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Krebsbericht: Viele vermeidbare Erkrankungen
Politik 2 Min. 04.02.2021

Krebsbericht: Viele vermeidbare Erkrankungen

Der Krebs ist rund um den Globus nach wie vor für Millionen von Todesfällen verantwortlich. Rund ein Viertel der weltweiten Krebspatienten lebt in Europa.

Krebsbericht: Viele vermeidbare Erkrankungen

Der Krebs ist rund um den Globus nach wie vor für Millionen von Todesfällen verantwortlich. Rund ein Viertel der weltweiten Krebspatienten lebt in Europa.
Foto: Getty Images
Politik 2 Min. 04.02.2021

Krebsbericht: Viele vermeidbare Erkrankungen

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Rund 40 Prozent der Krebserkrankungen könnten mit einer gesünderen Lebensweise vermieden werden. Tabakkonsum gilt als Hauptproblem.

Jährlich sterben in Luxemburg etwa 1.100 Personen an Krebs, 600 Männer und 500 Frauen. Damit stellt die Krankheit die häufigste Todesursache bei Männern, 32 Prozent, und die zweithäufigste bei Frauen, 26 Prozent, dar. Jedes Jahr kommen im Großherzogtum zwischen 2.000 und 3.000 Krebserkrankungen hinzu. „Dabei könnten 40 Prozent der Krebsfälle verhindert werden“, erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Donnerstag bei der Präsentation des ersten nationalen Krebsberichts. 

Dem stimmte Prof. Dr. Guy Berchem, Präsident des Institut National du Cancer (INC), mit dem Verweis zu, dass 27 Prozent der Krebserkrankungen direkt auf Tabakkonsum zurückzuführen seien, und zwar nicht ausschließlich Lungen-, sondern beispielsweise auch Blasenkrebs. Weitere Hauptgründe für eine Krebserkrankung sind Alkoholkonsum und die Ernährung. 

Prävention als wichtiges Mittel

Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung der primären und sekundären Prävention unterstrichen. Bei der primären Prävention geht es unter anderem um den Verzicht auf den Konsum von Risikofaktoren wie Alkohol oder Tabak. Auch wenn bekannt sei, dass eine Verbindung zwischen Krebszellen und Zucker bestehe, könne man den Einfluss der Ernährung noch nicht präzise definieren. 

Bei der sekundären Prävention handelt es sich um Tests zur Früherkennung, beispielsweise das Mammografieprogramm zum Aufspüren von Brustkrebs bei Frauen. Bei einem anderen Programm wurden Stuhlproben zur Erkennung von Darmkrebs durchgeführt, was zu einer Steigerung bei den Darmspiegelungen führte. 

Ältere Personen am stärksten betroffen

Aus den Zahlen des Berichtes geht hervor, dass vor allem Personen zwischen 60 und 74 Jahren neu an Krebs erkranken. Bei den Männern macht diese Altersgruppe 42 und bei den Frauen 32,4 Prozent aus. Die Gruppe der über 75-Jährigen folgt mit 30,3 respektive 28 Prozent auf Platz zwei. Bei den Frauen fällt auf, dass sie in den jüngeren Alterskategorien stärker als die Männer betroffen sind. 

Was die unterschiedlichen Krebsarten betrifft, so dominiert bei den Männern der Prostatakrebs mit 26,4 Prozent, vor Lungen- und Luftröhrenkrebs mit 17 Prozent. Der Darmkrebs liegt mit 11,1 Prozent auf Platz drei. Mit Blick auf die Sterblichkeit liegt allerdings der Lungen- und Luftröhrenkrebs mit rund 28 Prozent weit vor Darm- und Prostatakrebs, mit 13 respektive 8,6 Prozent. 

Bei den Frauen dominiert der Brustkrebs deutlich. Im Jahr 2013 machte diese Krebsart 37,9 Prozent von 1 119 neu entdeckten Fällen aus, von 424 verstorbenen Frauen hatte mehr als jede Fünfte Brustkrebs. 

Patienten stärker einbinden 

Mit Blick in die Zukunft meinte Berchem, dass der Patient stärker in die Therapie eingebunden werden soll. Dessen Sicht sei bislang zu oft marginalisiert worden. „Auch wenn der Patient kein Spezialist in Sachen Krebs ist, ist er doch der Spezialist für seinen Krebs“, zitierte er einen Satz des Patientenvertreters André Schmitz. Im Bereich der Behandlung hob der Präsident des INC die Rolle des Rehabilitationszentrums in Colpach hervor, das immer mehr Zulauf habe. 


Lokales, Lucienne Thommes Direktorin, Fondation Cancer, Weltkrebstag, Krebspatienten währen der Corona-Krise, Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
"40 Prozent der Krebserkrankungen ließen sich verhindern"
Zum Weltkrebstag: Lucienne Thommes, Direktorin der Fondation Cancer, über Risikofaktoren, die Corona-Zeit und Fortschritte, die hoffen lassen.

Am Ende war es noch der dringende Appell von Berchem an die Menschen, wegen Corona nicht auf die Früherkennungstests zu verzichten. „Covid zu kriegen ist eine Sache, Krebs zu bekommen eine andere.“

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