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Claude Meisch stellt Neuerungen zur Rentrée vor
Politik 1 4 Min. 13.09.2021
Längere Schulpflicht und neue Sektionen

Claude Meisch stellt Neuerungen zur Rentrée vor

Bildungsminister Claude Meisch (DP) weitet das schulische Angebot weiter aus, mit neuen Sektionen und weiteren europäischen Klassen.
Längere Schulpflicht und neue Sektionen

Claude Meisch stellt Neuerungen zur Rentrée vor

Bildungsminister Claude Meisch (DP) weitet das schulische Angebot weiter aus, mit neuen Sektionen und weiteren europäischen Klassen.
Foto: Anouk Antony
Politik 1 4 Min. 13.09.2021
Längere Schulpflicht und neue Sektionen

Claude Meisch stellt Neuerungen zur Rentrée vor

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Bildungsminister will die Schullandschaft weiter diversifizieren, eine kostenlose Hausaufgabenhilfe schaffen und die Schulpflicht auf 18 Jahre verlängern.

Die Pandemiebekämpfung wird auch im neuen Schuljahr einen wichtigen Platz einnehmen. Dennoch will Claude Meisch (DP) in den kommenden zwei Jahren eine Reihe von Neuerungen, Reformen und Projekten voranbringen, wie der Bildungsminister am Montag bei der traditionellen Schulrentrée-Pressekonferenz erklärte. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hei kanns du wuessen - Plaz fir staark Kanner“.


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„Wir werden die kommenden zwei Jahre nutzen, um die Schulangebote weiter zu diversifizieren, um die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auf die digitale Welt vorzubereiten und um Schüler intensiv unter die Arme zu greifen, wo es nötig ist“, so der Bildungsminister. Alle Kinder sollen faire Bildungschancen bekommen, Schulen und Betreuungsstrukturen sollen Orte werden, „wo Kinder gut wachsen und stark werden können“. 

Schulangebot wird ausgebaut

Dieses Jahr geht die neue Schule „Ecole internationale Mersch Anne Beffort“ (EIMAB) mit rund 100 Sekundarschülern an den Start. Die Schule bietet europäische Klassen an. Ein Internat und eine Maison relais sind für 2022 geplant. 

Kommendes Jahr folgt eine weitere öffentliche europäische Schule in der Stadt Luxemburg. Mittelfristig werden weitere europäische Klassenangebote hinzukommen, im Lycée Belval und voraussichtlich auch im Lycée Nic-Biever in Düdelingen. Gespräche mit der Schule und der Stadt Düdelingen laufen.

Auch das traditionelle Luxemburger Schulsystem wird modernisiert und breiter aufgestellt, dank neuer Sektionen im klassischen und generellen Sekundarunterricht. 

Neue Sektionen N und P

Die 2017 geschaffene Informatiksektion (I) wird inzwischen in vier Sekundarschulen angeboten (Lycée Guillaume Kroll in Esch/Alzette, Lycée Edward Steichen in Clerf, Lycée des arts et métiers in Luxemburg-Stadt und im Lycée classique d'Echternach). 2022/23 wird die „Ecole de commerce et de gestion“ (ECG) die neue Sektion „Entrepreneuriat, Finance et Marketing“ im klassischen Sekundarunterricht anbieten (Sektion N)

Für 2023/24 ist eine Sektion P im klassischen Sekundarunterricht geplant, mit Fokus auf den Geisteswissenschaften (Pädagogik, Psychologie, Soziologie und Philosophie). Die Sektion soll noch vor den Wahlen 2023 in Pilotschulen lanciert werden. Hintergrund ist laut Meisch das große Interesse junger Menschen, in diesem Bereich ein Studium zu absolvieren, und die große Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt an ausgebildeten Fachkräften

In der Berufsausbildung werden weitere Ausbildungen auf den Weg gebracht, darunter der DAP Education, der von 2022/23 an angeboten wird, um Fachkräfte für den formalen und non-formalen Bildungsbereich auszubilden. Claude Meisch sieht darin die Möglichkeit, Arbeitsstellen, die heute von unqualifiziertem Personal besetzt werden, künftig mit qualifiziertem Personal zu besetzen.


