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Lenert: "Wir haben genug Betten, aber zu wenig Personal"
Politik 2 Min. 20.12.2021
Interview zur Pandemielage

Lenert: "Wir haben genug Betten, aber zu wenig Personal"

Paulette Lenert.
Interview zur Pandemielage

Lenert: "Wir haben genug Betten, aber zu wenig Personal"

Paulette Lenert.
Foto: Alain Piron
Politik 2 Min. 20.12.2021
Interview zur Pandemielage

Lenert: "Wir haben genug Betten, aber zu wenig Personal"

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Kritik an fehlenden Krankenhausbetten sei "die falsche Debatte", so die Gesundheitsministerin. Eine Impfpflicht sei "das allerletzte Mittel".

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) hat sich in einem Interview mit dem „Quotidien“ zur Einführung von 2G und 3G sowie zu einer möglichen Impfpflicht geäußert. Außerdem reagierte sie auf Kritik der Oppositionspartei ADR am schrittweisen Bettenabbau in den Krankenhäusern bereits vor der Pandemie. 

Auf die Frage, ob die Einführung von 2G in der Freizeit und 3G am Arbeitsplatz nicht doch eine versteckte Impfplicht darstelle, sagte Lenert, es handele sich vielmehr um einen „Teil-Lockdown für die Ungeimpften“. Das sei natürlich „gesellschaftlich gesehen eine dramatische Entscheidung“, für die es aber außer einem generellen Lockdown keine Alternativen gebe, so die LSAP-Politikerin. Es sei in einer Demokratie auch gerechter, sich den Menschen gegenüber solidarisch zu zeigen, die sich dazu entschlossen hätten zu handeln - gemeint ist wohl, sich impfen zu lassen. 

Angesprochen auf die Kritik an ihrer Kommunikation der Impfkampagnen, sagte Lenert, die Herausforderung bestehe vor allem darin, mit den einzelnen Bevölkerungsgruppen im Land besser in Kontakt zu kommen. Hier sei man im engen Kontakt mit den Gemeinden - den staatlichen wie den religiösen - um das weitere Vorgehen zu besprechen: „Wir schauen uns zum Beispiel das in Bremen in Deutschland angewandte Modell genau an, dort ist man mit gezielten Aktionen mit der ausländischen Bevölkerung und mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen auf eine sehr hohe Impfrate gekommen.“ Aber, so Lenert: „Ein Wundermittel gibt es nicht.“

Eine Impfpflicht schließt Lenert nicht kategorisch aus, nennt sie aber „das allerletzte Mittel“. Das Ministerium bereite sich zwar sowohl auf eine allgemeine als auch auf eine sektorielle Impfpflicht vor, die Regierung sei aber immer noch gewillt, schrittweise Maßnahmen zu treffen. Sollte es am Ende, zum Beispiel wegen der Omikron-Variante, so weit kommen, dass es eine Impfpflicht gebe, sei diese gleichbedeutend mit einer „Geste der Solidarität“. Und dann sei eine allgemeine Impfpflicht einer sektoriellen, etwa nur für den Gesundheitssektor, vorzuziehen. Denn jeder müsse Verantwortung übernehmen, so die Gesundheitsministerin.   


Bei der Pressekonferenz mit Jean-Claude Schmit, Paulette Lenert und der Kinderärztin Dr. Isabel de la Fuente Garcia ging es um die Kinderimpfung und den aktuell neu aufgetretenen ersten Omikron-Fall in Luxemburg.
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Dass die ADR jetzt kritisiere, es habe schon vor der Pandemie einen schrittweisen Bettenabbau in den Krankenhäusern gegeben, empfindet Lenert als „die falsche Debatte“. Das Problem liege beim fehlenden Personal, nicht bei den fehlenden Plätzen im Krankenhaus. Bislang sei noch kein Luxemburger Patient aufgrund fehlender Kapazitäten im Ausland behandelt worden, das Gegenteil sei eher der Fall. Allerdings: „Wir müssen auch diese Frage neu bewerten.“

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