Wählen Sie Ihre Nachrichten​

LSAP stoppt Abwärtstrend
Politik 2 Min. 27.05.2019

LSAP stoppt Abwärtstrend

Marc Angel (r.) und Nicolas Schmit hatten gut lachen: Wenn alles nach Plan läuft, könnte Angel nachrücken, wenn Schmit in die Kommission wechselt.

LSAP stoppt Abwärtstrend

Marc Angel (r.) und Nicolas Schmit hatten gut lachen: Wenn alles nach Plan läuft, könnte Angel nachrücken, wenn Schmit in die Kommission wechselt.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 27.05.2019

LSAP stoppt Abwärtstrend

Annette WELSCH
Annette WELSCH
12,19 Prozent und damit 0,45 Prozent mehr als vor fünf Jahren: Starker Beifall und viele Steine, die von den Herzen fielen waren bei den Sozialisten zu spüren, als das Wahlresultat auf dem Bildschirm erschien.

„Ich bin froh, dass wir unseren Negativtrend seit 1989 gestoppt haben, uns leicht verbessern konnten und unseren Sitz gehalten haben“, war die Reaktion von Parteipräsident Franz Fayot gestern. Für ihn muss die Anspannung noch am größten gewesen sein, denn bei der offiziellen Präsentation der Kandidaten bezeichnete er die Europawahlen „als ersten Test für die neue Parteileitung“. Ende Januar waren er und Generalsekretär Tom Jungen an die Spitze einer LSAP gewählt worden, die einen Erneuerungsprozess einläuten wollte. 

Die letzten Europawahlen, bei denen die LSAP noch gewinnen konnten waren 1984: Von 29,93 Prozent und dem Plus von rund 8,3 Prozent kann die Partei heute nur noch träumen, von den zwei Sitzen, die sie bis 2004 innehatte auch. Am schlimmsten traf es die Partei bei den vergangenen Wahlen, als sie mit Mady Delvaux als Spitzenkandidatin noch 11,75 Prozent einfuhr – ein Minus von 7,74 Prozent im Vergleich zu den 19,5 im Jahr 2009. 22 Prozent waren es noch 2004 und 23,58 Prozent 1999. Die LSAP zeigt hier denselben Abwärtstrend, den sie auch bei den Nationalwahlen in den vergangenen Jahrzehnten erlitt.

"Es ist kein ganz gutes Resultat"

„Ich kann das Resultat nicht schön reden, es ist kein ganz gutes Resultat. Aber es ist bekannt, dass wir noch in der Phase der Erneuerung und des Aufbaus sind. Das haben wir mit dieser Kampagne, mit neuen Leuten und neuen Themen getan und werden es auch in den nächsten Jahren fortsetzen“, erklärte Fayot. Sorgen bereite der Partei, dass sie so weit hinter der DP und den Grünen zurückliege – ein Trend, der europaweit zu beobachten sei. 

Dass der Erstgewählte, Spitzenkandidat Nicolas Schmit, der designierte Kommissar Luxemburgs für die nächste EU-Kommission ist, daran wollte Fayot keinen Zweifel lassen – Schmit sei klar von der Regierung genannt. Ob das auch so kommt, hänge aber von den Parteien und Mehrheiten im neuen Parlament ab. Sollte Schmit in die Kommission wechseln, würde als Zweitgewählter der Zentrums-Abgeordnete Marc Angel nach Straßburg nachrücken. „Ich würde mich über diese neue Herausforderung sehr freuen“, war seine Reaktion auf das Resultat. 

Minimalziel erreicht 

Auch Jungen betonte: „Wir haben unser Minimalziel erreicht, unseren Sitz zu halten und begrüßen die Tendenz, haben uns aber mehr erwartet. Wir müssen noch viel arbeiten.“ Dieselbe Reaktion kam auch von Nicolas Schmit, der sich natürlich freute, dass die Sozialisten den Sitz behalten können, der aber auch zugab: „Ich bin nicht euphorisch. Auch nicht, wenn ich andere sozialistische Parteien in Europa anschaue – das beunruhigt mich.“ 

Was nun seine Rolle in einer künftigen EU-Kommission anbelangt, so verwies Schmit darauf, dass derzeit alles offen sei. „Wir wissen nicht, wer Kommissionspräsident wird. Die Parteienlandschaft in Europa ist überall ein bisschen durcheinander gerüttelt.“ Es könnten sich durchaus neue Mehrheiten mit anderen Parteien, wie den Liberalen oder den Grünen bilden. „Ich hoffe, dass wir eine neue Dynamik entwickeln können. Das braucht Europa.“ 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Grün wirkt
Déi Gréng sind mit 18,91 Prozent drittstärkste Kraft und verteidigen ihr EU-Mandat. Tilly Metz verdoppelt ihr Resultat und darf somit fünf weitere Jahre im Europäischen Parlament die Grünen vertreten.
So sehen Wahlsieger aus. Déi Gréng können sich zum dritten Mal nacheinander steigern.
CSV: Ein harter Schlag
Die CSV fährt bei der Europawahl 2019 mit einem Minus von 16,55 Punkten ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein und verliert einen Sitz an die DP. In der CSV-Wahlzentrale in Hesperingen stand der Parteiführung die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Die CSV blickte am späten Wahlabend versteinert auf die Ergebnisse.
Große Koalition in Europa am Ende
Im Europaparlament bestimmte in den vergangen Jahrzehnten eine informelle Koalition der beiden großen Parteienfamilien das politische Geschehen und die Vergabe wichtiger Posten. Das dürfte nun vorbei sein.
German top candidate of the European People's Party (EPP) for the European elections Manfred Weber looks on on stage during speeches after the first results in the European parliament election at the CDU headquarters in Berlin on May 26, 2019. - Europeans headed to the polls in their tens of millions as 21 countries chose their champions in a battle between the nationalist right and pro-EU forces to chart a course for the union. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)
„Wir wollen fundamentale Änderung“
Der Niederländer Bas Eickhout (42), der neben der Deutschen Ska Keller Spitzenkandidat der EU-Grünen bei diesen Wahlen sein wird, erklärt, worum es seiner Partei in der anstehenden Kampagne geht.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.