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LSAP-Südkongress: "Mat der Piosch Gehéier verschafen"
Politik 2 Min. 10.03.2018 Aus unserem online-Archiv

LSAP-Südkongress: "Mat der Piosch Gehéier verschafen"

173 von 180 Delgieretn haben sich für die Kandidatenliste ausgesprochen.

LSAP-Südkongress: "Mat der Piosch Gehéier verschafen"

173 von 180 Delgieretn haben sich für die Kandidatenliste ausgesprochen.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 10.03.2018 Aus unserem online-Archiv

LSAP-Südkongress: "Mat der Piosch Gehéier verschafen"

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Neun Frauen, vierzehn Männer - und zwei Asselborns. Die LSAP-Südliste für die Nationalwahlen steht. Nach dem politischen Streit der vergangenen Wochen hat sich die Partei beim Südkongress geschlossen gezeigt.

Die Südliste der LSAP steht. Am Samstag haben sich 173 von 180 Delegierten für die 23 Kandidaten ausgesprochen, die für den Südbezirk bei den Nationalwahlen am 14. Oktober antreten sollen. Angeführt wird die Liste von Außenminister Jean Asselborn (68), der seit 1984 ununterbrochen bei den Landeswahlen angetreten ist - und stets gewählt wurde. Daneben finden sich noch weitere LSAP-Stammkräfte wie Alex Bodry (59 - auch seit 1984 Parlamentarier) , Mars Di Bartolomeo (65), Lydia Mutsch (56) oder Yves Cruchten (42).

Insgesamt  haben sich, laut Parteipräsident Claude Haagen, 34 Kandidaten gemeldet - die LSAP-Wahlkommssion habe abgewägt und sich für die neun Frauen und vierzehn Männer entschieden, die nun auf der Liste stehen. Das Durchschnittsalter liegt bei 47,5 Jahren -  jüngster Kandidat ist Sacha Pulli aus Esch/Alzette mit 27.

Nach  den Meinungsverschiedenheiten die zum Teil offen über Briefe in den  Medien ausgetragen worden, zeigte sich die Partei am Samstag in Sassenheim geschlossen. "Unser Start in das  Jahr war etwas holprig", sagte Parteipräsident Haagen."Aber die LSAP ist eine lebendige Partei mit mehreren Strömungen, und es gelingt ihr stets, zusammen zu finden." Genau das sei die Stärke der Sozialistischen Partei, so Haagen, und erhielt dafür kräftigen Beifall.

Schneider: "Soziale Gerechtigkeit hat absolute Priorität"

LSAP-Spitzenkandidat in Spe Etienne Schneider zog in seiner Rede eine Regierungsbilanz der Sozialisten. Er erinnerte an die schwierige Ausgangslage von 2013 mit geringem Wachstum, hoher Arbeitslosigkeit, Verschuldung sowie einer politischen Blockadesituation, die gesellschaftliche Erneuerung unmöglich machte. "Wir haben das Land wieder auf die richtige Bahn gebracht", so Schneider. Doch für die kommende Legislaturperiode gelte es eines der größten Probleme der Gegenwart anzugehen: die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. "Soziale Gerechtigkeit hat absolute Priorität", so Schneider.

Etienne Schneider und Claude Haagen.
Etienne Schneider und Claude Haagen.
Foto: Anouk Antony

Er stellte die ersten Eckpfeiler des LSAP-Wahlprogramms vor: Eine Mindestlohnerhöhung von 100 Euro Netto zum 1. Januar 2019, keine Veränderung des Rentensystems, der Tiers payants für alle sowie Lösungen in der Wohnungspolitik.

Zudem stellte sich heraus, dass die Wachstumsthematik auch den Wahlkampf begleiten wird.  Schneider verteidige seinen wachstumsfreundlichen Kurs - unterstelle den Kritikern, eine  "populistische Anti-Wachstumsdebatte" zu führen. Das Problem ist, so Schneider,  dass ohne Wirtschaftswachstum der hohe Lebensstandard nicht zu halten ist. Wachstum schaffe Arbeitsplätze. Und man könne es nicht durch Briefkastenfirmen generieren, sondern müsse auch Platz haben für Industrie und Realwirtschaft.

Jean Asselborn
Jean Asselborn
Foto: Anouk Antony

Auch Jean Asselborn brach eine Lanze für das Industriewachstum. Der Reichtum Luxemburgs beruhe nicht auf den Banken und dem Finanzsektor, sondern auf der Industrieproduktion im Minett. Er kanzelte die Wachstumskritik als "Modetrend" ab und sagte: "Ein Land ohne Produktionsfirmen ist wie ein Baum ohne Wurzeln."

Asselborn hob dabei die wichtige Rolle des Staates hervor - nur ein starker Interventionsstaat ermögliche eine gerechte Verteilung des Reichtums an die gesamte Gesellschaft zu der laut Asselborn explizit auch Flüchtlinge gehören. Deshalb sein Plädoyer: "Mat der Piosch Gehéier verschafen a fir déi gerecht Saach antrieden!"














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