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Im Rahmen ihrer Autonomie haben Sekundarschulen eine Reihe von neuen Sektionen geschaffen, darunter die Sektion A „Langues, littérature et communication“ im Lycée Robert Schuman oder die Sektion G „Sciences politiques“ im hauptstädtischen Athenäum, die dieses Schuljahr an den Start geht.

Landesweite kostenlose Hausaufgabenhilfe

Wie im Regierungsprogramm vorgesehen, soll eine landesweite kostenlose  Hausaufgabenhilfe geschaffen werden. „Ich werde in den kommenden Monaten ein Konzept vorlegen und mit den Schulpartnern diskutieren“, sagte Meisch. Hausaufgaben sollten vorzugsweise zu Hause gemacht werden. „Doch wenn das nicht geht, muss es einen anderen Ort geben, wo die Schüler in Ruhe und mit Unterstützung ihre Hausaufgaben erledigen können“, so Meisch. Das Ministerium arbeitet Materialien und Weiterbildungen für Personal aus, das die Hausaufgabenhilfe anbietet. Das Konzept soll zur Rentrée 2022/23 vorliegen.

Für Sekundarschüler ist zusätzlich zum normalen Förderunterricht eine digitale Lernplattform (Peer Square) geplant, auf der die Schüler sich austauschen und gegenseitig helfen und auf die Hilfe von Mentoren zurückgreifen können. Die Plattform wird zunächst in drei Schulen (Atert Lycée Rédange, Lycée des arts et métiers, Lënster Lycée International School) getestet, bevor sie landesweit angeboten wird. Die Plattform werde moderiert und die Daten gesichert, versicherte der Bildungsminister.   

Um Neuzugänge (Primo-arrivants) besser im Bildungssystem zu integrieren und ihre Chancen zu erhöhen, hat Claude Meisch eine „weitreichende Reform unserer Strukturen und Prozesse“ ausgearbeitet. Die Kapazitäten würden ausgebaut, die Begleitung intensiviert und die Orientierung verbessert, sagte Meisch. Dazu wird eine neue Abteilung geschaffen, die sich „Service de l'intégration et de l'accueil scolaire“ (SIA) nennt und das aktuelle „Service de la scolarisation des enfants étrangers du ministère“ (SECAM) ersetzen wird. Den Gesetzentwurf will Claude Meisch noch vor Ende des Jahres hinterlegen.

Verlängerung der Schulpflicht bis 18 Jahre

Weiter schwebt dem Minister eine Verlängerung der Schulpflicht von heute 16 auf 18 Jahre vor, um zu verhindern, dass junge Menschen frühzeitig die Schule abbrechen. „Die Anforderungen der Arbeitswelt werden von Jahr zu Jahr komplexer und wir müssen den Schülern mehr Zeit geben, um sich darauf vorzubereiten“, sagte Meisch. „Nach wie vor brechen zu viele Schüler ohne Abschluss, ohne Qualifizierung und somit ohne Perspektiven die Schule ab“, sagte Meisch.


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Das kann nach Ansicht des Ministers aber nur gelingen, „wenn wir alternative außerschulische Ausbildungsformen anbieten. Die Verlängerung der Schulpflicht darf nicht dazu führen, dass sich Frustration und Misserfolg multiplizieren“, so Meisch. Alternative Lernorte sind beispielsweise die bestehenden „Centres d'insertion socioprofessionnelle“ (CISP). Sie möchte der Minister ausbauen und die alternativen Lernmöglichkeiten landesweit anbieten.       

Digitale Kompetenzen

18 Sekundarschulen starten dieses Jahr mit dem neuen Fach „Digital Sciences“ auf 7e. Ab dem Schuljahr 2022/23 wird das Fach auf allen 7e landesweit unterrichtet und progressiv auf den weiterführenden Klassen (6e und 5e) ausgebaut. Im Fondamental wurde das „Coding“ vergangenes Schuljahr im Zyklus 4 eingeführt, ab diesem Jahr nun im Zyklus 3.

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