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Landwirtschaft und Naturschutz im Klinsch
Politik 04.08.2014 Aus unserem online-Archiv
Kompensierungsmaßnahmen

Landwirtschaft und Naturschutz im Klinsch

Das Naturschutzgesetz sieht bei Eingriffen in die Natur Kompensierungsmaßnahmen vor.
Kompensierungsmaßnahmen

Landwirtschaft und Naturschutz im Klinsch

Das Naturschutzgesetz sieht bei Eingriffen in die Natur Kompensierungsmaßnahmen vor.
Dani Schumacher
Politik 04.08.2014 Aus unserem online-Archiv
Kompensierungsmaßnahmen

Landwirtschaft und Naturschutz im Klinsch

Das Naturschutzgesetz von 2004 schreibt bei Eingriffen in die Natur Kompensierungsmaßnahmen vor. Immer wieder kommt es deswegen zu Konflikten. Zuletzt im Fall der geplanten Stilllegung des CR119.

(DS) - Weil für den Bau des Tramdepots mehrere Hektar Wald gerodet werden müssen, soll die Straße Stafelter-Dommeldingen geschlossen und die Trasse renaturiert werden. Als die Maßnahme bekannt wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los.

Bausch lenkt ein

Am Ende lenkte Nachhaltigkeitsminister François Bausch ein. Statt des endgültigen Rückbaus der Trasse soll es nun erst einmal eine einjährige Testphase geben. Erst dann soll entschieden werden, ob die Straße endgültig verschwinden wird, oder ob man nach einer anderen Möglichkeit Ausschau hält, um die Abholzung des Grünewalds zu kompensieren.

Die im Naturschutzgesetz von 2004 vorgesehenen Kompensierungsmaßnahmen sorgen regelmäßig für Aufregung. Allerdings bekommt die breite Öffentlichkeit meist wenig davon mit. In den meisten Fällen sind nämlich die Bauern betroffen, weil auf ihren Ländereien kompensiert wird. In Luxemburg stehen kaum andere Flächen zur Verfügung.

Die Bauern verlieren zweimal

Die Landwirte monieren deshalb seit langem, dass sie zweimal Land verlieren: einmal, wenn die Großprojekte gebaut werden, und schließlich ein zweites Mal, wenn der Eingriff in die Natur wieder gut gemacht werden soll. Dabei sind gute Äcker rar. Pro Jahr schrumpft die landwirtschaftliche Nutzfläche um 350 bis 400 Hektar.

Die vorige Regierung hatte das Problem erkannt und wollte noch kurz vor den Wahlen eine landwirtschaftliche Schutzzone schaffen. Die aktuelle Regierung hat die Idee aber wieder aufgegeben, weil sie juristisch auf wackeligen Füßen steht. Umweltministerin Carole Dieschbourg befürchtet eine Prozesslawine.

Deshalb denkt die Regierung darüber nach, den Schutz der landwirtschaftlich genutzten Flächen im Naturschutzgesetz zu verankern, das zur Reform ansteht. Details sind allerdings noch nicht bekannt.