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Lehrerumfrage zur Formation professionnelle: "Berufsausbildung ist am Ende"
Politik 24.03.2016

Lehrerumfrage zur Formation professionnelle: "Berufsausbildung ist am Ende"

Die Arbeitsplätze der Zukunft erfordern hohe Qualifikationen.

Lehrerumfrage zur Formation professionnelle: "Berufsausbildung ist am Ende"

Die Arbeitsplätze der Zukunft erfordern hohe Qualifikationen.
Foto. Marc Wilwert
Politik 24.03.2016

Lehrerumfrage zur Formation professionnelle: "Berufsausbildung ist am Ende"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Wer könnte am besten über die Zustände in der Berufsausbildung Bescheid wissen, wenn nicht die betroffenen Lehrer selbst? Sie wurden aber bisher nicht befragt. Das haben nun die Gewerkschaften getan, und ihre Ergebnisse am Donnerstag vorgestellt.

(mig) - Seit Jahren stöhnt die Lehrerschaft über katastrophale Zustände in der Berufsausbildung. Bildungsminister Claude Meisch hat eine Reform angekündigt, nachdem er die Uni Luxemburg mit einer Studie über die Stärken und Schwächen der Formation professionnelle beauftragt hatte. Befragt wurden Schuldirektoren, Eltern, Schüler und Berufskammern. Die hunderte Lehrer, die tagtäglich mit den Problemen konfrontiert sind, gehörten nicht dazu.

Um ihre Meinung einzuholen, haben die drei Gewerkschaften Apess, SEW und Féduse Anfang des Jahres eine Umfrage gestartet. 360 "Titulaires de classe" haben mitgemacht.

Welche Prioritäten sind zu setzen?

Erste Priorität ist nach Ansicht der Befragten eine Reform des cycle inférieur und eine Anpassung der Promotionskriterien. Das aktuelle System verlange zu wenig Leistung von den Schülern, meinte der Féduse-Vertreter Serge Schaetzel am Donnerstag bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.

Wegen der hohen Misserfolgsquote auf 10e drängt sich des Weiteren eine Verbesserung der Orientierung auf 9e auf. Ferner fordern 43 Prozent der Lehrer eine "mise à plat" der Berufsausbildung, also einen Neuanfang, der mit allen Schulpartnern diskutiert werden sollte. "Es macht keinen Sinn, das System weiter zu therapieren", meinte Schaetzel. "Der Patient ist halbtot."

90 Prozent der Befragten fordern eine Wiedereinführung des Notensystems bzw. einen Mix aus Noten und Kompetenzbewertung, "zumal Schüler mit einem Technikerdiplom eine Notenbewertung benötigen, um an einer Hochschule angenommen zu werden", so Jules Barthel vom SEW.

Eine klare Mehrheit der Lehrer sprach sich für die Wiedereinführung eines nationalen Abschlussexamens, zumindest für die Technikerlaufbahn, und für eine Wiedereingliederung der Technikerausbildung (Technicien) in das "Régime technique" aus. "Die Leistungen der Schüler in der Technikerausbildung sind seit der Reform enorm zurückgegangen", wusste Jules Barthel zu berichten. Wenn wir gleichzeitig wissen, dass über 90 Prozent der zukünftigen Arbeitsplätze ein Hochschulstudium erfordern, ist es umso wichtiger, das Niveau anzuheben", so Barthel.

Bereit zu protestieren

84 Prozent der Befragten sind übrigens bereit, sich Protestaktionen anzuschließen, sollte es nicht zu einer grundlegenden Verbesserung der Berufsausbildung kommen.


 


 



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