Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Lenerts Wochenrückblick: Wenig Änderungen
Politik 5 Min. 30.07.2020

Lenerts Wochenrückblick: Wenig Änderungen

Die Urlaubszeit und das Baugewerbe beschäftigen die Ministerin derzeit besonders. Es laufen auch die Vorbereitungen auf den Schulbeginn.

Lenerts Wochenrückblick: Wenig Änderungen

Die Urlaubszeit und das Baugewerbe beschäftigen die Ministerin derzeit besonders. Es laufen auch die Vorbereitungen auf den Schulbeginn.
Foto: Chris Karaba
Politik 5 Min. 30.07.2020

Lenerts Wochenrückblick: Wenig Änderungen

Annette WELSCH
Annette WELSCH
In ihrem wöchentlichen Rückblick auf die Entwicklung bei den Covid-19-Infektionen verwies Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) auf eine relativ stabile Situation.

„Die Zahlen steigen leicht, aber nicht in beunruhigendem Ausmaß“, war das Fazit von Gesundheitsministerin Paulette Lenert, als sie am Donnerstagnachmittag zum dritten Mal ihren Wochenrückblick hielt. Zwischen dem 20. und 26. Juli  wurden 82.905 Tests durchgeführt - davon waren 17.469 Tests an Grenzgängern. 695 waren insgesamt positiv, 685 waren es in der Woche zuvor.

Mit einer Quote von 0,83 Prozent positiver Fälle liege das Land leicht über der Quote der vergangenen Woche (0,72 Prozent), aber im Vergleich mit anderen Ländern niedrig, betonte Lenert. Dennoch: Die Reproduktionszahl sank zwar von 1,27 auf 1,01 - sie liegt im Wochenschnitt aber noch immer über eins, sodass weiterhin eine infizierte Person eine weitere ansteckt. Am Donnerstag liegt die Reproduktionszahl bei 1,0.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert bei ihrem Wochenrückblick in der Villa Louvigny.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert bei ihrem Wochenrückblick in der Villa Louvigny.
Foto: Chris Karaba

Asymptomatisch - oder auch nicht

Mit dem Large Scale Testing wurden 72 Prozent der Tests durchgeführt, wodurch zwölf Prozent der positiven Fälle gefunden wurden - 88 Personen, die eigentlich asymptomatisch waren. Bei den Nachfragen stellte sich heraus, dass dennoch zwei Drittel von ihnen leichte Symptome verspürt hatten, sich aber nichts dabei dachten.

Wir glauben an unsere Teststrategie und sehen, dass auch andere Länder sie übernehmen wollen.


Gesundheitsministerin Lenert trifft saarländische Amtskollegin
Am Dienstag traf Gesundheitsministerin Paulette Lenert ihre saarländische Amtskollegin in Perl. Das Ziel ist ein grenzübergreifender Pandemieplan, der bereits Ende des Jahres vorgestellt werden könnte.

Lenert verwies darauf, dass man sich weiter darum bemühe, dass international die Bewertungskriterien von Luxemburg geändert werden: Bei der Risikoeinschätzung von Luxemburg sich nicht nur auf die Infektionsfälle zu basieren, sondern die Rate der positiven Fälle sowie die niedrigen Todeszahlen zu bewerten. „Wir glauben an unsere Teststrategie und sehen, dass auch andere Länder sie  übernehmen wollen.“   

Das Durchschnittsalter der Infizierten ist nochmals leicht von 35,7 auf 35,2 Jahre gesunken. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen lag derweil bei 33 neuen Fällen, 24 waren es die Woche zuvor. Das Durchschnittsalter der Personen, die eine stationäre Versorgung brauchen, liegt bei 56 Jahren. Eine Person verstarb im Lauf der vergangenen Woche. 

Zufrieden mit Kontakt-Tracing

Mit dem Kontakt-Tracing wurden 3.521 Personen erfasst: 1.225 wurden als positiv bestätigt und in Isolierung gesetzt, 2.269 in die siebentägige Quarantäne verbannt, wobei sie sich ab dem fünften Tag testen lassen können. Lenert zeigte sich insgesamt zufrieden: „Wir meistern das Tracing, haben mittlerweile Routine darin und bilden auch ständig weiteres  Personal aus.“

Bei den Infektionsherden fiel das Baugewerbe auf: Dort zeigten sich in fünf zusätzlichen Betrieben mehr als drei Infizierte. Insgesamt bleibt es dabei, dass die meisten Infektionen im privaten und familiären Umfeld geschehen, wenn die Distanzregeln vernachlässigt werden. 200 Fälle waren es allein durch Familienfeste in der vergangenen Woche. „Die Barrieregesten sind wichtig, im privaten wie im öffentlichen Raum und auf der Arbeit“, mahnte Lenert.

