen noch sehr zurückhaltend gezeigt, was bilaterale Maßnahmen angeht. "Wenn man die Eskalation so weit treibt, dass es kein Zurück mehr gibt und ohne dass man schon Ergebnisse der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen hat, dann ist das gewagt", sagte etwa der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn der Süddeutschen Zeitung
Luxemburgs Regierung teilt „die Analyse der Regierung des Vereinigten Königreichs, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Russische Föderation für diese Tat verantwortlich ist“, wie es in einer Mitteilung am Mittwochmorgen lautet.
Die "Abberufung" eines Botschafters gilt als mildere diplomatische Straf- oder Warnmaßnahme als die "Ausweisung" von ausländischen Diplomaten aus dem eigenen Hoheitsgebiet. Wer russische Diplomaten ausweist, muss sich auf die Ausweisung eigener Diplomaten in mindestens der gleichen Zahl aus Russland einstellen. Luxemburg beschäftigt in Russland drei Diplomaten. Eine Zahl, die sich demnach ganz schnell auf null verringern könnte, sollte das Land russische Diplomaten ausweisen.
Moskau zeigte sich am Dienstag erneut erzürnt über die Sanktionen aus dem Westen. „Wir werden antworten. So eine Gemeinheit will niemand einfach hinnehmen, auch wir werden das nicht tun“, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Taschkent. Er teilte jedoch nicht mit, welche Schritte unternommen werden und zu welchem Zeitpunkt diese folgen sollen. „Russland ist bereits dabei, Maßnahmen als Antwort vorzubereiten“, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Deutschen Presse-Agentur. Es werde eine angemessene Reaktion sein.
Lawrow führte die Ausweisung der russischen Diplomaten aus EU-Staaten auf Druck der USA zurück. „Das alles ist ein Ergebnis des kolossalen Drucks, den Washington leider als Werkzeug auf internationaler Ebene nutzt“, sagte der Chefdiplomat. Das Vorgehen spiegele lediglich den Willen der herrschenden Eliten wider, nicht jedoch den der einfachen Bürger.
Außenamtssprecherin Sacharowa sagte der Agentur Tass zufolge, dass lediglich die USA und Großbritannien von den Maßnahmen profitierten. „Die Begünstigten sind natürlich letztlich London und Washington, indem sie diesen russophoben Kurs fortsetzen.“