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Lenert: "Wir sind noch im kritischen Bereich"
Politik 3 Min. 06.01.2021

Lenert: "Wir sind noch im kritischen Bereich"

181 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche konnte Paulette Lenert vermelden, aber bei nur 34.000 Tests.

Lenert: "Wir sind noch im kritischen Bereich"

181 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche konnte Paulette Lenert vermelden, aber bei nur 34.000 Tests.
Foto: Gerry Huberty
Politik 3 Min. 06.01.2021

Lenert: "Wir sind noch im kritischen Bereich"

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Der Wochenbericht vom 28. Dezember bis 3. Januar zeigt weiter sinkende Infektionszahlen. Bei allem Optimismus müsse man vorsichtig bleiben, sagt die Gesundheitsministerin.

Von 1.267 auf 1.135 Personen - elf Prozent weniger Neuinfektionen als in der Vorwoche gab es zwischen dem 28. Dezember und dem 3. Januar, 14 Prozent weniger Intensivpflege war nötig und auch bei den Sterbefällen zeigt sich eine Rückgang um 40 Prozent von 36 auf 22. Weil aber mit insgesamt 33.948 PCR-Tests auch 32 Prozent weniger getestet wurde, bleiben die Reproduktionsquote (0,93 gegenüber 0,40 in der Vorwoche) und die Positivitätsquote (3,34 gegenüber 2,54 in der Vorwoche) hoch.

Wie aus dem Wochenbericht hervorgeht, ist war das Virus in der vergangenen Woche mit jeweils über 100 Fällen auf 100.000 Einwohner in den Regionen Wiltz, Vianden und Esch/Alzette am stärksten verbreitet.

„Die Positivitätsrate bei den Tests auf Verschreibung liegt bei 6,86 und muss noch sinken“, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), als sie am Mittwoch den Wochenbericht persönlich vorstellte. „Wir sind und bleiben im Januar noch im kritischen Bereich, die Zahlen sind noch nicht niedrig genug. Bei mehr als 150 Neuinfektionen pro Tag ist das Kontakt-Tracing nicht effizient und die Dunkelziffer bleibt hoch.“

Optimistisch, aber weiter vorsichtig


Politik, Rgierung, neue Bestimmungen,Briefing Bettel, Lenert  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Neue Covid-Regeln: Maximale Normalität und maximaler Schutz
Ab dem 10. Januar gilt die Ausgangssperre wieder ab 23 Uhr - Lockerungen und weitere Einschränkungen sollen laut Regierung einen ausgewogenen Mix ergeben.

Von 4.995 aktiven Infektionen am 27. Dezember auf 3.114 am 3. Januar sank die Zahl der Erkrankten, von 135 auf 103 die Zahl der Hospitalisierten auf den normalen Stationen, von 37 auf 32 die Zahl der Patienten auf der Intensivstation. Das und auch dass der Zeitraum, in dem sich die Infektionen verdoppeln von 16 Tagen auf 21 gestiegen ist, könne einen optimistisch stimmen, aber es sei noch immer Vorsicht geboten, betonte Lenert. 

Deswegen bleibe man restriktiv, lasse den Horesca-Sektor zu, werde auch nichts an den Privatbesuchen ändern und beim Sport strenger werden. „Die Ausgangssperre hat etwas gebracht und macht in diesem Monat weiter Sinn“, meinte sie. Die Kritik daran, dass trotz eines sehr kritischen Berichts seitens der Gesundheitsdirektion die Geschäfte wieder öffnen dürfen, Kinos und Theater auch und die Ausgangssperre auf 23 Uhr verlängert wird, ließ sie nicht gelten. 

Santé-Bericht wollte Status Quo erhalten

„Wir haben den Bericht so verstanden, dass der Status Quo bleiben muss, damit die Zahlen weiter sinken. Das ist auch unser Ziel. Unsere Botschaft mit den neuen Maßnahmen war, dass die strengen Maßnahmen bleiben müssen. Ich verstehe nicht, wie sie als Lockerungen empfunden werden können, denn wir sind jetzt strenger als vor den Feiertagen.“  

Unser Ziel ist, dass die Infektionszahlen weiter sinken.

Paulette Lenert

Politik, Interview Jean-Claude Schmit, Ministère de la Santé, Direction de la Santé, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Santé-Bericht warnt vor Lockerungen
Mit der Effizienz der Covid-Maßnahmen in den letzten Wochen des Jahres 2020 befasst sich die Gesundheitsdirektion und mahnt: Trotz leichter Verbesserung sollte es keine Lockerungen geben.

Mittlerweile habe sich auch bestätigt, was ihr bei Visiten von Krankenhäusern mitgeteilt wurde, nämlich dass die mentale Gesundheit der Menschen leide. „Ärzte und Kontaktzentren berichten darüber, dass mehr Psychosen und Depressionen festgestellt werden und die Tendenz besteht, dass mehr Gedanken über Suizid geäußert werden, vor allem von alten und jungen Menschen. Deswegen ist es auch ein Mehrwert, wenn die Kinder und Jugendlichen wieder zur Schule gehen können.“

Impfstrategie für die zweite Phase am Freitag

Am Freitag wird die Regierung über die zweite Phase der Impfstrategie entscheiden, die Ende März, wenn das Gesundheitspersonal ganz durchgeimpft ist, beginnen wird. Mit einem Gutachten dazu wird dann auch die Nationale Ethikkommission befasst werden, stellte Lenert in Aussicht. Nun warte man auf Neuigkeiten, ab wann der am Mittwoch zugelassene Moderna-Impfstoff in welcher Quantität verfügbar ist. Auch das wird die Impfstrategie beeinflussen. 


27.12.2020, Baden-Württemberg, Sindelfingen: Ein Mitglied eines Mobilen Impfteams zieht in einem Altenpflegeheim eine Dosis eines Covid-19 Impfstoffes auf. Am Sonntag haben die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland begonnen. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erste Pflegeheimbewohner wurden geimpft
Die Impfkampagne in den Pflegeheimen hat begonnen. Am Mittwoch wurden nun die ersten Bewohner geimpft.

Bislang sind 1.200 Personen geimpft, am 11. Januar geht es in den Spitälern weiter, wenn die nächsten Impfdosen kommen, die ab dann im Wochenrhythmus erwartet werden. Ab dem 18. Januar werden die zweiten Impfungen gesetzt und dann kommt das Gesundheitspersonal von außerhalb den Spitälern an die Reihe. Am Mittwoch wurden auch die ersten Senioren in einem Pflegeheim geimpft: Zwischen dem 6. und 14. Januar kommen dann noch zehn weitere  Pflegeheime dazu. 

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