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Lunghi reagiert auf Bettel-Interview
Politik 2 Min. 08.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Ehemaliger Mudam-Direktor

Lunghi reagiert auf Bettel-Interview

Enrico Lunghi zeigt sich bestürzt über die Aussagen des Kulturministers Xavier Bettel.
Ehemaliger Mudam-Direktor

Lunghi reagiert auf Bettel-Interview

Enrico Lunghi zeigt sich bestürzt über die Aussagen des Kulturministers Xavier Bettel.
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 08.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Ehemaliger Mudam-Direktor

Lunghi reagiert auf Bettel-Interview

Bestürzt reagiert der ehemalige Mudam-Direktor in einem offenen Brief auf die Aussagen im LW-Interview mit dem Kulturminister Xavier Bettel zur Affäre, die ihn letztendlich seinen Posten kostete.

(M.G.) - Am Freitag reagierte der frühere Mudam-Direktor Enrico Lunghi auf ein Interview mit dem Kulturminister Xavier Bettel im LW.

Xavier Bettel erklärte dort, dass er sich in der sogenannten "Lunghi-Affäre" nichts vorzuwerfen habe und absolut neutral gehandelt habe.

"Ich war weder Pro-Lunghi noch Anti-Lunghi – und ich konnte diese öffentliche Debatte auch nicht nachvollziehen. Fest steht: Das Verhalten von Herrn Lunghi war nicht korrekt. Und wie sich im Nachhinein – aufgrund einer weiteren Kommission, die ich einberufen habe – herausgestellt hat, war auch das Verhalten von RTL und Frau Schram nicht in Ordnung. Das habe ich auch genauso kommuniziert", so der Minister.

Auf die Frage ob er vielleicht etwas voreilig gehandelt habe, antwortete Bettel im Interview:

"Nein. Denn die Bilder zeigten, dass das Verhalten von Herrn Lunghi gegenüber Frau Schram nicht in Ordnung war. Er hat Frau Schram nicht zu bedrohen und das Mikrofon derart wegzudrücken. Und deshalb habe ich auch sofort ein Disziplinarverfahren eingeleitet."

Deutliche Reaktion

Daraufhin zeigte sich Lunghi in einer Mail an die LW-Redaktion bestürzt über diese Aussagen des Ministers.

"Herr Bettel kann immer noch nicht zugeben, dass er das Prinzip der Unschuldsvermutung nicht beachtet hat", so Lunghi. Indem Bettel ihn, nach der Ausstrahlung der Sendung "De Nol op de Kapp" vom 3. Oktober 2016, "der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen habe", habe er gegen dieses demokratische Grundrecht verstoßen, erklärt der Ex-Mudam-Direktor.

Durch die Veröffentlichung aller herausgeschnittenen Szenen des Interviews mit Sophie Schram und durch "die bemerkenswerte Arbeit" des verantwortlichen Regierungsbeauftragten im Disziplinarverfahren, wisse jeder, was damals wirklich passiert ist. Und folglich sei nun klar, dass die Unterstellungen des Ministers jeder Grundlage entbehrten, so Lunghi weiter.

Zur Erinnerung:

Einen Tag nachdem in der RTL-Sendung „Den Nol op de Kapp“ Auszüge des umstrittenen Interviews zwischen der RTL-Mitarbeiterin Sophie Schram und dem damaligen Mudam-Direktor ausgestrahlt worden waren, hatte Xavier Bettel ein Disziplinarverfahren in die Wege geleitet. Anfang Dezember 2016 wurde die Untersuchung abgeschlossen. In seinem Bericht sprach sich der „Commissaire à la discipline“ für drei mögliche Sanktionen aus: Eine Verwarnung, eine Ermahnung oder eine Geldstrafe, die bis zu einem Fünftel von Lunghis Bruttogehalt hätte ausmachen können. Zurückbehalten wurde nun die harmloseste der drei möglichen Sanktionen. 

Ende Dezember 2016 reichte Lunghi eine Klage gegen Unbekannt ein, um endlich Licht in die Affäre zu bringen und seine Ehre wiederherzustellen, wie er im Dezember dem LW sagte. 



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Kurz war es ruhig um den Ex-Mudam-Direktor geworden, doch die Reaktionen der Politik auf das missratene RTL-Interview verärgern ihn offensichtlich noch immer. Und so singt er ihnen ins Gewissen.
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Quelle: http://www.rtl.lu/kultur/976354.html 14.11.16 16:57 Uhr