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Landwirtschaft und Naturschutz: 14.586 Biotope müssen geschützt werden
Der Biotopkataster soll für mehr Klarheit sorgen, wirft aber auch neue Probleme auf.

Landwirtschaft und Naturschutz: 14.586 Biotope müssen geschützt werden

John Lamberty
Der Biotopkataster soll für mehr Klarheit sorgen, wirft aber auch neue Probleme auf.
Politik 12.08.2014

Landwirtschaft und Naturschutz: 14.586 Biotope müssen geschützt werden

Im Dauerkonflikt zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz soll der neue Biotopkataster für Ruhe sorgen. Doch die Inventarliste mit den schützenswerten Biotopen sorgt erneut für Unruhe bei den Bauern.

(DS) - Artikel 17 des Naturschutzgesetzes schreibt den Schutz der Biotope vor. In der Vergangenheit kollidierten allerdings des Öfteren die Interessen der Bauern und der Naturschützer. Im Frühjahr stellte Umweltministerin Carole Dieschbourg deshalb den Biotopkataster vor, so wie er im nationalen Naturschutzplan vorgesehen ist. Die Inventarliste enthält landesweit 14.586 verschiedene Biotope, Wälder und Hecken nicht mitgerechnet.

Leitfaden für die Bewirtschaftung

Seit einigen Wochen verfügen die Bauern nun über die Details. Mit der genauen Auflistung der Biotope, die sich auf ihren Ländereien befinden, erhielten sie auch einen Leitfaden an die Hand, der ihnen zeigen soll, wie sie die schützenswerten Flächen bewirtschaften können.

Die Bauern befürchten nun Nachteile, weil längst nicht mehr alles erlaubt ist. Wird nämlich ein Biotop durch die Bewirtschaftung zerstört oder beschädigt, drohen laut Naturschutzgesetz saftige Strafen.

Etwa 20 Härtefälle

Nicht alle Betriebe sind gleichermaßen betroffen. Auf einigen Betrieben gibt es überhaupt keine Biotope, bei anderen Betrieben reihen sie sich aneinander wie die Perlen auf der Schnur. In wenigen Ausnahmefällen breiten sich die Biotope auf einer Fläche bis zu 50 Hektar aus, was natürlich eine Bewirtschaftung sehr schwierig macht. Bei der Landwirtschaftskammer geht man von etwa 20 solcher Härtefälle aus.

Die Arbeiten an dem Biotopkataster reichen bis in das Jahr 2007, als mit der Kartierung begonnen wurde. Experten zogen damals durch das Land, um alle Biotope ausfindig zu machen und detailliert in eine Karte einzutragen.

Für mehr Klarheit

Die Auflistung war auch deshalb notwendig, weil nicht immer klar bewusst war, was ein Biotop ist und wo es sich befindet. Das Kataster soll daher Klarheit schaffen.

Es bleiben aber Probleme. Da die Biotope bereits vor Jahren aufgezeichnet wurden, kann es natürlich in der Zwischenzeit zu Veränderungen gekommen sein. Es stellt sich deshalb die Frage, was passiert, wenn sich nun herausstellen sollte, dass das Biotop – beabsichtigt oder nicht - zerstört wurde. Die Beweislast dürfte schwierig sein. Es bleibt aber auch die Frage der Kontrolle. Die mehr als 14.000 Biotope können nicht fortwährend kontrolliert werden.