Im Baugewerbe sind bei fünf zusätzlichen Unternehmen Infektionsfälle aufgetreten.
Im Baugewerbe sind bei fünf zusätzlichen Unternehmen Infektionsfälle aufgetreten.
Foto: Gerry Huberty

Gezielter im Bau und im Süden testen

Was die Teststrategie anbelangt, so werde nun gezielter im Bausektor und in den Haushalten im Kanton Süden getestet. Dabei wird geschaut, wie sich ein  Haushalt zusammensetzt und dann systematisch jeweils eine Person auf Covid-19 hin untersucht. „Dort, wo mehr Infektionsfälle präsent sind, wird engmaschiger getestet“, erklärte Lenert. 

Präventiv geht es auch am Findel zu: Von zehn auf 15 Prozent ist die Anzahl der Reiserückkehrer gestiegen, die sich noch am Flughafen testen lassen. 51 Personen wurden so rausgefiltert. „Sie haben sich nicht im Flugzeug angesteckt, sondern die Infektion aus dem Reiseort mitgebracht“, präzisierte Lenert.  Es werde wahrscheinlich basierend auf diesen Erfahrungswerten zu entsprechenden Reiseempfehlungen kommen.

Test für den Urlaub online bestellen


Durchkreuzte Reisepläne: Kann ich meinen Urlaub noch absagen?
In Corona-Zeiten fällt die Reiseplanung schwer – besonders für jene Luxemburger, deren Pläne vor Kurzem ins Wasser gefallen sind. Kann der bereits vom Arbeitnehmer genehmigte Urlaub noch abgesagt werden?

Während der Urlaubszeit wird die Präsenz am Findel nun verstärkt: Derzeit sind 20 Studenten am Flughafen unterwegs, um die Rückkehrer zu sensibilisieren, sich testen zu lassen. 70 sind zusätzlich in Ausbildung. Für diejenigen, die einen negativen Test für ihren Reiseantritt brauchen, gibt es ab Freitag, den 31. Juli, die Möglichkeit, online unter www.covid19.lu eine Verschreibung anzufragen, wenn das Reisezielland es erfordert

Gesundheitsministerin Paulette Lenert bei ihrem Wochenrückblick in der Villa Louvigny.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert bei ihrem Wochenrückblick in der Villa Louvigny.
Foto: Chris Karaba

Auch im Bausektor heißt es nach dem Kollektivurlaub, dass in Zusammenarbeit mit den Betrieben verstärkt Prävention betrieben wird: Hier wird mit Test-Gutscheinen gearbeitet, die von den Direktionen gezielt ausgegeben werden, denn die kennen ihr Personal am besten. „Wir ziehen ein Muster über zwei Wochen und testen im Zweifel ganze Betriebe durch.“

Lenert ging auch noch auf den Schulbetrieb ein. Bis Mitte August soll ein Dokument mit einer Analyse vorliegen, wie der Infektionsverlauf in den Schulen war. „Wir arbeiten daran, wie wir uns für den Schulanfang aufstellen“, erklärte Lenert. Es gebe bislang aber keine Erkenntnisse, dass in den Schulen eine besondere Gefahr bestehe - ganz im Gegenteil sei sie eher geringer. 


Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Macht der Antikörper
Ein in Luxemburg entwickelter Test kann die Wirksamkeit von Covid-19-Antikörpern messen. Die Leiterin des Projektes Dr. Danielle Perez Bercoff stand dem "Luxemburger Wort" Rede und Antwort.
Mit dem in Luxemburg entwickelten Test kann die Effizienz der SARS-Cov-2-Antikörper gemessen werden.
Schwedens Corona-Sonderweg: Eine Zwischenbilanz
Wenig Restriktionen, deutlich mehr Tote als die Nachbarländer: Seit Monaten wird kontrovers über Schwedens Corona-Sonderweg diskutiert. Wie geht es dem Land nach knapp einem halben Jahr mit Covid-19?
State Epidemiologist Anders Tegnell of the Swedish Public Health Agency attends a press conference to update on the COVID-19 coronavirus situation on July 28, 2020 in Solna near Stockholm, Sweden. (Photo by Jonathan NACKSTRAND / AFP)