Künftige Gemeinde "Meesebuerg": Fusion als "Zwangsehe"
(ml) - Die Bürger aus den Gemeinden Fels, Nommern und Fischbach werden am 9. November per Referendum über eine mögliche Fusion abstimmen. Die drei Bürgermeister peilen eigenen Aussagen zufolge einen besseren Dienst am Bürger an. Bei dem Vorhaben herrscht allerdings nicht Einstimmigkeit.
Acht Fusionsgegner haben sich mittlerweile in einer Gruppe zusammengesetzt, um Widerstand zu leisten. Dabei handelt es sich um Gemeinderatsmitglieder (fünf aus Nommern und einer aus Fischbach). Bei ihren Bemühungen, das Projekt zu stoppen, werden sie von zwei weiteren Personen unterstützt.
Franco Campana, Fusionsgegner und Mitglied des Gemeinderats in Nommern, sagte im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort", dass seine Gemeinde keinen Nutzen aus der angestrebten Hochzeit mit Fels und Fischbach ziehen würde. Nommern habe in den vergangenen Jahren viel Geld in seine Einrichtungen gesteckt. Auch was das Wassernetz betrifft, sei man autonom. Wozu also eine Fusion?
Ein Zusammenlegen der drei Gemeinden habe jedoch erhebliche Nachteile. Die Befürworter würden zwar stets beteuern, dass keine Zentralschule vorgesehen sei. Dies verhindere aber nicht, dass einzelne Zyklen der verschiedenen Schulen neu aufgeteilt werden. Außerdem stelle sich die Frage, wo das Geld, das die drei Gemeinden vom Staat bekommen, investiert wird.
Die nach der Fusion flächenmäßig fünftgrößte Gemeinde des Landes soll den Namen "Meesebuerg" tragen. Die Gegner haben Schwierigkeiten sich damit zu identifizieren, da die Verwaltung in Fels untergebracht werden soll. "Meesebuerg" fungiere bloß als Deckmantel.
Keine finanziellen Mittel
Die Bürgermeister von Fels, Nommern und Fischbach verfügen über ein Budget in der Höhe von 50.000 Euro, um die Einwohner davon zu überzeugen, sich für die Fusion auszusprechen. "Das ist unfair. Wir müssen alles aus eigener Tasche bezahlen. Obwohl wir ein Budget angefragt haben, warten wir stets auf eine Antwort", so Campana.
Das Zusammenlegen der drei Gemeinden sei eine "Zwangsehe". Bei der Abstimmung im Gemeinderat von Nommern zum Beispiel hätten fünf Mitglieder dagegen gestimmt. Lediglich drei seien dafür gewesen, so die Fusionsgegner. In den kommenden Wochen sollen einige Aktionen durchgeführt werden. Über ihre konkrete Vorgehensweise war noch nichts zu erfahren.