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Landesplaner senden Lebenszeichen
Politik 16.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Landesplaner senden Lebenszeichen

Claude Turmes (Déi Gréng) ist auch Landesplanungsminister.

Landesplaner senden Lebenszeichen

Claude Turmes (Déi Gréng) ist auch Landesplanungsminister.
Foto: Guy Wolff
Politik 16.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Landesplaner senden Lebenszeichen

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Es ist ruhig geworden um die Landesplanung. Sehr ruhig. Am Nachmittag sendet Claude Turmes ein Lebenszeichen in seiner Eigenschaft als Minister für Landesplanung.

Gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus der Großregion berät Claude Turmes (Déi Gréng)  bei der sechsten Fachministertagung, wie die großregionale Raumplanung möglichst harmonisch und homogen entwickelt werden kann. „Horizont 2040“ lautet die Vision, die in den zurückliegenden zwei Jahren ausgearbeitet wurde und im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wird.


Die Saarschleife zählt zu den beliebtesten touristischen Attraktionen der Großregion. In der politischen Sphäre fristet die Region jedoch ein Schattendasein, auch bedingt durch die unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen Regionen, beziehungsweise Länder.
Landesplanung auf grenzüberschreitender Ebene
Corinne Cahen ist nicht nur Familien- und Integrationsministerin, sondert leitet außerdem das für die Großregion zuständige Ressort. Im Fokus steht dabei die Ausarbeitung eines grenzüberschreitenden Konzepts zur territorialen Entwicklung der Großregion.

Beispiel Micheville

Schon im September 2017 hatte der damalige Ressortminister François Bausch die Bedeutung der grenzüberschreitenden Kooperation betont: „Luxemburg sollte seine Magnetwirkung überdenken, mit der es quasi alle industriellen Aktivitäten anzieht, ob diese nun zu unserem Wirtschaftsmodell passen oder nicht. Ab und an wäre es sinnvoller, Aktivitäten zumindest in die Grenzregion zu verlagern, wenn nicht sogar jenseits der Grenzen anzusiedeln – allein schon mit dem Mobilitäts-, Pendler- und Ressourcenargument“, so der Grünen-Politiker im „Wort“-Interview, wo er mit Micheville auch gleich ein konkretes Beispiel nannte: „Zuletzt wurde dort viel Wohnraum geschaffen, während Arbeitsplätze auf Belval entstanden sind. Dabei warten auch in Micheville und in der ,Haute Vallée de l’Alzette‘ Industriebrachen darauf, erschlossen zu werden. Also sollten wir diese Chance beim Schopf packen und dort gemeinsam einen grenzüberschreitenden Ballungsraum entwickeln.“

Der lange Instanzenweg der Leitpläne

Was die rein nationale Landesplanung betrifft, liegen die vier sektoriellen Leitpläne weiterhin beim Staatsrat. Nachdem mit dem im März 2018 von der Chamber verabschiedeten Landesplanungsgesetz juristische Unsicherheiten, die 2014 zum Aus der initialen Pläne geführt hatten, aus dem Wege geräumt wurden, befinden sich die Plans sectoriels seit Mai 2018 auf dem Instanzenweg.

Ich bezeichne das als eine offensive Politik der Dekonzentration."

Claude Turmes

Zu jener Zeit wurde auch die Neufassung des Programme directeur, gewissermaßen die Gebrauchsanweisung der Landesplanung, lanciert, mit Workshops und unter breiter Bürgerbeteiligung. Bis Ende 2021 soll das Dokument spruchreif sein. Neben der Einbeziehung der Großregion soll dabei ein Ziel sein, „flächendeckend ein Mindestangebot an Dienstleistungen zu schaffen. Ich bezeichne das als eine offensive Politik der Dekonzentration“, so Minister Turmes 2019 im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“.


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