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Luc Frieden: "Wir brauchen Wachstum"
Politik 2 Min. 25.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Luc Frieden: "Wir brauchen Wachstum"

Luc Frieden hat sich 2014 aus der aktiven Politik zurückgezogen.

Luc Frieden: "Wir brauchen Wachstum"

Luc Frieden hat sich 2014 aus der aktiven Politik zurückgezogen.
Foto: Laurent Blum
Politik 2 Min. 25.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Luc Frieden: "Wir brauchen Wachstum"

Der Präsident der Handelskammer und frühere CSV-Minister kritisiert die Wachstums-Kritik: Ohne wirtschaftliche Entwicklung könne der Wohlstand in Luxemburg nicht erhalten werden.

(jt) - Der frühere Finanz- und Justizminister (CSV) und heutige Präsident der Handelskammer, Luc Frieden, bereut seinen Satz aus dem Jahr 2014, mit dem er sich aus der Politik verabschiedete. Die damalige Aussage, dass ihm die Arbeit in der Opposition nicht liegen würde, sei "unglücklich gewesen" und habe bei verschiedenen Leuten den Eindruck erweckt, er sei arrogant. Wörtlich hatte Frieden damals über die Oppositionspolitik gesagt: "Die Rolle passt weniger zu meinen Charaktereigenschaften." 

Er hätte 2014, nachdem die CSV in der Opposition gelandet war, einige interessante Angebote auf dem Tisch liegen gehabt und dann eine hochrangige Stelle bei der Deutschen Bank in London angenommen, erzählte der 56-Jährige am Samstag in der RTL-Sendung "Background am Gespréich". Dort habe er viel gelernt, was ihm jetzt in der Handelskammer und als Präsident des BIL-Verwaltungsrats zugute kommen würde.

Kein politisches Amt angestrebt

Mit der aktiven Politik scheint der nunmehrige Handelskammer-Präsident abgeschlossen zu haben. "Ich gehe 2023 nicht mehr mit in die Wahlen", versicherte er am Samstag. Als Sprachrohr der heimischen Wirtschaft mache er jedoch weiterhin Politik, wenn auch keine Parteipolitik. Während er dem Noch-Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) für die geleistete Arbeit Rosen streute, hatte er für Schneiders Nachfolger Franz Fayot weniger warme Worte übrig. Fayot sei in der Vergangenheit nicht gerade mit "extrem wirtschaftsfreundlichen Vorschlägen" aufgefallen. Ein Wirtschaftsminister müsste sich vor die Betriebe im Land stellen, so Frieden.


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Der Chef der Chambre de Commerce nahm auch zur zunehmenden Kritik am Wirtschaftswachstum und angeblichen Einbußen in der Lebensqualität in Luxemburg Stellung. "Wir brauchen Wachstum, um den Wohlstand zu erhalten und damit die Betriebe überleben können." 

Diejenigen, die sich der wirtschaftlichen Entwicklung in den Weg stellen, müssten ihr Gegenmodell erklären. "Das Gegenteil von Wachstum bedeutet, dass wir weniger Investitionen für Schulen oder Sportinfrastrukturen zur Verfügung haben, dass wir weniger Lohn und Rente bekommen."

Frieden betonte auch, dass Maßnahmen für den Klimaschutz "sehr wichtig" seien. Mit seinem großen Dienstleistungssektor arbeite Luxemburg jedoch ressourcenschonender als andere Länder, so der Handelskammer-Präsident. In punkto Industrie sah der CSV-Politiker die Unternehmen wären "auf dem richtigen Weg", um den CO2-Ausstoß mithilfe von neuen Technologien zu reduzieren.


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