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Lehrer drohen mit Boykott
Politik 2 Min. 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Sparpläne im Schulwesen

Lehrer drohen mit Boykott

Die Sekundarschullehrer wehren sich gegen die Sparpläne der Regierung und drohen mit einem Boykott der Abschlussexamen.
Sparpläne im Schulwesen

Lehrer drohen mit Boykott

Die Sekundarschullehrer wehren sich gegen die Sparpläne der Regierung und drohen mit einem Boykott der Abschlussexamen.
Foto: Marc Wilwert
Politik 2 Min. 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Sparpläne im Schulwesen

Lehrer drohen mit Boykott

Die Sekundarschullehrer wehren sich gegen die Sparpläne der Regierung im Schulwesen. Sie drohen mit einem Boykott der Abschlussexamen. Féduse-Präsident Camille Weyrich spricht von einem Warnruf an die Regierung.

(mig) - Die Sekundarschullehrer sind verärgert über die Sparpläne der Regierung im Schulwesen und drohen mit einem Boykott der Abschlussexamen. Féduse-Präsident Camille Weyrich spricht von einem Warnruf an die Regierung.

Die Regierung hatte angekündigt, Lehrer von Abschlussklassen, die während der Examenszeit keinen regulären Unterricht abhalten, nur noch für tatsächlich geleistete Arbeitsstunden zu entlohnen. Das kommt einem Affront gleich, findet Féduse-Präsident Camille Weyrich. „Jeder, der Erfahrung mit Abschlussklassen hat, weiß, wie viel Arbeit das ist“, sagte Weyrich auf LW-Nachfrage.

Der Entschluss, sich gegen die Sparpläne und die Vorgehensweise der Regierung zu wehren, fiel Anfang der Woche anlässlich der Generalversammlung der Lehrerkomitees. Die Lehrerschaft wird aufgerufen, aus den Examenskommissionen auszutreten bzw. ihre Nominierung abzulehnen.

Bei diesem Aufruf handelt es sich Apess-Präsident Daniel Reding zufolge nicht um einen gewerkschaftlichen Vorschlag, sondern um eine Initiative von sieben Lehrerkomitees, denen sich noch am gleichen Abend 17 weitere Komitees angeschlossen haben.

Reding ist erfreut, dass „sich etwas tut“, hegt aber auch Bedenken. Die Gewerkschaft will den Vorschlag auf etwaige rechtliche Konsequenzen hin überprüfen, kommende Woche Stellung dazu beziehen und gegebenenfalls alternative Maßnahmen gegen die Sparpläne vorbringen.

"Wenn die Regierung die Arbeit stundenweise bezahlen möchte, dann werden wir alle Stunden in Rechnung stellen", sagte Camille Weyrich. Er fordert einen angemessenen Stundenlohn, "auch für die mündlichen Prüfungen, für die die Lehrer heute nicht entlohnt werden".

Den Aufruf zum Boykott will Weyrich als Warnruf verstanden wissen, den man relativieren müsse. Gleich welche Maßnahme man ergreife, am Ende müsse sichergestellt sein, dass die Schüler nicht als Geisel genommen werden, wobei Camille Weyrich darauf hinweist, dass „nicht die Lehrer die Schüler als Geisel nehmen, sondern die Regierung, die die ganze Sache ins Rollen gebracht hat“.

CHFEP warnt vor Kollateralschäden

Der Präsident der Staatsbeamtenkammer, ehemaliger Lehrer und Schuldirektor, Emile Haag, hält die Kürzungen für übertrieben. Die Arbeit sei sehr aufwendig und werde von den Lehrern mit großem Engagement durchgeführt, sagte Haag am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz zu den Sparplänen der Regierung. Die Kürzungen hätten zur Folge, dass es schwierig werde, Lehrer zu finden, die bereit seien, in Abschlussklassen zu unterrichten. "Dieser Schuss geht nach hinten los und bewirkt außerdem noch Kollateralschäden", so Emile Haag.


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