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Linke Ideen zum Klimaschutz
Für Déi Lénk müssen in der Klima- und Sozialpolitik neue Wege eingeschlagen werden. Unter anderem fordern sie eine faire Biolandwirtschaft.

Linke Ideen zum Klimaschutz

Pierre Matgé
Für Déi Lénk müssen in der Klima- und Sozialpolitik neue Wege eingeschlagen werden. Unter anderem fordern sie eine faire Biolandwirtschaft.
Politik 2 Min. 02.10.2018

Linke Ideen zum Klimaschutz

Patrick BESCH
Patrick BESCH
Für Déi Lénk sind Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zwei Aufgabenbereiche, die man nicht voneinander trennen kann.

"Die soziale Ungerechtigkeit, die in unserem Land immer größer wird, wurde bisher kaum im Wahlkampf thematisiert. Gleiches gilt übrigens auch für den Klimaschutz", bemängelt Marc Baum, Abgeordneter für Déi Lénk, am Dienstag auf einer Pressekonferenz zum Thema ökologische Dringlichkeit und soziale Gerechtigkeit. "Dabei sind es vor allem diese zwei Probleme, und viel weniger die Sprache oder die Identität, die unsere soziale Kohäsion gefährden."

In den Augen der Linken sind die Sozial- und Umweltprobleme untrennbar, demnach auch nur gemeinsam zu lösen. "Für uns bedeutet eine gesunde Umwelt auch soziale Gerechtigkeit", so der Abgeordnete David Wagner. Ein Paradigmenwechsel in der Politik sei nötig, denn in den vergangenen Jahren sei der soziale Fortschritt viel zu kurz gekommen. "Selbst der Dialog in der Chamber zum Thema soziale Ungerechtigkeit fand gar nicht statt", stellt Baum fest.

Vier Säulen des Erfolgs

Um die Gesellschaft wieder ein Stück weit gerechter zu machen, schlagen die Linken vier Lösungsansätze vor. Ihrer Ansicht nach müssen vor allem in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Steuern und Umweltschutz neue Wege eingeschlagen werden.


20.7. IPO  / PK Dei Lenk Foto:Guy Jallay
"Raus aus der Schmuddelecke"
Déi Lénk stellten am Donnerstag ihr Wahlprogramm vor. Dabei fordert die Partei eine Kehrtwende in der Politik, auch um das Image des Landes zu verbessern.

"Wir müssen eine offensive Politik führen, damit die Löhne wieder steigen und wieder mehr Menschen eine gute Arbeit finden", fordert Baum. Auch das Phänomen der "Working poor" macht den Linken Sorgen. "Jeder Mensch muss von seiner Arbeit leben können", lautet eine der Kernforderungen des Abgeordneten.

An der aktuell prekären Lage auf dem Wohnungsmarkt trage die öffentliche Hand auch Mitschuld, so Baum. Weder der Staat noch die Gemeinden hätten genug in den öffentlichen Wohnungsbau investiert. "Der von der aktuellen Regierung eingeführte Mietzuschuss ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", lässt Marc Baum wissen. Seine Partei fordert deshalb unter anderem eine Mietpreisbremse, eine massive Erhöhung der staatlichen Investitionen in den öffentlichen Wohnungsbau sowie eine bessere Mobilisierung von brachliegendem Bauland.

Ein gleiches Fazit zieht er auch in der Steuerpolitik der vergangenen Jahre: "Die Steuerreform der Regierung hat kaum zu Steuerentlastungen der kleinen Leute geführt. Will man sozial gerechte Politik betreiben, dann muss man die Steuertabelle auf den Kopf stellen." In den Augen der Linkspartei müssen vor allem hohe Gehälter sowie Kapital und die großen Unternehmen wieder stärker besteuert werden.

"Die Reichen verschmutzen die Umwelt viel stärker als die Armen. Dabei trifft der Klimawandel gerade letztere", stellt David Wagner fest.  "Genau deshalb muss die ökologische Transition eine starke soziale Dimension haben." Déi Lénk schlagen unter anderem einen kostenlosen öffentlichen Transport, sozial gestaffelte Energiepreise und eine nachhaltige und gerechte Wirtschaftsbesteuerung vor. 




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