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Landwirtschaftsministerium stellt Bio Aktionsplan vor
Politik 06.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Landwirtschaftsministerium stellt Bio Aktionsplan vor

Bio-Gemüse und Obst werden bisher größtenteils aus dem Ausland importiert. Dies soll sich ändern.

Landwirtschaftsministerium stellt Bio Aktionsplan vor

Bio-Gemüse und Obst werden bisher größtenteils aus dem Ausland importiert. Dies soll sich ändern.
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Politik 06.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Landwirtschaftsministerium stellt Bio Aktionsplan vor

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Ziel bis 2025: 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzte Fläche soll nachhaltig bewirtschaftet werden. Bauern erhalten während der Umstellungsphase Subventionen.

Das Ziel 100 Prozent Biolandwirtschaft für 2050 liegt noch weit entfernt. Momentan produzieren fünf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen im Land Bioprodukte. „Das nächste Etappenziel sollen mindestens 20 Prozent bis 2025 sein“, sagte Landwirtschaftsminister Romain Schneider, bei der Präsentation des Bio Aktionsplans am Freitag. 


Sommerinterview Romain Schneider, Minister Landwirtschaft, Weinbau, soziale Sicherheit, Wiltz, Terrain Fonds du Logement, Haargarten, Wiltz, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Romain Schneider: Biowende einleiten
Im Sommerinterview spricht Landwirtschafts- und Sozialminister Romain Schneider (LSAP) unter anderem über die Neuausrichtung der heimischen Landwirtschaft hin zu 100 Prozent Bio.

Der planmäßige Wechsel von konventioneller zu nachhaltiger Landwirtschaft, Pan-Bio 2025, ist in vier Zwischenzielen aufgegliedert. Erst soll eine Bestandsaufnahme der nachhaltigen Landwirtschaft gemacht werden. Der zweite Punkt beinhaltet die Sichtbarkeit der ökologischen Landwirtschaft zu erhöhen. Der Minister erklärte: „Um den ökologischen Anteil in der Agrikultur zu erhöhen, ist es wichtig, dass diese Form der Landwirtschaft und die daraus resultierenden Produkte sowohl den Produzenten wie auch den Konsumenten, besser bekannt sind. Der Bio-Gedanke soll ankommen.“ 

Besondere Hilfe während der Transition


Lok, Bodentrockenheit , Dürre , Regenmangel , Landwirtschaft ,Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
Klimaschutz: Landwirte fordern Regierung zum Handeln auf
Der luxemburgische Bauernverband bemängelt die Konzeptlosigkeit der Regierung in Punkto Klimaschutz. Die Politik müsse die Zusammenarbeit mit den Landwirten ausweiten, um so gemeinsam Lösungen ausarbeiten zu können, so der FLB.

Besonders der dritte Punkt könnte die Landwirte interessieren. Dieser sieht eine Erhöhung der Agrarsubventionen vor. Der Ökolandbau wird der am stärksten subventionierte Bereich der Landwirtschaft werden. Die Bauernhöfe sollen besonders während der Umstellungsphase von konventionell zu bio, hohe finanzielle Hilfen erhalten.

Der Minister betont, dass sein Ministerium den Landwirten während der ganzen Transitionsphase beratend zur Seite stehen wird. Manche landwirtschaftliche Produkte können erst nach deren Weiterverarbeitung gewinnbringend verkauft werden. Deshalb beinhaltet das vierte Ziel die Veredelungskette weiterzuentwickeln. Dabei wird man sich nicht nur auf luxemburgische Betriebe beschränken, sondern auch Unternehmen aus der Großregion mit in Betracht ziehen. 

Bei der Umstellung zur Biolandwirtschaft sei für die Bauern die größte Hemmschwelle, dass sie nicht ihres Absatzmarkts sicher seien. Deswegen will das Ministerium bis zum Jahr 2025 erreichen, dass 50 Prozent der Produkte bei den staatliche Kantinen aus der luxemburgischen Landwirtschaft stammen. Davon sollen zwei Fünftel Bioprodukte sein und drei Fünftel aus der konventionellen Landwirtschaft stammen. Wobei Produkte aus der Biolandwirtschaft Vorrang haben werden. 


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