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Lehrergewerkschaft: "Schwimmunterricht ist problematisch"
Politik 2 Min. 18.11.2020

Lehrergewerkschaft: "Schwimmunterricht ist problematisch"

In der Réidener Schwemm ist die Zwei-Meter-Distanz-Regel Pflicht. Das Einhalten dieser Regel ist im Falle des Schulschwimmunterrichts oft nicht möglich, kritisieren Lehrer und Eltern.

Lehrergewerkschaft: "Schwimmunterricht ist problematisch"

In der Réidener Schwemm ist die Zwei-Meter-Distanz-Regel Pflicht. Das Einhalten dieser Regel ist im Falle des Schulschwimmunterrichts oft nicht möglich, kritisieren Lehrer und Eltern.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 18.11.2020

Lehrergewerkschaft: "Schwimmunterricht ist problematisch"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Sportunterricht in den Schulen bleibt - auch im Falle einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Doch besonders der Schwimmunterricht bereitet Sorgen.

Am Montag will die Regierung über strengere Covid-Maßnahmen entscheiden, um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Grund sind die Infektionszahlen, die trotz nächtlicher Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung weiter hoch sind. Im Exposé des motifs des Gesetzentwurfs erklärt die Regierung, dass die Virusverbreitung die gesamte Bevölkerung betrifft und dass das Ausmaß des Infektionsgeschehens es nicht mehr zulässt, die Infektionsquellen zu ermitteln.


Bildungsminister Claude Meisch (DP) hat am Donnerstag seinen Covid-Bericht zur Infektionslage seit der Rentrée aus den Schulen vorgestellt und sieht momentan keine Notwendigkeit für die Einführung eines A/B-Modells in den höheren Klassen. Aber das Stufenmodell wird angepasst.
Claude Meisch: "Sanitärkonzept in den Schulen hat sich bewährt"
Der Bildungsminister stellte am Donnerstag den Bericht über das Infektionsgeschehen in den Schulen seit der Rentrée vor. Für zusätzliche Maßnahmen sieht er keine Notwendigkeit.

Der Gesetzentwurf sieht vor, die sozialen Kontakte überall dort einzuschränken, wo die Sicherheitsmaßnahmen (Distanz und Mund-Nasen-Schutz) nur schwer eingehalten werden können: zu Hause, im Gaststättengewerbe, im Sport und in der Kultur. 

Die Schulen werden weiterhin geöffnet bleiben. In der Sekundaroberstufe würde im Falle einer allgemeinen Verschärfung der Regeln der Alternativunterricht eingeführt werden und es ist vorgesehen, die Zahl der Personen, die an einem Tisch in der Kantine sitzen, zu reduzieren.  Ansonsten sind keine grundlegenden Änderungen vorgesehen. Im Gesetzentwurf steht: „Les activités scolaires, périscolaires et parascolaires, y compris sportives, sont maintenues.“ 

Doch die Sache mit den sportlichen Aktivitäten ist problematisch, wie Patrick Remakel, Schulpräsident und Vorsitzender des Syndicat national des enseignants (SNE) erklärt. Besonders der Schwimmunterricht bereite große Sorgen.

Theorie und Praxis

Momentan - und das soll auch so bleiben - dürfen bei Schulsportaktivitäten nicht mehr als vier Personen in einer Gruppe ohne Mund-Nasen-Schutz zusammen sein und die Gruppen sollen sich nicht vermischen. Bis die Aktivität beginnt, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht, außer in den Duschräumen. So weit die Theorie.

In der Praxis aber ist das Einhalten dieser Regeln - vor allem im Falle des Schwimmunterrichts - faktisch kaum einzuhalten beziehungsweise die Realität sieht schlicht anders aus. „In unserer Schule fahren drei Klassen zusammen in einem Bus zur Schwimmhalle, die drei Klassen ziehen sich zusammen in einem Umkleideraum um, gehen zeitgleich duschen und zeitgleich zusammen schwimmen. Das ist sehr problematisch“, sagt Remakel. „Viele Lehrer fühlen sich unsicher bei dieser Aktivität.“

Auf die Probleme angesprochen erwidere Minister Claude Meisch (DP) stets, zum jetzigen Zeitpunkt seien keine Anpassungen vorgesehen. „Was uns fehlt, ist die Weitsicht - was die nächsten Etappen sein könnten. Wir wissen jetzt, welche Schritte die Regierung in der Gesamtbevölkerung plant, aber wir haben keine Ahnung, was in den Schulen geplant ist, wie es beispielsweise mit dem Schulsport weitergeht.“

„Empfehlungen stimmen mit Realität nicht überein“

Auch Eltern haben Sorge wegen des Schwimmunterrichts, wie folgender Fall zeigt, von dem ein Vater berichtet. Sein Sohn ist im Zyklus 4. „Seine Klasse schwimmt mit über 20 Kindern aus zwei anderen Schulen in einem etwa 20 Meter langen Becken." Die Regel der Vierergruppen, die sich nicht vermischen sollen, sei nicht umsetzbar. „Das macht mir große Sorgen.“ 

Die Empfehlungen stimmten mit der Realität schlicht nicht überein, sagt der Vater, „es sei denn, man geht in die Coque und verteilt eine Klasse in die vier Ecken der dortigen 50-Meter-Bahn, und sorgt dafür, dass die vier Gruppen dann auch nacheinander - getrennt - in Dusche, Umkleide und zum Föhn gehen.“ Was der Vater anprangert, ist die fehlende Kohärenz. „Schwimmen und gleichzeitig Abstand halten, geht nicht.“ In vielen Teilen der Nachbarländer sei der Schwimmunterricht längst gestrichen. „Und die haben niedrigere Infektionszahlen als wir in Luxemburg.“

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