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Lehrbeauftragte befürchten Einkommensverlust
Politik 2 Min. 21.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Stundenplan in der Grundschule

Lehrbeauftragte befürchten Einkommensverlust

So soll der Stundenplan in der Grundschule nach Plänen des Bildungsministeriums künftig aussehen.
Stundenplan in der Grundschule

Lehrbeauftragte befürchten Einkommensverlust

So soll der Stundenplan in der Grundschule nach Plänen des Bildungsministeriums künftig aussehen.
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Politik 2 Min. 21.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Stundenplan in der Grundschule

Lehrbeauftragte befürchten Einkommensverlust

Nach den Lehrergewerkschaften und dem Dachverband der Elternvereinigung äußern auch die Lehrbeauftragten Kritik an der geplanten Einführung eines neuen Stundenplans in der Grundschule. Sie befürchten Lohneinbußen.

(ml) - Die Kritik an dem anstehenden neuen Stundenplan und der verlängerten Unterrichtszeiten in der Grundschule reißt nicht ab. Auch die Lehrbeauftragte haben Angst, dass die geplanten Änderungen für sie in Bezug auf ihr Einkommen weitreichende Folgen haben werden.

Isabelle Bichler vom Landesverband für Lehrbeauftragte in den Grundschulen, hat den Eindruck, dass es sich bei der angekündigten Reform um eine reine Sparmaßnahme handelt und die gesellschaftlichen Aspekte nur als Vorwand benutzt werden.

"Ich habe ein komisches Gefühl," sagt Bichler dem "Wort". Sie hegt den Verdacht, dass es dem Bildungsministerium lediglich darum geht,  die Stundenzahl der diplomierten Lehrkräfte zu erhöhen, damit diese mehr Präsenz in der Schule zeigen müssen. Laut ihren Berechnungen müssen die "Titulaires" künftig pro Woche 102 Minuten länger antreten. Die erhöhte Präsenz der Lehrer sei jedoch wenig wirksam, da die Kinder wöchentlich eine Stunde weniger Schule hätten, so Bichler, die sich klar gegen eine Verlängerung des Unterrichts ausspricht. Siebenstündige Schultage seien für Schüler in dem Alter einfach zu viel.

Der gemeinsame Förderunterricht (appui pédagogique), der künftig Montags- und Mittwochnachmittags zwischen 16 und 17 Uhr vorgesehen ist, verfehle völlig sein Ziel, da die ganze Klasse daran teilnehmen soll, anstatt nur diejenigen Schüler, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Offen sei, ob die "chargés de cours" auch davon betroffen sein werden. So stelle sich z.B. die Frage ob Lehrer, die an manchen Nachmittagen freigestellt sind, um 16 Uhr wieder antreten werden, um den "Appui" zu gestalten oder ob die "chargés" einspringen müssen.

Derzeit dürfen Lehrbeaufragte nur Förderunterricht geben, wenn sie eine Anfrage beim Schulinspektor gemacht haben. Nebenfächer, die von den Lehrbeauftragten unterrichtet werden, sollen zwar nicht wegfallen. Das sei zwar im Grunde genommen eine gute Sache. Dafür würde allerdings eine Stunde in einem Hauptfach geopfert werden, was neue Probleme bei der Verarbeitung des Lernstoffs auslösen werde, meint Bichler.

Werteunterricht: Die Unbekannte

Zu einem späteren Zeitpunkt soll in der Grundschule der Werteunterricht eingeführt werden. Auch dort bleibt vieles im Ungewissen. Fest steht, dass der Werteunterricht in die normalen wöchentlichen 26 Stunden eingegliedert wird. Dies bringe mit sich, dass weniger Entlastungen auf die Lehrer entfallen. Die Leidtragenden seien die Lehrbeauftragen, denen dadurch erneut Stunden verloren gehen.

Nicht geklärt ist auch wer die Kurse des Werteunterrichts halten soll. Bisher haben die Lehrbeauftragten die Kurse der Laienmoral gehalten. "Wir haben beim Ministerium einen Antrag gestellt, auch in Zukunft diese Kurse vorrangig gestalten zu dürfen. Eine klare Antwort haben wir noch immer nicht erhalten," so Bichler.

Sie befürchtet, dass die Lehrbeauftragten auch da den Kürzeren ziehen werden, da andere das Vorrecht genießen werden. "Unsere Stundenzahl riskiert derartig reduziert zu werden, dass unser Lohn nicht mehr ausreicht, um davon zu leben," sagt Bichler. Dies sei um so mehr bedenklich, da es unter den Lehrbeauftragten viele alleinerziehende Mütter gebe. An das Bildungsministerium geht deswegen der Aufruf, für Klarheit zu sorgen und Ruhe ins Spiel zu bringen, statt pausenlos neue Reformen in die Wege zu leiten.


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